Eishockeykrise in Nürnberg

Kein schöner Advent: Ice Tigers verteilen zu viele Geschenke

Sebastian Böhm
Sebastian Böhm

Sportredaktion

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15.12.2022, 15:00 Uhr
In der Weihnachtsbäckerei: Dane Fox und Sohn im Plätzchenparadies. 

© Sportfoto Zink / Thomas Hahn, Sportfoto Zink / ThHa In der Weihnachtsbäckerei: Dane Fox und Sohn im Plätzchenparadies. 

Es sind sonderbare Arbeitstage für die Ice Tigers. Zwischen dem 1:4 gegen München und dem 1:3 in Augsburg trainierten sie mit begeisterten Kindern, die beim Kids Hockey Day in der Arena ihre ersten Versuche als Eishockeyspieler unternahmen. Vor dem 1:5 in Ingolstadt schenkten Marcus Weber und Patrick Reimer auf dem Christklindlesmarkt Glühwein aus. Und zwischen dem 1:4 gegen Wolfsburg und dem 1:4 in Mannheim zogen sie mit ihren Kindern zum Plätzchenbacken in die Backstube eines Sponsors zurück.

Jedes Mal entstanden Fotos glücklicher Menschen, die ihm starken Kontrast zu den Eindrücken auf dem Eis standen. Gerade die Niederlage am Mittwochabend in Mannheim zeigte: Die Ice Tigers bauen eine Niederlagenserie zu einer Krise aus, die den Ausgang einer ganzen Saison prägen könnte. Der Auftritt beim einst ewigen Rivalen darf durchaus als eindeutige Reaktion auf Tom Rowes schonungslose Worte nach der Heimniederlage am Sonntag verstanden werden. Und dennoch hatten die Ice Tigers keine echte Chance bei einer Mannschaft, die Nürnbergs Schwächen gnadenlos ausnutzte.

"Das war zu wenig"

Die Adler Mannheim trafen zweimal im Power-Play, verwalteten die Nürnberger Überzahlversuche souverän und profitierten von ihrem Torhüter Felix Brückmann, der sich von den vielen Schüssen der Ice Tigers nicht beeindrucken ließ. Daniel Schmölz, Gregor MacLeod, Dennis Lobach und Tyler Sheehy vergaben Großchancen, Rick Schofield sogar einen Penalty. Die Ice Tigers entwickelten dabei aber selten die Wucht, die es braucht, um einen DEL-Riesen wie Mannheim zum Wanken zu bringen.

„Das war zu wenig“, stellte dann auch Marcus Weber nach dem Spiel fest. Die Ice Tigers liefen viel, brachen aber zu viele ihre verheißungsvollen Angriffe ab. „Wir müssen uns weiter steigern“, sagte der Verteidiger noch. Nächste Chance am Freitag (19.30 Uhr/MagentaSport) in Straubing. Fotos glücklicher Menschen werden davor keine entstehen.

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