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Ringer Fabian Schmitt verpasst EM-Medaille knapp

28-Jähriger verliert in Warschau den Kampf um Bronze - 26.04.2021 11:35 Uhr

Niederlage gegen den späteren Europameister: Fabian Schmitt (rechts) musste sich Emin Sefershaev aus Russland geschlagen geben.
 

23.04.2021 © Foto: Kadir Caliskan/UWW/dpa


Mit welchem Gefühl sind Sie heute Morgen in Warschau aufgewacht, Herr Schmitt?

Schmitt: Es waren gemischte Gefühle. Auf der einen Seite muss man anerkennen, dass die Gegner in den beiden Kämpfen, die ich verloren habe, einfach stärker waren. Andererseits hätte ich im Finale schon gerne über sechs Minuten gerungen und nicht vorzeitig verloren. Den Kampf, den ich gewinnen konnte, habe ich gewonnen.

In der Hoffnungsrunde gegen den Finnen Poutanen.

Schmitt: Das war ein anstrengendes Match. Die erste Bodenlage konnte ich gut abwehren, was früher immer bissl meine Schwäche war. In der zweiten Runde habe ich dann gepunktet und den Kampf gewonnen.

Auch mit inzwischen 28 Jahren können Sie sich also noch verbessern.

Schmitt: (lacht) Natürlich hängt vieles mit dem Alter zusammen. So lange man sich gut fühlt und Lust hat, entwickelt man sich immer weiter.

"Unbeschreibliches Gefühl"

Woraus ziehen Sie die Motivation, immer weiter hart an sich zu arbeiten? Wollen Sie einfach der beste Fabian Schmitt sein, den es je gab?

Schmitt: Ich will mich von Jahr zu Jahr verbessern und so erfolgreich sein, wie es nur geht. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, eine Medaille zu bekommen. Wir arbeiten tagtäglich daran, das zu wiederholen.

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2019 haben Sie bei der EM Bronze gewonnen, danach reichte es nicht mehr fürs Treppchen.

Schmitt: Beim Ringen hängt der Erfolg von so vielen Faktoren ab, weshalb alles schwer planbar ist. Es geht um die Tagesform, um die Auslosung, unsere Gegner aus ganz Europa entwickeln sich auch stetig weiter. Im Kampf reicht eine kleine Unachtsamkeit und alles ist vorbei. So war es auch bei mir im Kampf um Bronze. Man kann nur immer alles geben und hoffen, dass was Gutes dabei rauskommt. Die Niederlagen gehören eben auch zum Sport.


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Apropos Auslosung: Sie mussten direkt in der Qualifikation gegen den späteren Europameister aus Russland ran...

Schmitt: ... der zuletzt auch den World Cup gewonnen hat und der EM-Favorit war. Das ist natürlich auch Ansporn, man hat nicht viel zu verlieren. Wir wollen uns ja mit den Besten messen. So eine Auslosung hat oft auch zwei Seiten. Da ich gegen ihn verloren hab und er ins Finale kam, konnte ich mich für die Hoffnungsrunde qualifizieren und dort neu angreifen.

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Als Leistungssportler ist es für Sie schon Alltag, dass man permanent getestet wird und keine Zuschauer in der Halle sind. Gewöhnt man sich da irgendwann dran?

Schmitt: Wir sind ja froh, dass wir überhaupt kämpfen und trainieren dürfen – wenn auch unter sehr strengen Bedingungen. Daran gewöhnt man sich mit der Zeit schon. Bei den Kämpfen ist es natürlich schön, wenn man ein bisschen Support hat, aber das geht eben gerade nicht.

Erstmal pausieren

Wie sieht der Alltag für Sie aus? Sie können sich ja nicht komplett isolieren.
Schmitt: Vor Wettkämpfen muss man natürlich noch mal mehr aufpassen und vieles meiden. Es geht ja nicht nur um die Gefahr einer Infektion, sondern auch darum, dass man als Kontaktperson in Quarantäne kommt. Das Problem hatte ich ja beim World Cup in Belgrad, das hat schon an mir genagt.

Wie geht es jetzt weiter für Sie? Erstmal nichts tun?

Schmitt: Ich gönne mir erstmal eine Ruhepause, um den Kopf freizubekommen und dem Körper Zeit zu geben, sich zu erholen. Das Gewichtmachen war schon anstrengend. Wobei Ruhe ja heißt, das Mattentraining etwas runterzufahren und trotzdem Krafttraining zu machen und Laufen zu gehen. Im Juli steht die Deutsche Meisterschaft an, im Oktober die WM.

Zu Olympia können Sie hingegen nicht, weil Sie in der "falschen" Gewichtsklasse sind. Nagt das an Ihnen?

Schmitt: Es ist natürlich das große Ziel jedes Sportlers, sich für Olympia zu qualifizieren. Ich hab das inzwischen akzeptiert und will bei der EM und WM angreifen. Da einen Gürtel zu holen, ist auch was Schönes.

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