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Impfen im Brauhaus: Extra-Angebot für die Fürther Gastronomie kam bestens an

Rund 200 Beschäftige nahmen an der ungewöhnlichen Aktion in der Fürther Gaststätte teil - 15.05.2021 17:40 Uhr

200 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Gastronomie ließen sich im Grüner Brauhaus mit AstraZeneca impfen. Gesundheitsminister Klaus Holetschek machte sich vor Ort ein Bild von der Aktion.

15.05.2021 © Hans-Joachim Winckler, NN


Seit nunmehr fast sieben Monaten sind die Restaurants, Café und Bars schon geschlossen. Während in anderen Städten aufgrund geringer Inzidenzzahlen die Wirtschaften zumindest außen wieder Gäste bewirten dürfen, ist Fürth davon noch ein gutes Stück entfernt. Im Landkreis hingegen dürfen am 19. Mai aller Voraussicht nach die Biergärten wieder öffnen. So oder so setzten Fürther Ärzte und Ärztinnen ein Zeichen für die darbende Gastronomie und luden Beschäftige der Branche zu einer Sonderimpfaktion ins Grüner Brauhaus ein.

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Sonderimpfaktion für Gastro-Beschäftigte im Grüner Brauhaus

Rund 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Restaurants und Kneipen in Fürth und im Landkreis nutzten die besondere Gelegenheit und ließen sich in der Comödie mit AstraZeneca impfen


Dort, wo die Comödie Fürth seit drei Wochen eine Schnelltest-Station betreibt, wurden den ganzen Samstag über Spritzen mit dem für alle frei gegebenen Impfstoff AstraZeneca aufgezogen und insgesamt 200 Impfwillige erstmals immunisiert, darunter auch einige Gastro-Mitarbeiter aus Nürnberg. Die Impfdosen hatte das Fürther Impfzentrum bereitgestellt. An der Aktion beteiligten sich 30 Ärzte unter der Koordination von Michael Hubmann, dem ärztlichen Leiter des Fürther Impfzentrums. Das komplette Honorar (4000 Euro) wollen die Mediziner sozialen Einrichtungen spenden, die sich um benachteiligte Kinder und Jugendliche kümmern.

"Maximale Flexibilität"

„Gerade bei den Gastwirten und ihrem Personal sind Impfungen wichtig, wenn wir nach und nach mehr Öffnungen in diesem Bereich zulassen können", sagte der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek, der Fürth anlässlich der Sonderimpfaktion einen Besuch abstattete. "Wir brauchen solche pragmatischen Ansätze, um gemeinsam die Pandemie zu bewältigen."


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Holetschek warb erneut für eine rasche Impfung und verwies darauf, dass man mit der Aufhebung der Priorisierung bei den niedergelassenen Ärzten für "maximale Flexibilität" sorge. "Damit können sich nun auch bestimmte Berufsgruppen schneller gegen Corona impfen lassen, die bislang nicht in einer höheren Priorisierungsgruppe erfasst waren."

"Enorm wichtig für die Gastronomie"

Michael Hubmann kam recht spontan auf die Idee, der Gastronomie, die bislang kaum im Fokus der Impf-Diskussion stand, das Extra-Angebot zu machen. Michael Urban vom Grüner Brauhaus zeigte sich davon angetan und stellte die Räumlichkeiten zur Verfügung. "Spitzenmäßig", so brachte Alexander Zotter vom Nürnberger "Würzhaus" seine Begeisterung auf den Punkt. Zum Impftermin brachte er gleich drei Kollegen mit: "Das ist enorm wichtig für die Gastronomie."


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Auch Ina Peters vom Fürther Babylon-Kino zögerte keine zehn Minuten, als ihr Chef von dem Angebot berichtete: "Sonst hätte ich noch ewig warten müssen - und welcher Impfstoff, ist doch egal", meinte die 57-Jährige, die auch vom Ablauf der Aktion vor Ort überzeugt war: "Eine tolle Organisation". Am Eingang wurde die Temperatur gemessen, bevor an acht Tischen Ärzte die nötigen Aufklärungsgespräche führten. Geimpft wurde dann in den drei Kabinen, in denen sonst die Mitarbeiter der Comödie die Schnelltests vornehmen.

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Bier kann hier zurzeit nicht ausgeschenkt werden, darum haben sich die Macher des "Grüner Brauhauses" in der Comödie Fürth nun dazu entschlossen, eine Schnelltestzentrum einzurichten. Dort, wo sonst die Gäste gemütlich beim Grüner zusammensitzen, widmet sich das Personal nun hochkonzentriert der Bekämpfung der Corona-Pandemie.


Bayernweit wurden bis zum 15. Mai nach Angaben des Gesundheitsministeriums rund 6,19 Millionen Impfungen verabreicht, davon 4,86 Millionen Erst- und 1,33 Millionen Zweitimpfungen. In diesem Zusammenhang verwies Holetschek darauf, dass vor allem die Impfzentren in den kommenden Wochen einen großen Schub an Zweitimpfungen zu bewältigen haben.

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