Schwere Zeiten für den Club-Torjäger

Schäffler: "Dann habe ich als Stürmer wenig Argumente"

14.10.2021, 15:43 Uhr
„Zwei Minuten später waren wir einer weniger“: Manuel Schäffler (re.) bei seinem Kurzeinsatz gegen Hannover.

„Zwei Minuten später waren wir einer weniger“: Manuel Schäffler (re.) bei seinem Kurzeinsatz gegen Hannover. © Sportfoto Zink / Daniel Marr, Sportfoto Zink / Daniel Marr

Nicht ganz 0:7, aber fast. Und das sogar in einem extrem wichtigen Punktspiel, einer Art Finale. Manuel Schäffler wusste schon vor dem vergangenen Freitag, wie sich so eine Demütigung anfühlt. Und was sie auslösen kann.

Ihm ist das vor gut 16 Monaten schon mal passiert. Am drittletzten Spieltag der Zweitliga-Saison 2019/20. 0:6, zuhause. Gegen den 1. FC Nürnberg. Sein SV Wehen Wiesbaden stieg zwei Wochen später ab, der Club vier Wochen später beinahe auch. Weil ihnen am vorletzten Spieltag ein 0:6 gegen den VfB Stuttgart unterlaufen war.

Damals ging es um die künftige Klassenzugehörigkeit, gut 16 Monate später, nach dem denkwürdigen 0:7 gegen den FC Ingolstadt, müssen sie im Sportpark Valznerweiher lediglich über die richtigen Schlüsse diskutieren. Um am Sonntag in Dresden (Anstoß 13.30 Uhr) wieder anders auszusehen.

Köpke wieder im Training

Wer es ob der jüngsten Irritationen nach den 90 indiskutablen Minuten vergessen haben sollte: Der Club ist im richtigen Fußball auch am neunten Spieltag noch ungeschlagen und hat seit Mitte März nur einmal verloren. Es kann also sein, dass die Mannschaft in den vergangenen Wochen und Monaten viel mehr richtig als falsch gemacht hat.

Genau deswegen sitzt Manuel Schäffler beim Anpfiff gerade regelmäßig draußen und muss erst mal zuschauen. Für den Nürnberger Topscorer 2020/21 (zehn Tore, vier Torvorlagen) natürlich eine höchst unbefriedigende Situation. Aber eine, die er zumindest aus Sicht seines Vorgesetzten nachvollziehen kann. „Grundsätzlich“, sagt Schäffler, „hat der Trainer gerade wenig Gründe, irgendetwas zu verändern.“

Am Sonntag in Dresden gibt es mindestens einen mehr; Nikola Dovedan, zuletzt ganz vorn neben Erik Shuranov gesetzt, ist nach seiner Gelb-Roten Karte gegen Hannover gesperrt. Ersetzen könnte ihn Dennis Borkowski, der mit muskulären Problemen aber ebenfalls auszufallen droht. Für Pascal Köpke, der am Donnerstag erstmals wieder teilintegrativ mit den Kollegen übte, kommt die Dienstreise ein paar Wochen zu früh. Bleibe eigentlich nur noch eine Systemumstellung – oder eben doch Manuel Schäffler.

Abhaken, weitermachen

Für ihn persönlich lief es seit Ende Juli eher so naja. „Wenig Einsatzzeiten, viele Punkte, wenig Argumente in eigener Sache“, sagt Schäffler, der sich eigentlich am Freitag gegen Ingolstadt empfehlen wollte. Spätestens nach dem Platzverweis gegen Fabian Nürnberger kurz vor der Pause hatte sich das aber erledigt. Gegen Hannover musste er ebenfalls mehr nach hinten als nach vorn rennen. „Mein Ziel war es, das Spiel nach meiner Einwechslung entscheiden zu können“, so Schäffler, „zwei Minuten später waren wir einer weniger.“

Trotzdem wird er sich nicht unterkriegen lassen von den ganzen Widrigkeiten in letzter Zeit. Abhaken, weitermachen. Wie nach dem 0:7. „Wir wissen alle, dass wir so nicht noch einmal auftreten dürfen, dass wir extrem schlecht gespielt haben“, sagt Schäffler, vielleicht hat so eine Packung ja auch was Gutes: „Wir müssen uns darauf konzentrieren, was wir vorher gut gemacht haben.“

Dass die Art und Weise gegen Ingolstadt überhaupt nicht ging, wissen sie selbst und hat ihnen der Trainer auch noch in der gebotenen Ausführlichkeit versucht zu erklären. Und sie scheinen verstanden zu haben. „Uns geht’s darum, wie wir verloren haben, wie wir aufgetreten sind, das haben wir aufgearbeitet.“ Jeder für sich und alle zusammen.

Am Sonntag in Dresden können sie zeigen, dass es nur ein letztlich bedeutungsloser Ausrutscher war. „In dieser Liga ist jede Aufgabe lösbar, ist alles eng beisammen“, behauptet Schäffler. Also heißt es, die berühmten Basics abzurufen, dann „haben wir über unsere individuelle Qualität eine große Chance, Spiele zu gewinnen. Auch am Sonntag.“

Wenn es, wie Schäffler aus jahrelanger Erfahrung weiß, „wild, aggressiv, intensiv“ zugehen wird. So wie es der kräftige Stürmer am liebsten mag.


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