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Schulfrei und kein Ende: Tipps gegen Langeweile

Für Eltern und Kinder, weil die Ausnahme immer noch die Regel ist - 08.04.2020 18:01 Uhr

Wenn die Schule ausfällt und die ganze Familie auf einen Schlag viel Zeit in den eigenen vier Wänden verbringt, gehen die Unterhaltungsmöglichkeiten recht schnell aus. Wir haben deshalb Teil 2 unserer Tipps gegen Langeweile in der Isolation.

© pexels


Selbst bei den Kindern will sich keine rechte Ferienfreude einstellen, denn es gleicht ohnehin jeder Tag ein wenig dem anderen. Wir Eltern fühlen uns noch ein wenig mehr in der Entertainer-Pflicht, denn nun fehlt auch noch die morgendliche Aufgabenliste aus der Schule. Was tun?


Keine Schule wegen Corona: Mit diesen Tipps hat Langeweile keine Chance


Als erstes sollten wir Erwachsene - und rollen Sie jetzt nicht genervt mit den Augen - die Chance sehen, die auch für uns in der Auszeit steckt: Wir lernen mit jedem Tag (und ja, auch nach jedem Ausflipper) ein wenig mehr, uns aktiv mit den Kindern zu beschäftigen; wir lernen uns und sie intensiver kennen; und wenn wir vernünftig sind und einen gesunden Überlebenstrieb haben, lernen wir außerdem, cooler zu werden und nicht alles so ernst zu sehen wie in Normalozeiten.

Ein paar konkrete Tipps haben wir natürlich auch. Wir beginnen mit folgendem Vorschlag: Wie wäre es mit einem Museumsbesuch. Das geht - und zwar virtuell. Eine Kultur-Tour am Bildschirm bieten zum Beispiel das Deutsche Museum in München an oder das British Museum in London.

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Die Helden der Coronakrise: Dies sind die Gehälter in den systemrelevanten Berufen

In Zeiten von Corona richtet sich der Blick der Öffentlichkeit auf viele Berufsfelder und -zweige, die gerad jetzt als besonders systemrelevant eingestuft werden und die Versorgung mit medizinischer Hilfe oder auch den Zugang zu Lebensmitteln in diesen Zeiten weiterhin garantieren. Oft unter Einsatz der eigenen Gesundheit. Doch wie hoch ist der Mittlere Jahresverdienst die Beschäftigten in Gesundheitswesen, dem Lebensmittelhandel oder auch in der Pharmazie eigentlich?


Sie könnten Ihre Kinder aber auch anregen, bei den "Corona-Auszeit-Projekten" des WDR teilzunehmen. Ob Riesentorte backen, Socken stricken, eine Geschichte schreiben - was sie gestalten, entwerfen, erfinden ist egal. Hauptsache: machen. Und dann ein Foto des Projekts mit passender Beschreibung und Angaben zur Person schicken an: kiraka@wdr.de (nähere Infos gibt es hier).

Vielleicht ist Ihr Kind fürs Tagebuchschreiben noch zu klein, aber wie wäre es denn damit: Sie bestimmen und gestalten eine Tasche oder ein Säckchen, und darin gesammelt wird alles, was Ihrem Kind in dieser Ausnahmezeit als sammelwürdig erscheint (und nicht organisch ist...). Also vielleicht etwas Gebasteltes oder ein Bild, eine kleine Nachricht, ein bemalter Stein. Irgendwann können Sie die Gegenstände dann gemeinsam begutachen und sich erinnern.


Unterricht zuhause: Bilanz nach drei Wochen Ausnahmezustand


Sie müssen Kochen und haben gerade gar keine Hände frei für Ihr Kindergartenkind? YouTube hilft, und zwar zum Beispiel auf dem Kanal "Sing Kinderlieder". Größere Kinder kann man sinnvoll beschäftigen, indem man ihnen etwas zutraut - Experimente machen zum Beispiel: Passende Anleitungen gibt es bei Geolino, im Haus der Forscher oder von Schlauschleim Sam, der ebenfalls auf YouTube einen Kanal hat.

Aktivitätsideen für drinnen oder draußen

Sagt Ihnen Limbo etwas? Dafür brauchen Sie zwei Stühle, Bücher und einen Besenstiel. Die Bücher werden auf beide Stühle gleichhoch gestapelt, der Besen kommt quer darüber. Peppige Musik aufdrehen, und los geht's: Der Tänzer muss in die Knie, den Oberkörper nach hinten lehnen und unter dem Stiel durch, ohne dass dieser runterfällt. Geschafft? Dann kommen zwei Bücher weg. Probieren Sie es selbst mal aus - das ist gar nicht so leicht! Und wer sich richtig in Stimmung versetzen will, zieht sich passend karibisch an, denn dort kommt der Tanz ursprünglich her.

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Wie leergefegt: Touristen-Hotspots werden zu Geisterstätten

Wo sich vor Kurzem noch Menschenmassen drängelten, herrscht jetzt gähnende Leere. Wegen der Corona-Krise muss der Tourismus für eine unabsehbare Zeit eine Pause einlegen. Weil viele Länder Einreisebeschränkungen verhängt haben, werden Orte, die sonst von Overtourism geprägt sind, kaum mehr besucht. So hat die Corona-Krise Touristen-Attraktionen verändert.


