Ein 18-Jähriger in der Kreisliga Nürnberg

Jungspund beim ASV Fürth: "Er hat das Zeug zum Häuptling"

2.12.2021, 11:46 Uhr
Hier behauptet sich Salvatore Donato (blau) vom ASV Fürth gegen Enes Saleem von Vatanspor Nürnberg.

Hier behauptet sich Salvatore Donato (blau) vom ASV Fürth gegen Enes Saleem von Vatanspor Nürnberg. © Sportfoto Zink / Daniel Marr, NN

Den Sprung vom Junioren- in den Seniorenbereich bezeichnet Linksverteidiger Salvatore Donato als Herausforderung: "Es geht wesentlich temporeicher und körperbetonter zu. Außerdem war es anfangs ungewohnt, als früherer Kapitän der A-Jugend in ein Team zu kommen, in dem ich erst einmal naturgemäß wenig zu sagen hatte."


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Dementsprechend aufgeregt sei er am Anfang gewesen, was sich aber durch die tolle Aufnahme und Unterstützung seiner Mitspieler und von Trainer Reinhold Fischer schnell gelegt habe. "Ich bin Perfektionist. Ich will immer spielen und ich spiele, um zu gewinnen. Vor allem wenn ich weiß, dass ich etwas besser kann, dann kann es durchaus auch mal vorkommen, dass mir, aus Unzufriedenheit mit mir selbst, die Tränen kommen."

Sein Trainer lobt den Teenager in den höchsten Tönen: "Salvatore ist ein Spieler, wie man ihn sich als Übungsleiter nur wünschen kann. Er ist extrem trainingsfleißig und dankbar für Anregungen." Dennoch kommt Donato aktuell noch nicht auf so viel Einsatzzeit wie er sie sich wünscht.

"Auf seiner Position haben wir einige Akteure, die momentan aufgrund ihrer Erfahrung noch das Quäntchen mehr in die Waagschale werfen", sagt Fischer. Für ihn ist es eine Gratwanderung, einen jungen Spieler, der den ASV in der Zukunft prägen kann, derzeit ab und an für den Mannschaftserfolg "übergehen" zu müssen. Damit riskiert er gleichzeitig, dass das Talent dem Verein den Rücken kehrt.

"Ich muss noch einiges lernen"

Denn Donato selbst ist sich seines Könnens durchaus bewusst, wenn er sagt: "Ich weiß, dass mir auch für die Zukunft der Weg zu einem höherklassigen Verein offen steht, wenn ich verletzungsfrei bleibe und zu 100 Prozent fit bin. Aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Ich muss noch einiges lernen und stehe so lange mit vollem Einsatz zum ASV."

Sein Trainer legt ihm ans Herz, ab und zu etwas ruhiger und besonnener ans Werk zu gehen und auch mehr Übersicht und vorausschauendes Denken an den Tag zu legen, um Spielzüge des Gegners zu antizipieren. Fischer imponiert an seinem Jungspund auch dessen Bodenständigkeit und Ehrgeiz. "Perspektivisch sehe ich Salvatore eher in einem denn in zwei Jahren als Stammspieler. Er hat das Zeug, zu einem Häuptling beim ASV zu werden."

Für den Sohn eines sizilianischen Vaters und einer fränkischen Mutter ist einer wie David Raum ein sportliches Vorbild; er hat es aus der Jugend der SpVgg Greuther Fürth bis in die Nationalmannschaft geschafft. "Falls ich einmal in die Verlegenheit kommen sollte zu wählen, würde ich die Squadra Azzura wählen", verrät Donato. "Mein Vater hat mich auf meinem Weg immer unterstützt und es würde ihn sicher sehr stolz machen, mich im italienischen Nationaltrikot spielen zu sehen."


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Aktuell unterstützt er seine Eltern tatkräftig als Mitarbeiter in der familiengeführten Osteria da Franco in Nürnberg-Muggenhof. Sein Lieblingsverein ist aber nicht der Club, sondern die SpVgg. Für die restliche Saison peilt er mit dem ASV einen Platz im Mittelfeld an. "Ich sehe uns da auf einem guten Weg. Vor allem am Anfang haben wir viele Punkte liegen lassen, aber dann haben wir uns gut von unten weggearbeitet."

Trainer Reinhold Fischer trauert "zehn Punkten" hinterher, die das Team wegen Undiszipliniertheiten und Leichtsinnsfehlern liegen ließ. Um den Kader breiter zu machen, hofft er nun auf Neuzugänge.

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