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Brose-Boss Stoschek: "Der Grund, von vorne zu beginnen"

Der Aufsichtsratschef zieht nach dem Playoffs-Aus vor Vechta den Hut - 29.05.2019 16:03 Uhr

Der Aufsichtsratschef zieht nach dem Playoffs-Aus kritisch und deutlich Bilanz. Hier ist er im Jahr 2018 mit Spieler Nikolaos Zisis zu sehen. © Sportfoto Zink / HMI


Die Saison von Brose Bamberg ist früher beendet als erwartet, Herr Stoschek, wie haben Sie das letzte Spiel der Saison erlebt?

Stoschek: Ich habe wirklich einen Riesen-Respekt vor den Spielern aus Vechta. Was sie in dieser Saison gezeigt haben, ist klasse, und was sie in den Playoffs noch einmal nachlegen, ist unglaublich. Ich kann wirklich nur sagen, diese Mischung aus jungen, ehrgeizigen Spielern und dieser Leidenschaft und diesem Teamplay, ist für uns eigentlich der Maßstab. Das ist das, was wir haben möchten. Aber davon sind wir noch ein Stück weit entfernt. Aber zunächst mal ziehen wir alle Hüte, was Vechta durchgehend geleistet hat, fantastisch.

Ein Stück weit entfernt, sagen Sie. Ist es ein Stück, das man im Sommer aufholen kann? Wie groß wird der Umbruch ausfallen?

Stoschek: Er wird sicherlich groß werden müssen. Wir hatten ja schon vor längerem angekündigt, dass wir einen Neuanfang wollen. Das jetzt war keiner, weil wir längerfristige Verträge mit einzelnen Spielern hatten. Und dass kein Team zusammengewachsen ist, das hat, glaube ich, jeder gesehen. Deshalb freue ich mich, wenn wir nun mit jungen Spielern eine homogene Mannschaft zusammenbekommen und nicht einzelne Stars, von denen alles abhängt, wie jetzt bei Tyrece Rice. Das funktioniert nicht. Wir brauchen ein gleichmäßiges Mannschaftsniveau, wo jeder für jeden kämpft. Das hat uns Vechta wunderbar vorexerziert; mit einem Riesen-Tempo und wahnsinniger Leidenschaft. Das fehlt uns und das müssen wir wieder hinbekommen.

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Sie sehen die Fehler in der Personalpolitik, nicht bei den beiden Trainern, die sich in dieser Saison an der Mannschaft versucht haben?

Stoschek: Dass da einiges schief ging auf personeller Seite, wissen wir. Erst hatten wir die finanziellen Probleme, nun auch die sportlichen, jetzt haben wir wirklich einen Grund, von vorne zu beginnen. Andererseits: Bamberg ist ein Basketballklub mit einer unglaublichen Vergangenheit, mit tollen Fans und Sponsoren, die weiter an uns glauben. Wir sind voll entschlossen, das wieder hinzubekommen, in der Spitze zu spielen. Mit einem spannenden, attraktiven Basketball. Aber wir brauchen eben Teamplay und nicht Einzelakteure.


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Die Mehrheit der Spieler hat für die kommende Saison noch Vertrag, das muss – wenn man Sie richtig versteht – in der aktuellen Situation aber nicht viel heißen?

Stoschek: Richtig.

Sie haben die große Tradition erwähnt. Macht es die nicht auch schwierig, so einen Einschnitt zu vermitteln?

Stoschek: Nein, denn ich ziehe auch den Hut vor unseren Fans. Unsere Zuschauer haben das Team bis zum Schluss unterstützt, da hätte man ja auch andere Reaktionen erwarten können. Das war wirklich toll und das ist eine gute Voraussetzung für einen Neuanfang, weshalb ich sehr zuversichtlich bin. Jetzt kann es nur besser werden. 

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