Wie wäre es mit einem kleinen Hindernisparcours im Wohnzimmer? Zum Beispiel mit einem aufgespannten Seil, einem Slalom aus Flaschen, einer Treppe aus Büchern - und das Ganze muss mit Löffel auf der Nasenspitze oder, noch kniffliger, einem Luftballon zwischen der Stirn von zwei Geschwisterkindern geklemmt bewältigt werden.

Ein hübsches kleines Aktivspiel für Schlecht-Wetter-Tage ist das Piratenspiel: Zwei Kissen auf dem Boden bilden das Segelboot, voran kommt man nur, wenn ein Kissen vor das andere gelegt wird. Und ja nicht runterfallen - im Meer lauert schon das böse Ungeheuer! Noch schwieriger wird es, wenn zwei Geschwisterkinder gemeinsam die Balance halten müssen. Wer weiß, vielleicht ist irgendwo ein Schatz versteckt?


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Auch mit Karten oder Würfeln lässt sich eine lustige Sporteinheit gestalten: Jede Kartenfarbe oder auf dem Würfel jede Punktzahl steht für eine bestimmte Turnübung. Die können die Kinder vorher bestimmen. Der Reihe nach ziehen oder würfeln - und schon kann es losgehen!

Was den Zustand des Kinderzimmers anbelangt: cool bleiben und über das Chaos hinwegsehen. Wenn der Dschungel gar zu undurchdringlich wird (und Sie wirklich mal eine Weile Ruhe brauchen), legen Sie Ihren Kindern Decken, Lacken, Wäscheklammern, Tücher, Seile vor die Tür und sagen: "Höhlen können nur gebaut werden, wenn fiese Stolperfallen und piksende Legosteine vollständig vom Boden entfernt sind!"

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In Zeiten von Corona: Ein Blick in die Isolierstation im Klinikum Nord

Zutritt nur mit Schutzkleidung: Normalerweise liegen auf der Isolierstation 16 II in Nürnberger Klinikum Nord Patienten mit Tuberkulose oder schwerer Influenza. In den vergangenen Wochen kamen Verdachtsfälle auf Corona-Virus dazu. Alle Mitarbeiter der Isolierstation — ein Oberarzt, drei Assistenzärzte und 25 Schwestern und Pfleger — müssen sich penibel an die hygienischen Vorschriften halten. Ein Einblick.


Jetzt wird's Zeit für ein wenig Frischluft. Langsam haben Ihre Kinder keine Lust mehr aufs Radeln, Inlinern oder Roller fahren? Vielleicht hilft ein Spaziergang mit verbundenen Augen? Oder das Kind nimmt ein Blatt Papier mit, auf dem beidseitiges Klebeband befestigt ist; darauf kann es alle möglichen Naturalien sammeln und befestigen - und hat gleichzeitig ein hübsches Klebebild für seine Zimmerwand kreiert.

Eine schöne Aktion ist auch das: Ihr Kind malt einen Regenbogen, und das Bild wird nach außen sichtbar ans Fenster geklebt. Wenn Sie einen Spaziergang machen, kann Ihr Kind mal schauen, ob es noch andere Regenbogen-Bilder an den Fenstern findet, und die Gemälde zählen. Mama oder Papa dürfen übrigens das Werk ihres Nachwuchses auf Instagram unter #regenbogengegencorona teilen.



Gerade jetzt liefert uns die Natur ein zwitscherndes Konzert frei Haus - wenn wir genau hinhören. Laaangweilig!, ruft Ihr Kind? Dann statten Sie es mit Smartphone und einer Vogelstimmen-App aus - und schon erwacht der kleine Entdecker und die Lust am Laufen (und Lernen, aber das müssen Sie ihm ja nicht sagen...)

Zu hören gibt es in digitalen Zeiten und gerade jetzt natürlich eine Vielzahl. An dieser Stelle diese beiden Empfehlungen: Der tägliche Geolino-Podcast bei Anbietern wie Audio Now, Spotify, Apple und anderen. Und für euch Eltern auf nordbayern.de unseren Erwachsenen-Podcast "Unter Quarantäne", zum Beispiel mit Matthias Egersdörfer.

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Schutz, Fälle, Ursprung: Was Sie über das Coronavirus wissen müssen

Die Zahl der Infizierten steigt von Tag zu Tag rasant: Das neuartige Coronavirus greift in China um sich, auch aus immer mehr anderen Ländern werden bereits Infektionen gemeldet. Droht der Welt eine neue Pandemie? Wie wird das Virus übertragen und wie kann man sich schützen? Wir klären auf.


Picknicken ist nicht erlaubt? Wer sagt denn sowas! Es kommt doch nur darauf an, wo. Warum nicht mal Picknicken im eigenen Garten, auf dem Balkon oder dem Wohnzimmerboden? Wer Glück und einen Garten hat, kann die Feuerschale abends aktivieren - mit Würstchen oder Marshmallows am selbst zurechtgeschnitzten Spieß (und einem kleinen Feierabendbierchen für Mama und Papa) ist das ein chilliger Tagesausklang. Und wenn wir stinken wie frisch aus einer Räucherkammer entstiegen - wen stört's?

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