ERH: Kreistag setzt StUB aufs Gleis

18.1.2021, 18:23 Uhr
Die Räte des Landkreises Erlangen-Höchstadt hatten das Schicksal der Stadt-Umland-Bahn in der Hand – und sie haben sich mit großer Einmütigkeit dazu entschieden, die Überland-Straßenbahn aufs Gleis zu setzen. Nun können die nächsten Planungsschritte, auch für den Ostast von Erlangen über Dormitz und Neunkirchen nach Eckental, angegangen und die Fördergelder beantragt werden.

Die Räte des Landkreises Erlangen-Höchstadt hatten das Schicksal der Stadt-Umland-Bahn in der Hand – und sie haben sich mit großer Einmütigkeit dazu entschieden, die Überland-Straßenbahn aufs Gleis zu setzen. Nun können die nächsten Planungsschritte, auch für den Ostast von Erlangen über Dormitz und Neunkirchen nach Eckental, angegangen und die Fördergelder beantragt werden. © Archivfoto: Rainer Groh

Und dieser wird es wohl auch ermöglichen, aus dem einst als kleinster gemeinsamer Nenner geplanten "L-Netz" von Nürnberg über Erlangen nach Herzogenaurach doch noch das verkehrstechnisch deutlich sinnvollere "T-Netz" zu machen, das den sogenannten Ostast von Erlangen nach Neunkirchen am Brand und von dort weiter nach Eckental einschließt.

Flammender Appell

Georg Förster, ehemaliger Bürgermeister von Buckenhof und Sprecher des "Landkreis-übergreifenden interkommunalen Bündnisses für die StUB im Schwabachtal" (LIBOS), in dem die Gemeinden Buckenhof, Eckental, Heroldsberg, Marloffstein, Spardorf und Uttenreuth vertreten sind, hielt einen flammenden Appell für die StUB im Allgemeinen und die Ostast-Realisierung im Besonderen.

"Müssen jetzt handeln"

"Wir müssen jetzt handeln", betonte Förster. Wenn die Stadt-Umland-Bahn in spätestens 20 Jahren fahren solle, um den drohenden Verkehrskollaps in der Region noch abzuwenden, dann müssten jetzt die Weichen gestellt werden. Stelle man in Eckental den Ringschluss zur Gräfenbergbahn her, dann schaffe dies neue Synergien und verkörpere Mobilität für alle, mithin praktischer Umweltschutz, weil dann deutlich mehr Menschen als bisher nicht mehr auf das eigene Auto angewiesen wären.

"Zukunft gestalten"

Es gehe darum, für den Großraum "Zukunft zu gestalten", so Förster. Die StUB sei nichts Unmögliches, ihr Bau eine auch vom Bund gewollte Angelegenheit. "Ich bitte Sie, über Ihren Schatten zu springen", bat Georg Förster und adressierte namentlich die Freien Wähler, die 2015 fast geschlossen hinter dem Bürgervotum kontra StUB standen, unterstützt von Teilen der FDP und auch der Grünen.

"Nichts einzuwenden"

Von dieser Haltung war in der aktuellen Kreistagssitzung kaum noch etwas zu spüren. "Gegen die Beschlussvorlage haben wir nichts einzuwenden", sagte etwa Michael Schölkopf, stellvertretender Kreisvorsitzender der Freien Wähler. Allerdings sollen, das stellte Schölkopf klar, die Landkreis-Bürgerinnen und -Bürger nicht übergangen werden, sondern im Rahmen eines neuen Entscheids eingebunden werden.

"Größer denken"

Einhellige Meinung im Kreistag: Nachdem die StUB nun aufs Gleis gesetzt ist, lohnt es sich, "etwas größer zu denken", wie es FDP-Kreisrat Michael Dassler formulierte. Das schließt die Verlängerung des StUB-Netzes nach Adelsdorf und Höchstadt ein, die, wie berichtet, unter anderem von den FW-Bürgermeistern Karsten Fischkal und Gerald Brehm in die Diskussion eingebracht wurde. Übrigens eine Erweiterung, die sich auch in der "Obermeyer-Studie" aus dem Jahr 1993 findet.

Eile ist angesagt

Bauchschmerzen bereiten quer durch die Fraktionen die zu erwartenden (Mehr-)Kosten, wenn auch der StUB-Ostast verwirklicht und vom Zweckverband betrieben wird. In diesem Zusammenhang erinnerte Landrat Alexander Tritthart daran, dass im Osten auch der Landkreis Forchheim (mit Dormitz und Neunkirchen) mit ins Boot kommt und dass die Kosten anteilig umgelegt würden. Will man alle möglichen Förderungen in Anspruch nehmen, ist dennoch Eile angesagt, weil sich das Zeitfenster für Bundesmittel in absehbarer Zeit schließt.

 

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