Großartige Spendenbereitschaft

Schon fast eine Million Euro für Flutopfer in Franken

3.8.2021, 15:42 Uhr

"Land unter" hieß es in großen Teilen der Region vor knapp einem Monat - wie hier in Veitsbronn. © Feuerwehr Veitsbronn

Das ganze Ausmaß der Hochwasserschäden in den Landkreisen Fürth, Neustadt/Aisch-Bad Windsheim und Erlangen-Höchstadt ist immer noch nicht ganz erfasst. Aber die Hilfsbereitschaft ließ auch nicht nach, als in der Zwischenzeit ein noch weit verheerendes Unheil über die Menschen vor allem im Ahrtal und weiteren Regionen im Rheinland hereinbrach.

Den Betroffenen in den fränkischen Hochwassergebieten unter die Arme zu greifen, hat sich auch die Aktion "Freude für alle" des Verlags Nürnberger Presse vorgenommen. Während sie sich sonst auf die Weihnachtszeit konzentriert, startete angesichts des Ausmaßes der Flut - wie schon zu Beginn der Corona-Krise im Frühjahr 2020 - kurzfristig eine Spendenaktion außerhalb der Reihe.

Herzlicher Dank

Mit überwältigendem Erfolg: Seit dem ersten Aufruf sind auf den vier Spendenkonten von "Freude für alle" bei den Sparkassen in Nürnberg, Fürth und Erlangen sowie der Postbank Nürnberg bereits fast 978.000 Euro eingegangen - die Millionengrenze ist also zum Greifen nahe. Verlag und Redaktion danken herzlich - und geben auch den Dank der ersten Empfänger gerne weiter.

Nur zwei durchaus typische Beispiele: Ein Höchstädter, der just Anfang Juli arbeitslos geworden war, büßte nun auch allen Hausrat ein und kann frühestens im September wieder in seine Wohnung zurückkehren. Und im Zenngrund hat es unter anderem ein historisches Mühlengebäude getroffen. Wegen der Lage blieb den Bewohnern der Abschluss einer Elementarversicherung verwehrt.

Bisher konnten knapp 200.000 Euro weitergeleitet werden, zum Teil an betroffene Einzelhaushalte, zum Teil treuhänderisch an Wohlfahrtsverbände wie die Caritas in Erlangen-Höchstadt sowie an hauptsächlich betroffene Kommunen. Dort kann "Freude für alle" nach und nach auch Spendentöpfe kräftig aufstocken, die etwa die Gemeinde Adelsdorf und die Stadt Höchstadt in eigener Regie eingerichtet hatten, um lokale Unterstützung zu erhalten und zu bündeln.

Auch viele lokale Spenden

In Adelsdorf beispielsweise seien bisher rund 37.000 Euro zusammengekommen, berichtet Bürgermeister Karsten Fischkal. Mit den Mitteln aus "Freude für alle" können die Kommunen bei besonderem Bedarf auch großzügigere Hilfen bewilligen. Dass diese möglichst unbürokratisch erfolgen sollen, gehört weiter zu den Vorgaben. Dennoch bleiben schriftliche Anträge mit den üblichen Angaben zur Person sowie einer kurzen Schadensaufstellung oder Übersicht unerlässlich. Briefe und Mails erbittet die Aktion an "Freude für alle", Marienstraße 9-11, 90327 Nürnberg und freude-fuer-alle@pressenetz.de.

Allerdings haben offenkundig sowohl betroffene Haushalte wie zum Teil auch Kommunalverwaltungen - trotz mehrfacher Veröffentlichungen - noch gar nicht wahrgenommen, dass und wie sie Hilfe aus der Aktion "Freude für alle" erhalten können.

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