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Swinger-Club in Röttenbach: Betreiber startet neuen Antrag

Polizei hatte schon im Februar eine Party aufgelöst - Details bisher unklar - 07.12.2020 15:09 Uhr

In diesem Mehrfamilienhaus soll ein Swingerclub einziehen. Während Nachbarn Alarm schlage und bereits Unterschriften gesammelt haben, liegt die Entscheidung aktuell beim Landratsamt.

07.12.2020 © Foto: Katrin Bayer


Der Betreiber eines geplanten Swingerclubs glaubt womöglich weiterhin an die Zukunft des Sextreffs in einem Mehrfamilienhaus. Im September hat der Vermieter bei der Gemeinde Röttenbach einen Antrag auf Nutzungsänderung eingereicht – zur "Errichtung einer Sauna-, Wellness- und Entspannungslocation" im Forstacker. Wie genau diese aussehen soll, und ob es sich tatsächlich um einen Sextreff handelt, ist nicht näher dargelegt.

Deshalb konnte sich der Bauausschuss auch erst in seiner jüngsten Sitzung mit dem Thema beschäftigen. Dem Antrag fehlen wichtige Unterlagen, beispielsweise eine so genannte "Betriebsbeschreibung." Trotz Aufforderung habe der Antragsteller diese nicht nachgereicht, heißt es aus dem Rathaus.

Thema sorgt für Wirbel in der Gemeinde

Und nun haben die Gemeindevertreter festgehalten: Wir können die Sache nicht prüfen. Sie haben also auch nichts entschieden, sondern den Fall weitergereicht an das Landratsamt, damit das Verfahren seinen üblich Gang geht. Das Landratsamt ist als Bauaufsichtsbehörde jetzt zuständig und wird sich mit dem Thema beschäftigen, das in der 2000-Einwohner-Gemeinde schon für viel Wirbel gesorgt hat.


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Sprecherin Stephanie Mack stellte klar, dass in den Räumen nach wie vor eine "Nutzungsuntersagung zur Durchführung von Veranstaltungen" gilt. Es dürfen also weder private noch öffentliche Feiern stattfinden. Die Untersagung war in Kraft getreten, nachdem die Polizei im Februar eine Swinger-Party in dem nicht genehmigten Club aufgelöst hatte. Mit mehreren Streifen waren die Einsatzkräfte vorgefahren und hatten die Veranstaltung gestoppt, die in vollem Gange war. Es war eine "schöne Feier mit super Stammgästen", schrieb ein Besucher auf der Homepage Joyclub über das, was in der Nacht in Röttenbach geschah. Liebevoll eingerichtet sei der Sextreff, die Stimmung ausgelassen gewesen.

Betreiber zeigt sich zuversichtlich

Das Problem: Die Party, die als Privatfeier deklariert war, fand unerlaubterweise statt. Eine Nutzungsänderung war nicht beantragt. Außerdem hatten die Gäste Eintritt bezahlt. Immer wieder ist der Sextreff im Forstacker also an Formalien gescheitert. "Wenn kein Antrag vorliegt, können die Behörden auch über nichts entscheiden", hatte Bürgermeister Ludwig Wahl damals betont. Das gilt auch, wenn er unvollständig ist.


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"Wir werden alle Maßnahmen erfüllen", hatte Betreiber Goran Balic damals im Frankenfernsehen versichert. "So dass am Schluss nur noch das Moralische übrig bleibt. Und dann müssen wir halt gucken." Es sei nur eine Handvoll Nachbarn gegen den Swingerclub. Die haben allerdings eine Online-Petition gestartet. Diese fand 248 Unterstützer, 131 aus Röttenbach. Auch der Gemeinderat hatte früh signalisiert, dass er alles tun möchte, um eine Eröffnung des Etablissements zu verhindern. Jetzt ist das Landratsamt am Zug, über die "Errichtung einer Sauna-, Wellness - und Entspannungslocation" zu entscheiden.

 

CLAUDIA FREILINGER

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