Es kann losgehen: Impfzentren in Schwabach und Roth sind startklar

15.12.2020, 19:00 Uhr
Verblüffende Metamorphose. Aus dem DJK-Sportheim wurde und wird das Schwabacher Impfzentrum. Bis zu 250 Schwabacherinnen und Schwabacher können hier pro Tag geimpft werden. Voraussetzung: ausreichend Impfstoff.

Verblüffende Metamorphose. Aus dem DJK-Sportheim wurde und wird das Schwabacher Impfzentrum. Bis zu 250 Schwabacherinnen und Schwabacher können hier pro Tag geimpft werden. Voraussetzung: ausreichend Impfstoff.

Ortstermin Schwabach, Dienstagnachmittag, DJK-Sportheim, Huttersbühlstraße. Draußen hängen seit zwei Tagen Schilder. "Impfzentrum Schwabach" ist darauf zu lesen. Corinna Bauer vom städtischen Rechtsamt und die für die Organisation zuständige städtische Pandemiebeauftragte Christiane Kostka bitten zur Tür herein.


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Rechtskurve, vorbei am Desinfektionsspender, ein paar Treppen runter, Richtungswechsel, ein paar Treppen rauf. Erster großer Raum. Anmeldung. Oberbürgermeister Peter Reiß zückt gleich das Handy und macht ein Foto. Hier also müssen sich Impfwillige registrieren.

"Dauert fünf Minuten", schätzt Dr. Volker Rösch, einer der inzwischen knapp 50 niedergelassenen Ärzte, die das Impfzentrum gemeinsam mit dem BRK und den Johannitern betreiben werden. Dann geht es weiter, links abbiegen, rein in den Flur, rechts abbiegen in eines der beiden Ärztezimmer. Hier steht das verpflichtende Impfgespräch an. Und im nächsten Raum dann wird die Spritze gesetzt. "Zehn Minuten Gespräch, dann die Spritze. Anschließend noch ein bisschen Ausruhen, nach spätestens 45 Minuten ist man durch", glaubt Rösch.

Die Frage ist, wann es los geht mit Deutschlands größter Impfkampagne seiner Geschichte. Erst hieß es, die Zulassung kommt am 29. Dezember. Gestern waberten zwei neue Zahlen durch den Raum 23. Dezember, 21. Dezember. Es ist nicht mehr viel Zeit für Organisatorisches. Und es sind noch viele Details offen.


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Aber die wichtigste Frage ist beantwortet. "Wenn der Impfstoff kommt, dann können wir loslegen", sagt der OB und dankt seinen Mitarbeitern.

Die haben das Innere des Sportheimes mit Trennwänden und Türen und Fenstern und Markierungen und Spuckschutzwänden und Schildern binnen weniger Wochen so umgebaut, dass es nach allem aussieht, nur nicht mehr nach dem DJK-Sportheim. "Wirklich erstaunlich", räumt der Oberbürgermeister ein.

Trotzdem ist noch viel zu tun: Wer wird als erstes geimpft? Wie werden die Menschen informiert, dass sie jetzt dran sind? Wie schafft man es, dass auch Gehbehinderte, für die die Treppen im DJK-Heim unüberwindliche Hürden sind, geimpft werden können? Sicher ist nur: Es gibt bei der DJK zwei Impfstraßen, besetzt mit jeweils fünf Leuten.

Darüber hinaus ist ein mobiles Team in den Heimen (und möglicherweise bei Gehbehinderten, die zu Hause wohnen) unterwegs. Auf Ärzte und auf die Helfer kommen stressige Wochen, vielleicht Monate zu. Kampf gegen das Virus im Akkord. Dr. Volker Rösch stört das nicht: "Das", sagt er, "ist unser Beruf".

Landkreis Roth: Vitolus macht’s

Ähnlich weit wie in Schwabach ist man inzwischen auch im Landkreis Roth:. "Sobald der Impfstoff da ist, können wir loslegen", verspricht Abteilungsleiter Jörg Pfaffenritter vom Landratsamt. Wie berichtet, wird das Impfzentrum im früheren Aldi-Auslieferungslager im Rother Industriegebiet eingerichtet, allerdings nicht in den großen Hallen, sondern im geräumigen Verwaltungszentrum.


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Klar ist inzwischen auch, wer dieses Impfzentrum betreibt: Es ist die Münchener Firma Vitolus, die auch beim Roth-Schwabacher Testzentrum an der "Steinernen Eiche" in Roth Verantwortung trägt. "Wir haben mit der Firma beim Testzentrum sehr gute Erfahrungen gemacht", sagt Pfaffenritter.

Nach erfolgter Ausschreibung und Vergabe ist inzwischen ein Vertrag mit dem externen Dienstleister geschlossen, am Dienstagnachmittag gab es einen "Probelauf". Das heißt: Es wurden die Abläufe eingeübt, die Laufstrecken im Gebäude geprüft (Einbahn-Regelung!) und vor allem die EDV getestet.

Anders als in Schwabach wird Vitolus das komplette Personal für das Impfzentrum mitbringen. Verabreicht werden die ersten Dosen allerdings mutmaßlich nicht in diesem Impfzentrum, sondern von mobilen Teams in Alten- und Pflegeheimen. Im Landratsamt ist man derzeit dabei, den genauen Bedarf in den Heimen (Bewohner, Pflegekräfte, sonstiges Personal) abzufragen. "Daraus entwickeln wir dann einen Einsatzfahrplan", so Pfaffenritter. Start? "Sobald der Impfstoff da ist."

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