Leitl "geht es nicht so gut"

Premiere mit 42: Andre Mijatovic coacht das Kleeblatt beim FC Augsburg

Michael Fischer, Sportredakteur
Michael Fischer

Nürnberger Nachrichten

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13.5.2022, 13:59 Uhr
Andre Mijatovic (rechts) und Stefan Leitl gehen ihren Weg seit vielen Jahren gemeinsam, am Samstag aber hat der langjährige Assistent die alleinige Verantwortung.

© Sportfoto Zink / Wolfgang Zink, Sportfoto Zink / Wolfgang Zink Andre Mijatovic (rechts) und Stefan Leitl gehen ihren Weg seit vielen Jahren gemeinsam, am Samstag aber hat der langjährige Assistent die alleinige Verantwortung.

Bei seiner Premiere war Andre Mijatovic fast auf die Sekunde pünktlich. Um 13 Uhr erschien der langjährige Co-Trainer des Kleeblatts am Freitag zur digitalen Pressekonferenz vor dem Auswärtsspiel beim FC Augsburg. Der 17. und letzte Fürther Bundesliga-Auftritt wird für den 42-Jährigen ein ganz besonderer - nicht nur, weil es sein Abschiedsspiel als Angestellter der Spielvereinigung sein wird. Es wird nach sieben Jahren als Assistent auch sein erstes Spiel als Cheftrainer.

Bereits am Mittwoch hatte der Verein verkündet, dass Stefan Leitl positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Leitl hatte zu Wochenbeginn über leichte Symptome geklagt, ein PCR-Test bestätigte den Verdacht. Anfangs hatte er noch gehofft, bis zum Anpfiff am Samstag (15.30/Sky) wieder fit zu werden, doch daraus wird nichts. "Wir haben in den letzten Jahren gelernt, dass es schwierig ist mit Corona", sagte Mijatovic, "leider hat es den Stefan erwischt, es geht ihm nicht so gut."

In der gemeinsamen Trainer-WG haben sich die beiden Freunde in dieser Woche glücklicherweise nicht gesehen, auch auf dem Trainingsplatz war Stefan Leitl nicht. "Wir haben in den Tagen nach dem letzten Spiel keinen direkten Kontakt gehabt", erzählte Mijatovic, "Bis jetzt habe ich nichts und ich hoffe, es bleibt auch so."

Für die Spieler sei der Ausfall des Cheftrainers keine große Umstellung, auch die Ansprache von Mijatovic kennen sie, weil der in all den Jahren im Training immer wieder viele Übungen übernommen hat. Er und Leitl hätten seit jeher "eine enge Beziehung", so Mijatovic, der Plan für die letzten 90 Minuten dieser Saison steht längst. "Die Sachen sind abgesprochen und die Mannschaft ist vorbereitet für das Spiel", sagt der Kurzzeit-Chef, der womöglich auch, je nach Leitls Gesundheitszustand, während der Partie Kontakt zu seinem Chef aufnehmen wird.

Über die vergangenen Wochen und Monate wollte Andre Mijatovic auf Nachfrage aber nicht sprechen. Das Kleeblatt hat in 16 Auswärtsspielen ja nur vier Punkte geholt und kein einziges Mal gewonnen - bei 12:47 Toren. Es sei "nicht die Zeit, eine großartige Analyse zu machen", antwortete er. "Natürlich war es eine schwierige Saison, wir hätten uns die Auswärtsspiele anders vorgestellt." Dennoch, erinnerte Mijatovic, hätte das Trainerteam sein Versprechen aus dem Sommer 2021 eingelöst und den Fans den historischen ersten Heimsieg geschenkt.

"Schöne Geschichte geschrieben"

Dem folgten zwar noch zwei weitere, die drei Erfolge zwischen Dezember 2021 und Februar 2022 sollten aber die einzigen in dieser Spielzeit bleiben. Deshalb verabschieden sich Mijatovic und Leitl am Samstagabend mit dem Abstieg - an die Zeit in Fürth denkt der scheidende Assistent aber gerne zurück. "Ich war von 2005 bis 2007 als Spieler hier und jetzt nochmal über mehr als drei Jahre als Co-Trainer", sagte er. Gemeinsam hätten sie "eine schöne Geschichte geschrieben", deren letztes Kapitel der längst überfällige erste Auswärtssieg der Saison sein soll.

Bis auf die Langzeitverletzten sind alle Spieler an Bord, bei der Aufstellung wollte sich Mijatovic aber nicht in die Karten schauen lassen. Sicher ist nur, dass Sascha Burchert, der in dieser Saison zweimal zum Ersatztorhüter degradiert worden war, zum Bundesliga-Abschied zwischen den Pfosten stehen wird. Das Ziel ist klar - für Mijatovic und die Mannschaft: "Wir wollen dem Stefan ein schönes Abschiedsgeschenk machen."

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