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So will die Stadt das Gänse-Problem am Wöhrder See lösen

Ein Abschuss der Tiere kommt nicht mehr in Frage - 07.05.2019 05:55 Uhr

Die Stadt Nürnberg will die Kanadagänse am Wöhrder See vertreiben, ohne sie dafür töten zu müssen.

© Eduard Weigert


Die Tiere sollen schließlich nicht nur vergrämt werden, sondern im besten Fall auch dezimiert. Das soll aber nicht durch einen Abschuss passieren, sondern – in Zusammenarbeit mit dem bayerischen Landesamt für Umwelt – durch eine Ei-Entnahme aus dem Gelege. "Den Gänsen werden dafür Betoneier ins Nest gelegt", erklärt Bürgermeister Christian Vogel. Die neue Strategie der Gelegeentnahme bedeutet aber nicht, dass den Wildgänsen ihr kompletter Nachwuchs genommen wird. "Ich hab neulich erst Küken herumlaufen sehen", sagt der Bürgermeister, "es gibt nach wie vor junge und alte Vögel."


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Die Ei-Entnahme ist nicht die einzige Strategie im Kampf gegen die Gänse-Plage. Die Tiere dürfen sich auch weiterhin auf Ausgleichsflächen ausruhen – die Hoffnung: Strand und Bucht werden für die Tiere unattraktiv. Damit das gelingt, hat die Stadt auch wieder Hundebesitzer gebeten, mit ihren Tieren möglichst dort Gassi zu gehen, wo sich die Gänse zwar gern aufhalten, das aber eigentlich nicht sollen. Damit die Vergrämung funktioniert, müssen aber auch die Besucher des Sees mithelfen. Vogel appelliert an alle See-Nutzer, möglichst keine Essensreste liegen zu lassen. Ein Sicherheitsdienst soll sich darum kümmern, dass sich die Spaziergänger und Badenden daran halten.

Die Stadt kümmert sich auch heuer wieder um die Reinigung des Ufers. Die Wiese an der Bucht wird täglich gesäubert, der Sand am Strand dreimal in der Woche. Christian Vogel ("ich bin kein Gänsegegner") hofft, dass all diese Maßnahmen die Gänseplage im Zaum halten. Der Dreck der Tiere ist schließlich nicht nur störend, er kann (vor allem für Kleinkinder und Senioren) auch gesundheitsgefährdend sein, etwa Durchfallerkrankungen hervorrufen.


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Wie im vergangenen Jahr auch, wird der Gänsekot deshalb auch heuer wieder auf Krankheitserreger getestet. Ein Abschuss ist zwar nicht geplant. Für den Fall aber, dass die Tiere Krankheitserreger verbreiten, will ihn Vogel aber auch nicht von vorneherein ausschließen. "Da geht es dann aber um den Gesundheitsschutz", sagt der Bürgermeister, der im vergangenen Jahr wegen eben dieser Maßnahme Morddrohungen erhalten hat.

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jule

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