Schäffer verlässt den HC Erlangen, Zechel kommt

25.1.2021, 08:00 Uhr
Tim Zechel beim Torwurf: Ende Oktober unterlag der Noch-Essener dem HC Erlangen mit 20:26, einen Treffer erzielte er dabei. Ab kommendem Sommer ist er Teamkollege von Klemen Ferlin und Co.

Tim Zechel beim Torwurf: Ende Oktober unterlag der Noch-Essener dem HC Erlangen mit 20:26, einen Treffer erzielte er dabei. Ab kommendem Sommer ist er Teamkollege von Klemen Ferlin und Co. © Foto: Horst Mauelshagen/imago images

Den aktuellen Kader zusammenhalten, das ist die Prämisse von René Selke. Sowohl der Geschäftsführer des HC Erlangen, als auch Carsten Bissel, der Aufsichtsratsvorsitzende, sind davon überzeugt, dass diese Mannschaft das Potenzial für einen einstelligen Tabellenplatz besitzt. Dennoch überwintert der Verein momentan auf Rang 14, was natürlich eng mit der Verletztenmisere der bisherigen Hinrunde zusammenhängt – auch das werden Selke und Bissel nicht müde zu betonen.

Das Grundvertrauen in ihre Profis ist da, darum bemüht sich der Klub momentan vorzugsweise dann um neue Spieler, wenn sich alte gegen eine gemeinsame Zukunft entscheiden. Dass war bei Sime Ivic so, dem kroatischen Rückraumspieler, der sich zur neuen Saison der DHfK Leipzig anschließt und in Erlangen von Rückkehrer Christoph Steinert ersetzt wird. Und das ist nun bei Jan Schäffer so.

Der dritte Mann im Mittelblock hinter den Nationalspielern Sebastian Firnhaber und Petter Overby hat den Vereinsverantwortlichen mitgeteilt, dass ihm das Doppelleben eines berufstätigen Ingenieurs und eines Bundesliga-Profis beim HC Erlangen zu viel wird.

Bis zum Saisonende zieht Schäffer das noch durch und hat auch "richtig viel Bock" darauf, wie er auf Nachfrage unserer Zeitung erklärt. Danach trennen sich aber die Wege. Schäffer möchte gerne weiter Handball spielen, irgendwo, wo sich das besser mit seiner beruflichen Karriere vereinbaren lässt. Noch steht nicht fest, wo das sein wird.

Fest steht stattdessen, wer Schäffer ersetzen wird: Es ist Tim Zechel, Kreisläufer vom Ligakonkurrenten TUSEM Essen. Gemeinsam mit Overby und Firnhaber soll er offensiv wie defensiv ein starkes Trio bilden. 24 Jahre ist der Bad Harzburger alt, 1,96 Meter groß, 105 Kilogramm schwer. In der aktuell laufenden Saison erzielte er in 13 Partien 41 Treffer für den Tabellenvorletzten.

"Natürlich ist es schade, dass Jan uns verlässt, aber ich kann seine Entscheidung absolut nachvollziehen", erklärt Selke, der Schäffer für gezeigten Einsatz und Einstellung lobt. Zechel habe sich zudem "in Essen wirklich hervorragend entwickelt, und ich bin mir sicher, dass diese Entwicklung noch längst nicht beendet ist." Laut Selke zeichnet Zechel "eine starke Mentalität aus, die jeder Mannschaft gut zu Gesicht steht."

Während Firnhaber und Overby noch bei der Weltmeisterschaft in Ägypten weilen, organisiert Schäffer in der laufenden Vorbereitung den Mittelblock der Erlanger. Am vergangenen Freitag testete der HCE bei den Rimparer Wölfen seine Form und Nachwuchsspieler Valentino Duvancic, der erstmals bei den Profis mitspielen durfte und seine Sache ordentlich machte. 28:26 gewann die Mannschaft von Trainer Michael Haaß am Ende, und das, obwohl neben den vier WM-Fahrern auch Hampus Olsson, Nikolai Link, Steffen Fäth und Johannes Sellin nur zusahen. Simon Jeppsson gab derweil sein Comeback auf der Platte und traf auch erstmals wieder seit seiner Knieverletzung. Am Freitag testet der HCE gegen Göppingen, danach geht es in der Bundesliga weiter. Wo sie am Ende einstellig sein möchten.

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