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Bestwerte! Hinrundenbilanz macht den HCE stolz

Erlangen überzeugt auch dank der neuen Handschrift von Michael Haaß - 02.03.2021 10:40 Uhr

Freude nach dem gelungenen Hinrundenabschluss: Christopher Bissel und Antonio Metzner feiern den Sieg gegen Nordhorn.

28.02.2021 © Sportfoto Zink / Oliver Gold, Sportfoto Zink / OGo


Die Erleichterung nach dem 35:29-Sieg gegen die HSG Nordhorn-Lingen war am Sonntagabend so ziemlich allen Mitarbeitern des HC Erlangen anzumerken. Egal, ob Trainer oder Spieler, Geschäftsführer oder Pressesprecherin, Betreuer oder Aufbauhelfer. Diejenigen, die ohnehin ständig ein Stäbchen in die Nase gesteckt bekommen und viele Stunden gemeinsam im Bus oder in der Kabine verbringen, herzten sich. Alle anderen ließen die Ellenbogen aneinander prallen oder klatschten aus der Ferne ab. Freude in Zeiten einer Pandemie.

Mit einer Niederlage gegen den Abstiegskandidaten aus Nordhorn hätte sich der HCE nach dem Abschluss der Hinrunde selbst zumindest zum erweiterten Kreis der Abstiegskandidaten zählen müssen und wäre die sehr ordentliche Bilanz doch deutlich eingetrübt gewesen. So kann die Mannschaft von Michael Haaß nun einigermaßen entspannt die Rückrunde angehen, die bereits am Donnerstag um 19 Uhr mit dem Auswärtsspiel in Melsungen beginnt.

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35:29 gegen Nordhorn-Lingen! HCE behält kühlen Kopf

In einem harten Spiel mit vielen Fouls, Rudelbildungen und einer Roten Karte gelingt es dem HC Erlangen schließlich noch rechtzeitig, sich auf seine eigenen Stärken zu besinnen und das Spiel in die Hand zu nehmen. Mit 35: 29 setzen sich die Erlanger Handballer gegen den Abstiegskandidaten Nordhorn-Lingen durch und feiern damit einen guten Abschluss der Hinrunde. Die Partie in Bildern!


Und weiter an den im Sommer gesteckten Zielen arbeiten. Ein einstelliger Tabellenplatz soll es am Ende sein, am liebsten natürlich das bisher beste Ergebnis in der Vereinsgeschichte. Zweimal hat der HCE die Saison in der stärksten Handball-Liga der Welt schon als Neunter abgeschlossen, nach der Hälfte ist es diesmal Platz 11, punktgleich mit dem Zehnten Hannover-Burgdorf. Und mit allen Chancen, sich weiter nach oben zu arbeiten und sich den Rängen anzunähern, die zur Teilnahme am Europapokal berechtigen. Wobei die Tabelle ein wenig verzerrt ist, bei anderen Klubs stehen noch einige Nachholspiele an.

Stolze Bilanz: 18:20 Punkte

Vom Punkteschnitt her ist es die bislang beste Bundesliga-Hinrunde in der noch jungen Bundesliga-Geschichte des Klubs. Mit 18:20 Zählern ist die Bilanz beinahe ausgeglichen, erstmals könnte sie in der Abschlusstabelle sogar positiv sein - wenn der HCE in der zweiten Saisonhälfte an die besseren Auftritte in der Hinserie anknüpft und vom Verletzungspech verschont bleibt.

Vor der Partie gegen Nordhorn erinnerte Geschäftsführer René Selke ja auch daran noch einmal; an die "dezimierte Truppe im Dezember", wo ihnen mit Kapitän Nikolai Link, Steffen Fäth, Nico Büdel, Simon Jeppsson und Johannes Sellin ja gleich mehrere Säulen weggebrochen waren.

Baustelle Rückraum Mitte

Inzwischen sind bis auf den jungen Linksaußen Maximilian Jaeger alle wieder fit - und angriffslustig. Die Zahlen legen nahe, dass die Erlanger im Vergleich zu früheren Spielzeiten schneller spielen, vor allem mehr Tempogegenstöße laufen, früher den Abschluss suchen und darüber insgesamt auch produktiver sind. "Hassans Handschrift" sei bereits deutlich zu erkennen, sagt Sellin, wobei sie beim HCE nicht ignorieren, dass sie auch unter dem Cheftrainer Michael Haaß, genannt Hassan, noch ein paar Baustellen haben.

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Die größte befindet sich auf Rückraum Mitte. Wenn es hektisch wurde, wenn große Vorsprünge zusammenschmolzen wie zuletzt gegen Wetzlar, fehlte es oft an der ordnenden Hand, an einem Spielmacher, der mit Ruhe und Übersicht den Spielen wieder eine andere Wendung geben konnte.

Noch ein Neuzugang?

Zwar gab Büdel gegen Nordhorn wieder einen sehr soliden Aufbauspieler - und leistete auch in der Verteidigung Schwerstarbeit, trotzdem klaffte hier im Laufe der Hinrunde immer wieder eine Lücke. Seine starke Form aus dem Frühling 2019, als er sogar einmal für die Nationalmannschaft auflief, hat er in dieser Saison noch nicht erreicht. Auch weil ihn mehrere Verletzungen zurückwarfen. Fäth, 2016 sogar Spielmacher der deutschen Europameister-Mannschaft, kämpft mit dem gleichen Problem, zudem ist er nicht als Lautsprecher bekannt und fühlt sich offensichtlich auf Halblinks wohler. Benedikt Kellner trauen sie viel zu beim HCE, noch ist der 22 Jahre junge Mittelmann aber zu fehleranfällig, um dem Verein auf seinem ambitionierten Weg nach oben weiterzuhelfen.

Mehrfach haben die Verantwortlichen betont, dass die Mannschaft zur kommenden Saison nicht allzu groß verändert werden soll. Zwei Ab- und zwei Zugänge hat der HCE bislang vermeldet, nach Informationen der Nürnberger Nachrichten soll demnächst noch ein weiterer Neuzugang vorgestellt werden. Seine Position: Rückraum Mitte.

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