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"Kann kommen, wer will": Hack hat Bock auf den Club-Start

Der talentierte Neuzugang ist voller Tatendrang - 24.07.2019 08:58 Uhr

Keine Angst vor Superstars: Robin Hack im Duell mit Paris' Marco Verratti. © Sportfoto Zink


Weltberühmte Fußballklubs wie Paris Saint-Germain lassen Robin Hack mittlerweile kalt. Immerhin hat er schon gegen Manchester City gespielt, gegen Borussia Dortmund, ja sogar gegen den VfB Stuttgart, allerdings nur jeweils ein paar Minuten.

Wesentlich besser kennt sich der deutsche Juniorennationalspieler mit dem TSV Steinbach Haiger, Röchling Völklingen oder Astoria Walldorf aus und mit der ganzen Regionalliga Südwest. Das ist nicht verwerflich, trotzdem wollte er deswegen vor ein paar Wochen unbedingt weg aus Hoffenheim. Weil er und sein Berater glauben, dass er viel zu gut ist für die vierte Klasse. Und nicht gut genug für die erste. Behaupten die Verantwortlichen in Hoffenheim. Sonst hätten sie ihn wahrscheinlich nicht ziehen lassen.

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Insofern ist es fast logisch, dass er jetzt dazwischen gelandet ist, in der zweiten und beim 1. FC Nürnberg. Je nach Sichtweise also ein Schritt zurück oder zwei vor, womit sich Robin Hack eigentlich nicht beschäftigen mag. Ihm ist wichtig, endlich auch jenseits der Regionalliga Südwest möglichst regelmäßig zum Einsatz zu kommen. 

Beifall gegen Paris

Die Chancen beim Club, aktuell mehr Regionalmacht als weltberühmt, stehen dafür nicht schlecht; am Samstagabend, beim 1:1 gegen Paris Saint-Germain, hinterließ Hack jedenfalls einen putzmunteren Eindruck, besonders seine Dynamik gefiel den über 30.000 Zuschauern im Max-Morlock-Stadion. Als Hack zehn Minuten vor Schluss Feierabend hatte, brandete selbst auf der für seine Skepsis weltberühmten Haupttribüne warmer Applaus auf. 

Selbst Thomas Tuchel, dem Trainer von PSG, sind die "schnellen Leute zum Kontern" beim Zweitligisten positiv aufgefallen, ergo auch Robin Hack. Der sich nicht damit begnügte, etwas weiter vorn auf den Ball zu warten, sondern sich auch intensiv am gemeinsamen Verteidigen beteiligte. So, wie es sein Chef sehen möchte. 

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© Sportfoto Zink / WoZi

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"Die Mannschaft entwickelt sich, die Mannschaft ist bereit", sagte Damir Canadi hinterher bloß, womit er auch den jungen Hack trefflich beschrieb. Dass die vielen Offensivkräfte irgendwann einen eigenen Bus brauchen könnten, scheint Hack mehr zu motivieren als zu beunruhigen, zumal einige für ihn vorerst keine Konkurrenz darstellen. Adam Zrelak und Virgil Misidjan werden nach ihren Kreuzbandrissen erst 2020 wieder richtige Alternativen sein, Sommer-Zugang Fabian Schleusener (Schienbeinbruch) frühestens im September, bei Paul-Philippe Besong ist derzeit keine verlässliche Prognose möglich. Der 18-Jährige hat offenbar wieder oder immer noch Probleme mit seinem Knie; wegen einer hartnäckigen Entzündung der Patellasehne hatte er in Dortmund bereits von Mai 2018 bis März 2019 pausieren müssen und wird beim Club deshalb jetzt behutsam aufgebaut.

 

Das könnte dauern, auch bei Robin Hack, obwohl er augenscheinlich gesund und fit ist. Sich Woche für Woche der eigenen Belastungsgrenze anzunähern, ist für ihn eine ziemlich neue Erfahrung, gegen Walldorf oder Haiger dürften auch mal 70 oder 80 Prozent gereicht haben. Schon am Samstagnachmittag in Dresden und bei hochsommerlichen Temperaturen könnten dagegen selbst 100 Prozent zu wenig sein. 

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"dann wird schwer gegen uns"

Mit dem viel beachteten 1:1 gegen Paris Saint-Germain scheint nicht nur Hacks Selbstbewusstsein gewachsen zu sein, obwohl die Gäste in den letzten 30 Minuten nur noch eine verstärkte U19 und drei 17-Jährige auf dem Platz hatten. "Es kann kommen, wer will", meinte Hack im Überschwang der Gefühle, "wenn wir als Team zusammenspielen, wird’s schwer gegen uns." Das berühmte Hoffenheim-Gen scheint er nach sieben Jahren bei der TSG mitgebracht zu haben nach Nürnberg. Als Siebenjähriger hatte sich Hack zunächst für den KSC entschieden. Sein Großvater fuhr ihn praktisch täglich die gut 40 Kilometer ins Training und zurück, mittlerweile kann das Robin Hack, der bei seinem Bundesliga-Debüt im Oktober 2017 gleich ein Tor erzielte, schon selber in seiner schicken Nobelkarosse. Die er sich natürlich redlich verdient hat, unter anderem mit Kurzeinsätzen gegen weltberühmte Klubs wie Manchester City, Borussia Dortmund oder den VfB Stuttgart. 

Wolfgang Laaß

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