3:2 in Berlin (n.P.)

Reimer trifft, Hungerecker glänzt: Ice Tigers gewinnen beim Meister

Sebastian Böhm
Sebastian Böhm

Sportredaktion

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25.11.2022, 21:19 Uhr
Gegensätze in Berlin: Ice Tigers jubeln, Torhüter Juso Markkanen versucht, das 1:1 zu vergessen. 

© IMAGO/Andreas Gora Gegensätze in Berlin: Ice Tigers jubeln, Torhüter Juso Markkanen versucht, das 1:1 zu vergessen. 

"Alle wollen aus dem Keller raus." So stand es in der Morgenpost. Und dass die Gelegenheit an diesem Wochenende günstig sei für die Eisbären Berlin. Das verrät ein bisschen was über den Zustand des Meisters und ganz viel darüber, wie die Ice Tigers in der Deutschen Eishockey Liga mittlerweile wieder wahrgenommen werden: als Mannschaft, die Teams wie die Eisbären eigentlich schlagen müssen.

Es kam anders, wie in dieser Saison schon zweimal, als sich Berlin und Nürnberg gegenüber standen. Mit einem 2:4 bei den Ice Tigers hatte die Krise der Eisbären begonnen, in Berlin führte die Mannschaft von Tom Rowe nach 58 Minuten mit 2:0 und verlor noch in Verlängerung. Und auch in der dritten Begegnung stellten die gerne unterschätzten Nürnberger das bessere Team. Nach einer Leistungssteigerung gegenüber dem Vorwochenende reichte es beim 3:2 (2:1, 0:1, 0:0, 0:0, 1:0) zu zwei Punkten

Ruhig, bedacht und präzise

Die Eisbären begannen tatsächlich hungrig. Nach einer frühen Strafe gegen Patrick Reimer erspielten sie sich im Power-Play mühelos beste Chancen. Die fünfte nutzte Kevin Clark, dass er dabei völlig alleine vor Leon Hungerecker freigespielt wurde, dürfte ihn selbst am meisten überrascht haben (4.). Wirklich schnell wollten sie dann allerdings doch nicht aus dem Keller: Gegen Ende des ersten ruhig und überlegt angelegten Konters überließ Reimer dem Verteidiger Blake Parlett die Scheibe (9.). Der Ex-Berliner brachte sich dann erst in eine bessere Position, sein Schuss war denkbar präzise. Wenig später machte es ihm Hayden Shaw nach, der den Verkehr vor Berlins Torhüter nutzte (10.).

Die Verteidiger zeigten sich treffsicher, die Angreifer vergaben danach beste Chancen. Nürnberg aber führte verdient, bis passierte, was nicht passieren darf. Dane Fox ließ sich von Jonas Müller zu einer Dummheit provozieren. Und wieder war das Nürnberger Unterzahlspiel nicht stabil genug: Marcus Weber verlor den Schläger, Berlin hatte Platz für den Querpass, den Marcel Noebels mit dem Ausgleich veredelte (36.). Das eigene Power-Play ist nicht gut, des Gegners Power-Play aber bleibt das größte Problem der Ice Tigers.

Am Sonntag kommt der Letzte

Es wurde härter auf dem Eis, es passierte aber wenig - auch weil Hungerecker bei seinem ehemaligen Arbeitgeber eine souveräne Vorstellung zeigte. In der Verlängerung reagierte der Torhüter noch zweimal stark. Im Penalty-Schießen trafen Tyler Sheehy und Reimer, Hungerecker parierte den letzten Versuch von Noebels.

Die Eisbären bleiben 13. und damit im Keller, Nürnberg rückt als 11. den Playoff-Rängen wieder näher. Am Sonntag, wenn sich um 19 Uhr mit den Bietigheim Steelers der Tabellenletzte in der Arena vorstellt, könnte die Gelegenheit günstig sein, um den guten Eindruck zu verfestigen. Wobei man das vielleicht nicht in die Zeitung schreiben sollte.

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