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Terminvereinbarung: Impfzentrum Gunzenhausen hielt dem Ansturm nicht Stand

Impfwillige hingen in der Warteschleife der Telefon-Hotline - 12.01.2021 12:46 Uhr

Seit Dienstag finden hier die ersten Corona-Impfungen statt: Das Impfzentrum Altmühlfranken ist damit einer der Vorreiter im Freistaat.

12.01.2021 © Foto: Impfzentrum Altmühlfranken


Die Nachfrage nach den ersten Impfterminen sei "erfreulich hoch" gewesen, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung von Landratsamt und dem vom Klinikum betriebenen Impfzentrum. Die Impfbereitschaft in der ersten Priorisierungsgruppe scheine im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen sehr groß zu sein: "Leider kam es durch die vielen Anrufe zeitweise zu einer Überlastung des Telefonnetzes des Klinikums Altmühlfranken", das deshalb vorübergehend überhaupt nicht mehr erreichbar war.

"Ich verstehe, dass sich viele Anrufer geärgert haben"

"Ich verstehe, dass sich viele der Anrufer geärgert haben, stundenlang nicht durchzukommen", erklärt Klinik-Vorstand Christoph Schneidewin. Doch sei zunächst "leider nur eine telefonische Terminvereinbarung möglich" gewesen. Seit Montag sei deshalb auch ein bayernweites Registrierungssystem freigeschaltet.

Am Empfang des Klinikums gingen laut Schneidewin "viele Nachfragen und Beschwerden ein. Um die Telefonleitung freizuhalten, bitten wir, keine Nachfragen bezüglich des Impftermins dorthin zu richten, sondern ausschließlich die Telefonhotline des Impfzentrums zu wählen. Diese ist auch mit mehreren Personen besetzt", so der Klinik-Chef.

200 Impftermine konnten für diese Woche vereinbart werden, noch am Dienstagvormittag waren sie alle vergeben, und schon am Nachmittag um 16 Uhr beginnen die Immunisierungen am Impfzentrum in Gunzenhausen. Am Freitag stehen die nächsten Termine an.

"Damit sind wir eine der großen Ausnahmen in Bayern", sagt Schneidewin auf Nachfrage des Altmühl-Boten. Die meisten Städte und Landkreise schickten derzeit lediglich mobile Impfteams in die Alten- und Pflegeheime. Weitere Termine am Impfzentrum können derzeit nicht vergeben werden, da der erwartete Impfstoff nur ausreicht, um weiter in den Heimen zu impfen und die ersten Zweitimpfungen vorzunehmen, heißt es in der Mitteilung.

Appelliert an die Geduld: Christoph Schneidewin.

12.01.2021 © Foto: Jürgen Eisenbrand


Bei der Terminvereinbarung müssen zunächst die Daten des Impfwilligen erfasst werden. "Das ist sehr aufwendig und dauert rund zehn Minuten", erklärt Schneidewin die scheinbar dauerbesetzten Telefonleitungen. Um diesen Prozess zu vereinfachen, ist seit Montag das bayernweite Registrierungsportal freigeschaltet.

Impfwillige müssen sich dort zunächst registrieren. In dem Online-Formular werden die Kontaktdaten abgefragt sowie wichtige Informationen, um die Personen einer Priorisierungsgruppe – Über-80-Jährige, Vorerkrankte, Mitarbeiter in Alten- oder Pflegeheimen – zuordnen zu können. Sollte eine Registrierung online nicht möglich sein, weil beispielsweise kein Computer verfügbar ist, besteht auch die Möglichkeit, die Registrierung telefonisch über das Impfzentrum (09831/52-2041) vorzunehmen.

Auf Impfpriorität achten

"Hier ist allerdings immer mit Wartezeiten zu rechnen, weshalb, wo immer möglich, die Registrierung online erfolgen sollte", empfiehlt das Landratsamt. Und Christoph Schneidewin ergänzt: "Es bietet keinerlei Vorteil, wenn die Menschen sich hier bei uns registrieren lassen. Denn die Termine werden ohnehin zentral von der Software vergeben."


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Schneidewin appelliert an alle Interessierten, sich derzeit nur dann registrieren zu lassen, wenn man zu jenem Personenkreis gehört, der Impfpriorität genießt. Ein Appell, der bislang offenbar nicht fruchtete: "Von den 500 Menschen, die sich bei uns im Landkreis am Montag schon registrieren ließen, gehörte über die Hälfte nicht zu diesem Kreis."

Wenn ausreichend Impfstoff zur Verfügung steht und wieder Termine vergeben werden können, wird der im Portal registrierte Impfwillige, sofern er entsprechend der Rangliste "dran ist", über eine SMS, eine Mail oder telefonisch benachrichtigt – und kann dann online oder telefonisch seinen Impftermin vereinbaren. Die Online-Terminvereinbarungen werden ab etwa 20. Januar möglich sein.

Die Reihenfolge der Terminierung richtet sich nach mehreren Parametern, die in der Software hinterlegt sind, vor allem aber nach der in der Impf-Verordnung festgelegten Impfreihenfolge. Das geschilderte Verfahren ist verbindlich und nicht durch das Impfzentrum Altmühlfranken beeinflussbar.

Alle über 80-Jährigen erhalten in den nächsten Tagen eine persönliche Information von Landrat Manuel Westphal sowie dem jeweiligen Bürgermeister. In dem Schreiben werden die Möglichkeit zur telefonischen Terminvereinbarung erklärt und die wichtigsten Kontaktdaten zusammengefasst.

Mobiles Impfteam unterwegs

Zusätzlich zu den Impfterminen, die am Dienstag am Impfzentrum in Gunzenhausen stattfanden, war das mobile Impfteam im BRK-Heim in Treuchtlingen und impfte dort rund 60 Personen. Auch weitere Mitarbeitende des Klinikums Altmühlfranken wurden am Montag geimpft. "Die Bereitschaft dafür nimmt zu", sagte Schneidewin am Telefon. Alle Chefärzte seines Hauses seien mit gutem Beispiel vorangegangen, und "aus unseren Aufklärungsveranstaltungen kommen mehr Mitarbeiter mit Impfbereitschaft raus als hineingegangen sind".

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Er jedenfalls keine bislang "keine gravierenden Impffolgen". 80 Prozent der Immunisierten verspürten ein Jucken an der Einstichstelle, 45 Prozent klagten vorübergehend über Kopfschmerzen. Diese Beobachtung lasse die Impfbereitschaft steigen, die in Alten- und Pflegeheimen sehr unterschiedlich ausgeprägt und bisweilen noch "sehr zurückhaltend" sei. "Wir haben unsere Mitarbeiter jedenfalls vor eine klare Alternative gestellt: Entweder, ihr lasst euch impfen – oder ihr infiziert euch." Und angesichts der Spätfolgen, die Corona anrichten könne, wachse die Zustimmung zur Impfung.

Im Gespräch outet sich der Klinik-Chef dann als Anhänger einer umfassenden Impfpflicht: "Ich würde mich darüber freuen", sagt Schneidewin. Die Verpflichtung allerdings nur für einen "ausgewählten Personenkreis", also Mitarbeiter in Kliniken und Senioreneinrichtungen, wie sie Ministerpräsident Markus Söder ins Gespräch gebracht hat, hält er für "schwierig".

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