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Mittwoch, 21.10.2020

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Der Fürther Schlachthof ist für die Modernisierung gerüstet

Die Zahl der Anlieferungen in Burgfarrnbach steigt, der Gewinn ebenso - 17.10.2020 21:00 Uhr

Das Schlachthofgebäude im Burgfarrnbacher Gewerbegebiet an der Siegelsdorfer Straße fällt wegen seiner markanten Graffiti-Verzierungen ins Auge. Demnächst soll der Komplex ausgeweitet und modernisiert werden.

© Foto: Wolfgang Händel


Die von Facharchitekten geplante Schlachthof-Erweiterung soll demnächst beginnen – sobald alle Genehmigungen, etwa zu Immissionsschutz, Brandschutz und Umweltverträglichkeit, vorliegen.

Sie umfasst unter anderem eine Verdoppelung der Stallflächen, ein neues Kühlhaus mit kostensparendem und umweltfreundlicherem Kühlsystem sowie die Neuorganisation von Anlieferung und Abholung durch kreisförmige Verkehrsführung.

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Die EU-Zulassung muss zwar nach dem Umbau neu beantragt werden, umfasst dann aber den Gesamtbetrieb – also auch die bisher nicht zugelassene Kuttelei. Laut Geschäftsführer Konrad Ammon wäre damit auch wieder eine Zerlegung vor Ort erlaubt, dafür möchte man einen Extra-Kühlraum einrichten.

Hoffen auf Zuschüsse

Für diese Zukunftsinvestitionen hofft er auf Zuschüsse in Höhe von bis zu 50 Prozent aus München, Berlin oder Brüssel. Erste Gespräche mit Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber seien bereits geführt worden. "Man wird sehen, was der Politik ihre in der Corona-Krise so oft erhobene Forderung nach mehr regionalen Strukturen wert ist", sagt Ammon.


"Vorbild": Naturschützer preisen den Fürther Schlachthof


Gut sieht die Bilanz des Schlachthofs aus: Im Jahr 2019 stieg die Zahl der Schweineschlachtungen auf 60 740 (2018: 50 210), die der Rinder auf 6783 (3502) und die der Schafe auf 1616 (1602). Der Umsatz legte um gut acht Prozent auf 922 000 Euro (2018: 851 700 Euro) zu, der Überschuss von knapp 50 000 auf rund 93 000 Euro, wie Ammon bei der Jahreshauptversammlung der Schlachthof Betriebs-GmbH mitteilte. Und die Tendenz sei auch in diesem Jahr steigend.

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Um finanzielle Rücklagen für den Umbau bilden zu können, gab man heuer die seit fünf Jahren vom Schlachthof getragenen Erhöhungen der Fleischbeschau-Gebühren als 20-prozentigen Aufschlag an die Schlachtkunden – pro Woche 75 bis 85 Metzger oder Direktvermarkter – weiter. Trotzdem sei man noch günstig, so Ammon: Eine Schweineschlachtung in Fürth koste etwa 20 Euro, in Thüringen bis zu 80 Euro. Auch bei Schafen (13,80 Euro) liege man im Mittelfeld.

Dass die Personalkosten um 18 000 Euro gestiegen sind, habe seinen Grund: Man brauche Fachkräfte, damit der Betrieb ordnungsgemäß läuft und hohe Tierschutzstandards eingehalten werden können. Letztere würden für Verbraucher und Überwachungsbehörden immer wichtiger. Ammon mahnte die Einhaltung der strengen Vorgaben an, die von der Anlieferung bis zur Schlachtung durch Kameras überwacht werden.

"Null Toleranz!"

Wer nicht mitziehe, werde von der Schlachtung in Fürth ausgeschlossen, denn er gefährde die Reputation der Einrichtung. Die zeitweilige Schließung von Schlachtstätten wie jüngst in Gärtringen seien Mahnung genug. In Fürth gelte deshalb: "null Toleranz!"

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An Ammons Seite war bei der Versammlung neben Co-Geschäftsführerin Monika Peter erstmals Gerhard Bickel. Der 59-jährige Gründer und Inhaber von "ebl-naturkost", der selbst aus einer Metzgerfamilie stammt, war im Frühjahr nach dem plötzlichen Tod von Bernd Wehr (Röwe Großschlächterei und Viehhandel GmbH) zu dessen Nachfolger als Beiratsvorsitzender gewählt worden.

Bickel lässt für sein in Fürth ansässiges, 30 Filialen zählendes Bio-Unternehmen seit zehn Jahren in Burgfarrnbach schlachten.

fn

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