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Fürths Gesundheitsamt ist bereit für die Luca-App

Die umstrittene Anwendung soll bei der Kontaktnachverfolgung helfen - 05.05.2021 06:00 Uhr

So soll es in Zukunft funktionieren: Vor dem Laden oder Lokal wird ein QR-Code mit der Handykamera gescannt, die Kontaktdaten werden digital erfasst.

03.05.2021 © Foto: Christoph Soeder/dpa


Immerhin: Der Inzidenzwert ist in Fürth in den vergangenen Tagen zügig ein ganzes Stück gesunken – von 300,4 vor einer Woche auf unter 220 am Dienstag.

Eine "stabile" Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 aber scheint immer noch weit entfernt. Sie sieht Ministerpräsident Markus Söder als Voraussetzung dafür, dass Außengastronomie, Theater und Kinos ab 10. Mai wieder die ersten Gäste empfangen dürfen, mit Tests und Termin. Näher dran ist der Landkreis Fürth, dessen Inzidenz am Dienstag auf 108,6 gesunken ist.

Im Gesundheitsamt für Fürth und den Landkreis hat man sich unterdessen schon auf Öffnungsschritte vorbereitet. Die Behörde hat alle Voraussetzungen dafür geschaffen, dass die Daten genutzt werden können, die die Luca-App speichert.

Mehrere Bundesländer, auch Bayern, setzen große Hoffnungen in die Anwendung, die Smudo von den Fantastischen Vier mitentwickelt hat und die die Kontaktnachverfolgung erleichtern soll. Inzwischen aber wird zunehmend Kritik laut.

Der Satiriker Jan Böhmermann hatte die App Anfang April mit falschen Angaben ausgetrickst. Vor kurzem warnten 70 Sicherheitsexperten davor, dass die Risiken viel höher seien als der zu erwartende Nutzen. Luca erfasse in großem Umfang Bewegungs- und Kontaktdaten, die zentralisiert bei einem Privatunternehmen gesammelt werden. Die Verantwortlichen betonten daraufhin, es handle sich um ein sicheres System mit umfassender Verschlüsselung.

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Am Dienstag nun hackte das Kunstkollektiv "Peng" die App, um Sicherheitslücken aufzuzeigen. Es sei möglich, so die Aktivisten, zum Beispiel als Ministerpräsident im Lieblingslokal "einzuchecken".

Vor Ort wird ein QR-Code gescannt

Die App und ähnliche Dienste wie beispielsweise "darfichrein" sollen die Kontaktdatenerfassung verbessern und die Zettelwirtschaft in Läden, Restaurants oder Theatern beenden. Bei Luca funktioniert das so: Die Nutzer registrieren sich in der App. Wer eine Veranstaltung besucht, ins Lokal geht oder zum Friseur, scannt vor Ort mit der Handykamera einen QR–Code. Das ersetzt die Formulare und Zettel, die bislang oft falsch oder unleserlich ausgefüllt wurden.

Wird ein Besucher später positiv getestet, kann das Gesundheitsamt vom Wirt oder Veranstalter die Check-Ins anfordern und die Kontaktpersonen informieren. Zudem können Nutzer in der App private Treffen dokumentieren und im Infektionsfall – freiwillig – der Behörde ihre Begegnungshistorie zur Verfügung stellen. Ziel ist es, Infektionsketten schneller zu durchbrechen.

Noch spielt die Luca-App keine Rolle

Während Luca für die Betriebe und die Bürger kostenlos ist, müssen die Gesundheitsämter für die Nutzung der Daten zahlen; der Freistaat Bayern hat dafür wie mehrere andere Bundesländer eine Lizenz erworben.

Wegen des Lockdowns spielt die App in Stadt und Landkreis noch keine Rolle. Bislang habe man darüber noch keine Kontaktpersonenliste nutzen können, bestätigt Landratsamtssprecher Christian Ell. Das dürfte sich ändern, wenn gelockert wird. Dann werde es wichtig sein, die Kontaktnachverfolgungen "so einfach wie möglich zu gestalten", sagt Landrat Matthias Dießl.


Kritik an Luca-App zurückgewiesen: "System ist sicher"


Auch für die Konkurrenz von Luca will das Gesundheitsamt offen sein. Dazu zählt etwa das Portal "darfichrein", das von einem Tochterunternehmen der Anstalt für kommunale Datenverarbeitung (AKDB) und dem Bayerischen Hotel- und Gaststättenverband angeboten wird. Die Stadt Fürth spricht von einem "höchst sicheren" Dienst, den sie hiesigen Betrieben und Vereinen kostenlos zugänglich macht.

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