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Jesiden-Zentralrat kritisiert Haltung zu deutschen IS-Kämpfern

Volk hatte besonders unter der Brutalität der Terrormiliz gelitten - 20.02.2019 22:04 Uhr

Die kurdische geführte SDF hat etliche IS-Kämpfer gefangen genommen - darunter auch viele Deutsche, die sich der Terrormiliz angeschlossen haben. © AFP/ Delil Souleiman


Die Zurückhaltung der Bundesregierung in dieser Frage sei befremdlich, erklärte der Zentralratsvorsitzende Irfan Ortac am Mittwoch in Düsseldorf. Es sei die Pflicht der Bundesregierung, dafür Sorge zu tragen, dass Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor Gericht gebracht werden, insbesondere dann, wenn sie von deutschen Staatsbürgern verübt worden seien. Anhänger der IS-Terrormiliz hatten jesidische Dörfer überfallen, Menschen erschossen und Frauen verschleppt und vergewaltigt. Das Schicksal vieler jesidischer Frauen ist bis heute ungeklärt. 

Ortac kritisierte, dass der Zentralrat seit Jahren auf Verbrechen auch deutscher Angehöriger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gegen Jesiden und Jesidinnen hinweise. "Ich wurde immer damit vertröstet, dass deutsche Ermittlungsbehörden keinen Zugriff auf diese Menschen haben", betonte er. Nach Forderung der Organisation sollten alle Jesidinnen, die vom IS gefangen gehalten worden sind, angehört werden, um mögliche Verbrecher zu identifizieren.

Gewalt durch deutsche IS-Frauen

Es gebe bereits seit Jahren Informationen darüber, dass die europäischen Dschihadisten und insbesondere die deutschen besonders brutal zu Jesidinnen gewesen seien. Dabei stünden die deutschen Dschihadistinnen den Männern in nichts nach. Im Sommer 2014 geriet das Schicksal der Jesiden in den Medienfokus, nachdem Tausende von ihnen vor der anrückenden Dschihadisten-Miliz ins nordirakische Sindschar-Gebirge flüchteten und dort eingekesselt wurden. 


Sie gab den IS-Opfern eine Stimme: Jesidin Nadia Murad erhält Friedensnobelpreis.


In kurdischem Gewahrsam in Nordostsyrien befindet sich nach Erkenntnissen der Bundesregierung derzeit eine zweistellige Zahl Deutscher, die für die IS-Terrormiliz gekämpft haben. Kontakt zu den festgehaltenen deutschen IS-Kämpfern gibt es nach Angaben des Auswärtigen Amts derzeit nicht, weil es in dem Land derzeit keine deutsche Botschaft und damit keinen konsularischen Zugang gebe. Auch zu den dortigen Kurden gebe es keinen offiziellen Kontakt, da es sich um nichtstaatliche Akteure handele. 


Kommentar: Warum Deutschland seine IS-Kämpfer zurücknehmen muss.


  

epd/als

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