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Bundestagswahl 2021: Das sind die Kandidaten im Wahlkreis Bayreuth

16.7.2021, 13:27 Uhr
Dieses Jahr ist es wieder soweit: Am 26. September 2021 steht die Bundestagswahl an. 

Dieses Jahr ist es wieder soweit: Am 26. September 2021 steht die Bundestagswahl an.  © Christophe Papke via www.imago-images.de

Laut Grundgesetz muss die Bundestagswahl spätestens 48 Monate und frühestens 46 Monate nach dem Beginn der aktuell laufenden Wahlperiode erfolgen. 2017 wurde am 24. September gewählt, damit muss die Wahl 2021 zwischen Ende August und Ende Oktober stattfinden. Den genauen Termin legte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier Ende 2020 fest: Es ist der 26. September 2021. Steinmeier folgte damit dem Vorschlag der Bundesregierung.

Welche Orte gehören zum Wahlkreis Bayreuth?

Zum Wahlkreis Bayreuth gehören die kreisfreie Stadt Bayreuth, alle Orte im Landkreis Bayreuth sowie ein Teil des Landkreises Forchheim: Darunter sind die Städte Ebermannstadt und Gräfenberg und die Gemeinden Egloffstein, Gößweinstein, Hiltpoltstein, Obertrubach, Pretzfeld, Unterleinleiter, Weißenohe und Wiesenttal. Die anderen Orte im Landkreis, unter anderem die Stadt Forchheim, gehören zum Wahlkreis Bamberg.

Der Zuschnitt des Wahlkreises ist - anders als bei Fürth und Erlangen - seit der letzten Wahl gleich geblieben.

Bei den bisher 20 Wahlen seit Bestehen der Bundesrepublik gewann im Wahlkreis Bayreuth sechzehnmal der Direktkandidat der CSU, so auch 2017 mit der Juristin Dr. Silke Launert. Viermal konnte die SPD das Rennen für sich entscheiden (zuletzt 1972).


Eine Übersicht über die Stimmbezirke in der Region finden Sie hier.


Wer tritt zur Bundestagswahl 2021 an?

Derzeit (Stand: 16.7.2021) stehen noch nicht unbedingt alle Kandidaten fest. Einige sind aber schon bekannt.

Die CSU hat die amtierenden Bundestagsabgeordnete Silke Launert erneut zur Direktkandidatin gewählt. Vor ihrem Eintritt in den Bundestag 2013 arbeitete sie als Richterin am Landgericht Hof. Ein weiterer Schwerpunkt sind die Belange von Frauen und Kindern. Die Präsenzwahl im Eisstadion hatte im Vorfeld für Wirbel gesorgt.

Für die FDP tritt Thomas Hacker an. Der Diplom-Kaufmann sitzt seit 2017 im deutschen Bundestag und war von 2008 bis 2013 als Fraktionsvorsitzender der FDP im Bayerischen Landtag vertreten. Seine Schwerpunkte hat er bei den Themen Medien, Kultur und Europa gesetzt.

Kandidatin der SPD ist die Juristin Anette Kramme. 2017 erneut über die Landesliste gewählt, ist sie seit 1998 Mitglied des Deutschen Bundestages. Darüber hinaus ist Kramme seit Dezember 2013 Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Arbeit und Soziales.

Die Grünen nominieren Susanne Bauer, Sprecherin des Bayreuther Grünen-Kreisverbands und des Bezirksverbands der Partei in Oberfranken. Sie will Klimapolitik, Wirtschaft und Sozialpolitik in Einklang bringen. Die Ellenbogengesellschaft und das Streben nach schnellen Gewinnen lehne sie ab.

Die Partei schickt Florens Weiss ins Rennen. Der Bayreuther trat erst einige Wochen vor der Nominierung der Satire-Partei bei. Wie es in einer Pressemitteilung heißt, liegen Weiss' politische Ziele in "maximaler Aufklärung und Transparenz von politischen Entscheidungsfindungen, zumindest bei seinen politischen Gegnern".

Kandidat der Linken ist Sven Schröder. Der Industriemechaniker ist Mitglied im Vorstand des Kreisverbands Bayreuth. Einsetzen will er sich für einen höheren Stellenwert des Pflege- und Medizinbereichs sowie die Stärkung des Antifaschismus in der Region.

Für die Freien Wähler tritt Corey Dressendörfer aus Fichtelberg an. Er setzt sich für Veränderungen in der Corona-Politik ein. Weitere Ziele sind ein verpflichtendes kostenfreies Kindergartenjahr und familienfreundlichere Arbeitsbedingungen.

Für die ÖPD tritt der Bayreuther Dominic Hopp an. Er will die ÖDP mit seiner Kandidatur in Bayreuth wieder sichtbar machen. Zu seinen Kernthemen gehört eine bessere Abstimmung von der Landschafts- und der Naturschutzpolitik.

Kandidat der AfD ist der Bundesabgeordnete Tobias Peterka, der aktuell Vizevorsitzender des Unterausschusses Europarecht ist. Er will sich für die Sicherung von Grundrechten engagieren und strebt unter anderem eine Reform des deutschen Strafrechts an.

Bei den Parteien, die noch nicht mit mindestens fünf Abgeordneten im Bundestag vertreten sind, müssen pro Direktkandidat 200 Unterschriften im Wahlkreis gesammelt werden, damit die Kandidatur gültig wird.

Wie wird gewählt?

Wählerinnen und Wähler haben bei der Bundestagswahl zwei Stimmen zu vergeben. Mit der sogenannten Erststimme wird der oder die Wahlkreisabgeordnete im Wege der Direktwahl gewählt. Die Erststimme wird auf der linken Hälfte des Stimmzettels abgegeben.

Auf der rechten Stimmzettelhälfte wird die Zweitstimme vergeben. Damit wählt man die Landesliste einer Partei. Die Anzahl der insgesamt auf die Landesliste entfallenden Stimmen gibt dann den Ausschlag dafür, wie viele Sitze die Liste enthält und welche Bewerber zusätzlich zu den Gewinnern der Direktwahlen in den Bundestag einziehen. Derzeit sitzen über die Landesliste drei Abgeordnete aus dem Wahlkreis Bayreuth im Landtag (je ein Kandidat der FDP und der AfD sowie eine Kandidatin der SPD).

Insofern trotz Corona im Wahllokal gewählt werden kann, darf man nicht vergessen, seine Wahlbenachrichtigungskarte mit zu nehmen und vorzuzeigen, um die Wahlunterlagen zu erhalten. Und auch der Personalausweis schadet nicht: Der Wahlvorstand kann das Vorzeigen des Ausweises verlangen, obligatorisch ist das allerdings nicht. Wo man wählt, erfährt man vorab per Post. Möchte man am Wahltag nicht den Gang zur Urne antreten, kann man sich im Vorfeld alternativ für die Briefwahl entscheiden.

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