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Marienkäfer an der Hauswand: Darum sieht man sie zurzeit so oft

Man muss die Tierchen nicht töten - im Gegenteil - 25.10.2020 06:17 Uhr

Glücksbringer? Eigentlich schon, denn Marienkäfer fressen massenhaft Blatt- und Schildläuse. Wenn sie bei wechselndem Herbstwetter Schutz an und in den Häusern suchen, gibt es einfache Möglichkeiten, um sie wieder nach draußen zu befördern.

23.10.2020 © Foto: Alois Osiander


Eine regelrechte Marienkäferinvasion spielt sich derzeit in Röttenbachvor allem in den westlichen Randsiedlungen - ab: Die frischen Herbsttemperaturen veranlassen die kleinen Krabbeltiere, einen Unterschlupf für die kalte Jahreszeit zu suchen – und da sind ihnen die vielen Ritzen, Spalten und Rillen der Häuser sehr willkommen. In Scharen fliegen sie Terrassen, Balkone, Keller und offenstehende Fenster und Türen an.

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Die sonst so beliebten "Glückskäfer" mit ihren leuchtend roten Deckflügeln, auf denen man ansonsten gern die sieben Punkte als "Glücksomen" zählt, können dabei zur richtigen Plage werden. Eigentlich verbringen sie kalte Zeiten unter Laub, Steinen, Rinden oder Moos.

Gärten naturnahe anlegen 

Steigen dann die Temperaturen wieder an, krabbeln sie wieder hervor. Schlägt jedoch das Wetter um, müssen sie ganz schnell einen Unterschlupf finden, und da bieten unsere Häuser die nächste Schutzmöglichkeit.


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Der Landesverband für Vogelschutz sagt dazu: "Marienkäfer machen es sich am liebsten in Hohlräumen gemütlich, etwa in Mauerritzen oder Dachsparren. Auch Laubhaufen in Gärten sind beliebt zum Überdauern der unfreundlichen Jahreszeit – oft finden sich hier größere Ansammlungen." Das sei also ein weiterer Grund mehr, sich für naturnahe und nicht perfekt aufgeräumte Gärten stark zu machen.

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Das besondere Problem für die Hausbewohner sind dabei vor allem die sehr vermehrungsfreudigen Marienkäfer aus Asien, die meist größer als ihre heimischen Verwandten sind. Da die Zahl ihrer vielen Punkte und ihre hellere, gelbliche Färbung oft von Insekt zu Insekt verschieden sind, werden sie häufig auch als Harlekinkäfer bezeichnet.

Nicht töten

Zwar kann das massenhafte Auftreten von Marienkäfern sehr lästig werden, doch gefährlich für den Menschen sind sie nicht. Mit ihren übelriechenden, gelblichen Alkaloiden können sie sich lediglich gegen ihre Fressfeinde wie Vögel, Eidechsen, Spitzmäuse, Frösche, Spinnen und Insekten – vor allem Laufkäfer und Raubwanzen – wehren.

Wegen ihrer Nützlichkeit werden die kleinen schmuckfarbenen Krabbler nicht nur von Gärtnern sehr geschätzt, sind doch die schädlichen Blatt- und Schildläuse die Hauptnahrung der Marienkäfer und ihrer Larven. Bei genügend großem Angebot fressen sie davon bis zu 50 Stück pro Tag und mehrere tausend während ihres gesamten Lebens. Die Käfer werden daher mancherorts sogar für die biologische Schädlingsbekämpfung gezüchtet.

Socken helfen 

Auch wenn die Krabbler sehr lästig werden können, sollten sie möglichst nicht getötet werden. Bewährt hat sich, Vanillestangen, Lorbeerblätter oder Lavendel auf den Fensterbänken zu verteilen: Von deren Gerüchen halten sich die Käfer fern. Manchmal verschwinden sie aber einfach von selbst wieder, insbesondere, wenn es noch keinen Frost gibt.

Haben sich schon viele Marienkäfer ins Haus "verirrt", empfehlen Umweltschützer, einfach eine "schlichte Socke" über das Staubsaugerrohr zu ziehen. Auf diese Weise werden sie, ohne dass man sie tötet, leicht gefangen, und man kann sie dann wieder in die Natur freilassen.

ao

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