Zugänge im Anflug?

Danso, Fein, Ngankam: Neue Namen fürs Kleeblatt?

Michael Fischer, Sportredakteur
Michael Fischer

Nürnberger Nachrichten

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8.7.2021, 11:42 Uhr
Am Mittwoch war Adrian Fein noch beim Trainingsauftakt des FC Bayern dabei, bald könnte er im weiß-grünen Trikot auflaufen. 

Am Mittwoch war Adrian Fein noch beim Trainingsauftakt des FC Bayern dabei, bald könnte er im weiß-grünen Trikot auflaufen.  © Fotostand / Wagner via www.imago-images.de, imago images/Fotostand

An seinen letzten Ausflug nach Fürth wird sich Kevin Danso nicht so gern erinnern. Mit Fortuna Düsseldorf war der Abwehrspieler Ende Mai im Ronhof zu Gast, in der Schlussphase des Spiels verlor er den entscheidenden Zweikampf gegen Dickson Abiama, der das Kleeblatt wenige Sekunden später in die erste Bundesliga schoss. Nach dem Abpfiff feierten die Fürther diesen großen Erfolg mit ihren Fans vor dem Stadion, Danso hingegen war zumindest an diesem Sonntagabend nicht zum Feiern zumute.

Wenn das Kleeblatt am 14. August beim VfB Stuttgart in die neue Bundesliga-Saison startet, könnte der 22-Jährige trotzdem dabei sein - und das im Trikot des Kleeblatts. Die Fürther suchen, nicht nur wegen der Abgänge von Mergim Mavraj und Paul Jaeckel, nach neuen Spielern für die Innenverteidigung, "da sind wir nicht optimal besetzt", sagte Trainer Stefan Leitl beim Trainingsauftakt am vergangenen Samstag.

Für Leitl geht es dabei auch nicht primär um die mögliche Erfahrung eines neuen Abwehrchefs, "es geht nicht um jung oder alt", so der Trainer, "der Spieler muss die Qualität haben, um uns zu verstärken." Zusammen mit Geschäftsführer Sport Rachid Azzouzi hat er ein "Positionsprofil" des Neuen erstellt - in das Danso offenbar gut passt.

In der vergangenen Spielzeit stand er für Düsseldorf in 32 Spielen auf dem Platz, erzielte selbst zwei Tore und bereitete zwei weitere vor. In der Saison-Rangliste des kicker wurde er in der Kategorie "Herausragend" auf Rang vier aller Zweitliga-Verteidiger geführt, nur vier Gelbe Karten sprechen für die Klasse Dansos. Nach seiner Leihe zur Fortuna steht der 1,90 Meter große Verteidiger momentan wieder beim FC Augsburg unter Vertrag, wo er noch bis 2024 gebunden ist. Beim FCA hat er aber einige Konkurrenten auf seiner Position, Stammspieler wird er dort in der kommenden Saison eher nicht.

Das Portal transfermarkt.de schreibt Danso derzeit einen Marktwert von fünf Millionen Euro zu - für das Kleeblatt zu viel. Deshalb will das Kleeblatt den 22-Jährigen für die kommende Saison ausleihen, laut Bild-Zeitung sind sich Verein und Spieler bereits einig. Mit Danso sollen die Fürther eine Übereinkunft erzielt haben, die Verhandlungen mit den Augsburgern sollen aber schwierig sein. Der Grund: Die Schwaben wollen Danso lieber verkaufen als verleihen.

Ganz ähnlich ist die Situation bei Adrian Fein. Der beim FC Bayern ausgebildete Mittelfeldspieler war in den vergangenen beiden Jahren an die PSV Eindhoven sowie an den Hamburger SV ausgeliehen. Während er in den Niederlanden ein schwieriges Jahr erlebte, gehörte er 2019/2020 beim HSV zu den besten Akteuren der zweiten Bundesliga. Jetzt ist er zurück beim FC Bayern, wo er am Mittwoch beim Trainingsauftakt unter Julian Nagelsmann dabei war. Bei den Bayern hat er aber keine Zukunft - in der Bundesliga könnte er trotzdem bald spielen.

Das Kleeblatt will Fein nach nordbayern-Informationen unbedingt haben - schon seit Jahren. Mit dem Aufstieg sind die Chancen in diesem Sommer enorm gestiegen, die Verhandlungen laufen. Der 22-Jährige sei "ein sehr interessanter Spieler, der gut zu uns passen und uns definitiv verstärken würde", sagte Stefan Leitl zuletzt im kicker. Doch auch hier hakt es noch am Geld - anders als im Augsburger Fall ist der Rekordmeister allerdings nicht auf jeden Euro angewiesen.

Tor-Premiere gegen die Bayern

Schneller soll es im Fall Jessic Ngankam gehen. Bereits am heutigen Donnerstag soll die Leihe des Talents von Hertha BSC perfekt gemacht und veröffentlicht werden. Zuerst hatte der kicker über den Transfer berichtet. Der 20-Jährige aus der Hertha-Jugend debütierte in der vergangenen Saison bei den Profis - und schoss im Oktober 2020 beim Auswärtsspiel beim FC Bayern München sein erstes Bundesliga-Tor. Jetzt sollen viele weitere folgen, bei der ambitionierten Hertha hat er aber keine Aussicht auf ausreichend Spielzeit.

Für die zweite Mannschaft in der Regionalliga erzielte Ngankam zuletzt zwölf Tore und bereitete zwölf weitere vor - seine Zukunft sieht der robuste und dynamische Angreifer nicht nur deshalb in der Bundesliga. Im Angriff des Kleeblatts hätte er zwar einige Konkurrenz, einen Spielertypen wie ihn gibt es in der Fürther Offensive derzeit aber nicht.

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