Endlich wieder offen

Camping-Platz Waldsee bei Wallesau kann sich vor Anfragen kaum retten

26.5.2021, 18:00 Uhr
Die einladende Geste von Monika Müller scheint zu wirken – Camping Waldsee bei Wallesau kann sich vor Anfragen kaum retten. 
 

Die einladende Geste von Monika Müller scheint zu wirken – Camping Waldsee bei Wallesau kann sich vor Anfragen kaum retten.    © Jürgen Leykamm, NN

Im November mussten die Plätze für Campingfreuden coronabedingt schließen. Just zum Pfingstwochenende durfte wieder geöffnet werden. Dazwischen sahen lediglich die Dauercamper nach dem Rechten. „Anfragen hatten wir aber schon vor dem 21. Mai sehr viele“, so die Betreiberin. „Da haben wir dann die Reservierungen oft drei- bis viermal nach hinten verschoben.“ Als aber der Stichtag zur Wiedereröffnung nach der Lockdown-Pause klar war, habe eine regelrechte Anfragenflut eingesetzt.


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Seither gilt es um die 100 E-Mail-Anfragen täglich zu bearbeiten. Per Telefon werden gar keine mehr angenommen. Denn bei der Verteilung der Stellplätze soll es gerecht zugehen. Was nur heißen kann: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Und die elektronische Post lässt sich eben gut nach Anfragezeitpunkt durcharbeiten. Wenn währenddessen das Telefon klingelt, gerät die Abarbeitung aber in Schieflage.

Natürlich aber blickten die Camper auch auf die Wetterkarte und so gibt es auch die eine oder andere Stornierung. „Aber auf eine solche kommen drei Anfragen“, ist Müller gelassen. Wer einen Stellplatz erwischt, muss zur Anreise ein negatives Corona-Testergebnis mitbringen. Alle 48 Stunden heißt es dann ein neues vorzulegen. Derzeit können sich die Camper dank einer mobilen Teststation des Malteser Hilfsdienstes, der alle zwei Tage vor Ort ist, direkt am Platz testen lassen.

Alternativ dazu verbänden die Gäste das Notwendige gerne mit dem Angenehmen, also die Fahrt zu einer der umliegenden Teststationen mit einer Radtour. „Und es gibt unter den Dauercampern auch einen Sanitäter, der ebenso testet“, ist Müller erfreut.

Auf sie ist sie generell sehr stolz, zeigten sie sich doch durch ihre Bereitschaft zu Testkontrollen sehr solidarisch in Corona-Zeiten. Das gelte auch für die nötige Disziplin beim Baden im See. „Die Einhaltung der Abstandsregeln hat schon im vergangenen Jahr sehr gut funktioniert“, erinnert sich die Betreiberin. „Aber heuer habe ich noch gar keinen im Wasser gesehen.“ Doch auch auf dem Platz selbst gelten strenge Regeln.

Maske muss ein

Nur am eigenen Stellplatz gibt es keine Maskenpflicht. Auf der Anlage ist eine medizinische Maske nötig, beim Nutzen der Gemeinschaftseinrichtungen ist FFP2 Trumpf. Dessen habe man sich noch eigens beim Landratsamt vergewissert. „Leider zählen wir trotz unserer vier Hektar nicht als Parkanlage“, was maskentechnisch vieles einfacher machen würde.


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Die Situation sorgt gerade in den Pfingstferien für Irritationen. Denn in diesen Wochen kommen neben Gästen aus dem Freistaat auch viele aus den anderen Bundesländern hierher, in denen ein anderes Maskenszenario herrscht. Voriges Jahr habe man ab Pfingsten auch am Campingplatz gar keine Maske tragen müssen. Etwas wehmütig denkt Müller an 2020 zurück. Die warme Osterzeit hätte damals viele Besucher an den Waldsee gelockt. Doch es durfte nicht geöffnet werden. Das Defizit hätte man im ebenso milden November auffangen könne. Aber in jenem Monat hieß es die Pforten schon wieder zu schließen.

Die Einbußen versuchen Müller und ihr Team unter anderem dadurch abzufedern, „dass wir viele der Arbeiten, die wir sonst vergeben hätten, nun selbst machen“.


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Viel selbst macht auch die Familie Pfistermeister aus Allersberg, die sich hier des Dauercampings erfreut. Das Ehepaar Patrick und Jasmin hat den Stellplatz vor zwei Jahren übernommen und ist dabei, ihn einzurichten. Die große Tochter feiert in diesen Tagen ihren 18. Geburtstag. Ihre achtjährige Schwester hat die Eltern dazu überredet, während des gesamten langen Pfingstwochenendes am Campingplatz zu bleiben. Wohlwissend, dass man jetzt nicht mehr nur zum Arbeiten, sondern endlich auch wieder zum Freizeitgenuss hierher kommen darf.

Müller selbst gönnt sich in diesen Tagen eine Art Freizeitluxus, den sie normalerweise nicht in Anspruch nimmt. Sie fährt mit ihrer Familie< selbst just zur Pfingstzeit in den Urlaub. Auf den musste sie ein Jahr lang verzichten. Der volle Campingplatz am Waldsee wird derweil von ihrem eingespielten Team betreut.

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