Burggrafenhof ist Spitzenreiter der Kreisklasse 3

Stadtderby in Langenzenn: TSV-Trainer verspricht "ein Spektakel"

10.9.2021, 07:07 Uhr
Beim TSV Langenzenn ist Allzweckwaffe Patrick Pattaro (schwarz) der Capitano. Am Freitagabend wird auch seine Kopfballstärke gefragt sein.

Beim TSV Langenzenn ist Allzweckwaffe Patrick Pattaro (schwarz) der Capitano. Am Freitagabend wird auch seine Kopfballstärke gefragt sein. © Foto: Wolfgang Zink

In der Sitzung nach dem Training hat Rainer Gerlitz einen Wunsch an die Mannschaft des TSV Langenzenn gerichtet: "Ich möchte, dass wir die erste Mannschaft sind, die denen den ersten Punkt abknöpfen. Irgendwann endet jede Serie."


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Es ist das alte Lied vom Derby, das Gerlitz hier anstimmt. Denn es ist kein Geringerer als der Tabellenführer zu Gast, und der kommt aus derselben Stadt: Der SV Burggrafenhof zieht nach sieben Spieltagen einsam seine Kreise an der Spitze der Kreisklasse 3. Die Momentaufnahme klingt eindrucksvoll: sieben Siege, 27 Tore. Nur Laubendorf (33, Platz drei) und Losaurach (30, Platz zwei) haben öfter getroffen.

Der TSV hat auf Platz sechs zehn Punkte weniger auf dem Konto. Doch die Gerlitz-Elf kann mit einer starken Statistik aufwarten: nur ein Gegentor in den vergangenen vier Partien ließ sie zu. Außerdem lässt das jüngste Ergebnis aufhorchen: 8:0 schossen sie die Uffenheimer Zweite ab.

Patrick „Bazi“ Raab (vorne) führt den SV Burggrafenhof als Spielführer aufs Feld, wenn es gegen den Stadtrivalen TSV Langenzenn geht.

Patrick „Bazi“ Raab (vorne) führt den SV Burggrafenhof als Spielführer aufs Feld, wenn es gegen den Stadtrivalen TSV Langenzenn geht. © Foto: Wolfgang Zink

Gute Voraussetzungen also für ein umkämpftes Stadtderby, denn einen klaren Favoriten gibt es nicht. Bei TSV-Capitano Patrick Pattaro kribbelt es schon: "Man kennt ja alle, auch wenn wir noch gar nicht oft gegeneinander gespielt haben." In den vergangenen zehn Jahren habe er höchstens vier Punktspiele gegen die "Hiefer" bestritten, weil der SVB zuerst unter und dann über der Kreisklasse zugange war. Auch deshalb "fühlt es sich nicht so an wie gegen Laubendorf", gibt Pattaro zu.

Ärger über die Vorsaison

Der TSV besiegte die Sportfreunde am vierten Spieltag mit 2:0 – laut Gerlitz vor über 300 Zuschauern an einem heißen Augustsonntag an der Sportplatzstraße. "Wenn 250 kommen, wäre das eine schöne Sache", hält Pattaro den Ball flach. Schließlich seien "die Reizpunkte bei Laubendorf größer", erklärt er die Rivalität. Doch am Dienstag im Training habe er wahrgenommen, "dass die Leute schon Bock drauf haben. Die sind Tabellenführer und ungeschlagen, da haben wir natürlich was dagegen, dass sie das bleiben".

Und es schwingt immer noch ein wenig Ärger über die Vorsaison mit, wenn er sagt: "Wir hätten das Derby lieber in der Kreisliga gespielt – die sind wegen dem Quotienten abgestiegen, wir haben wegen einem Punkt den Aufstieg verpasst."

Auch Patrick "Bazi" Raab erinnert sich an die Vergangenheit, allerdings nur an ein Zitat zu Saisonbeginn: "Wir haben uns vorgenommen, alle vier Derbys zu gewinnen." Nummer eins gegen Laubendorf ging mit einem 5:3-Schützenfest schon mal an den SVB.

Doch nicht nur deshalb sei es ein besonderes Aufeinandertreffen. "Wir sind ja teilweise miteinander zur Schule gegangen oder man kennt sich vom Weggehen", erzählt der Spielführer der Burggrafenhofer über den Gegner. "Wir haben schon ausgemacht, danach noch ein Bierchen zu trinken." Auch wenn das Altstadtfest, der ursprüngliche Anlass der Spielverlegung auf Freitagabend, nun ausgefallen ist, wird es wohl gesellig werden.

Juri Judt beendete mit 30 seine Profikarriere

Auch deshalb, weil beim SVB "die Stimmung super ist". Denn "Juri hat das voll im Griff bei uns und macht das super". Gemeint ist Spielertrainer Juri Judt, der Ex-Profi der SpVgg Greuther Fürth und des 1. FC Nürnberg. Der 35-Jährige hat mit 30 seine Profikarriere beendet und "was Gscheits g‘lernt", wie er selbst im Scherz erzählt: Er ist Beamter am Landesamt für Statistik. Als Fürther kann er in sein Büro radeln.

Und an den Wochenenden kickt er eben noch ein bisschen – für die Kreisklasse überdurchschnittlich gut, auch wenn ihm öfter mal etwas weh tue. Raab jedenfalls schwärmt: "Am Besten wäre es, wenn wir ihn klonen könnten." Denn Judt stellte sich in dieser Saison in vier Spielen dort auf, wo Not am Mann ist. Raab findet ihn am wertvollsten in der Mitte als Innenverteidiger oder Sechser, für 90 Minuten reicht aber die Kondition derzeit nicht.

Das Toreschießen besorgen andere beim SVB: Martin Stiegler, Christian Schottenhamml, Marco Singer oder eben Raab selbst als Zehner oder im Angriff – zuletzt sogar als Innenverteidiger. "Das verteilt sich bei uns auf viele Schultern", erzählt Raab, weshalb sie auch die Urlauber, die viele Amateurmannschaften haben, einfacher kompensieren können.

"Derby, Freitagabend, Flutlichtspiel", schwärmt Gerlitz

TSV-Trainer Rainer Gerlitz will, dass seine Mannschaft nur auf sich schaut: "Es spielt keine Rolle, dass uns jetzt zehn Punkte trennen und wie oft wir die letzten Jahre gegeneinander gespielt haben. Die Historie ist völlig irrelevant. Es geht bei Null-null los."

Und dann sagt er drei Worte, die jedem Fußballer das Herz aufgehen lassen sollten: "Derby, Freitagabend, Flutlichtspiel." Schon gegen Laubendorf habe ihm gefallen, dass es rassig zuging, aber fair, "da war Leben auf dem Platz - aber außen hatte es einen freundschaftlichen Charakter".


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Er prophezeit: "Es wird wie gegen Laubendorf ein Spektakel – wer nicht zu diesem Derby kommt, der verpasst was. Wer bei uns zuschaut, bekommt was für sein Eintrittsgeld geboten."

Freitag, 10. September, 19 Uhr, Sportplatzstraße 15, Langenzenn, TSV Langenzenn - SV Burggrafenhof.

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