Saisonstart in der Handball-Bayernliga

TV 1861 Bruck nach eineinhalb Jahren heiß auf Handball

Philipp Roser

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Eineinhalb Jahre haben der Brucker Leitwolf Mirko Scholten und seine Teamkollegen nicht mehr um Punkte gespielt und sind froh, dass es nun wieder losgeht.

Eineinhalb Jahre haben der Brucker Leitwolf Mirko Scholten und seine Teamkollegen nicht mehr um Punkte gespielt und sind froh, dass es nun wieder losgeht. © Foto: Harald Sippel

Null Punktspiele haben Scholten & Co. in der vergangenen weitgehend ausgefallenen Saison bestritten und coronabedingt eine Zeit erlebt, die der 33-Jährige so beschreibt: "Der Wochenrhythmus war weg, die Gewohnheiten haben sich ein bisschen geändert, man hatte plötzlich Zeit, etwas anderes zu machen als Handball – es war schön, mal abends Zeit zu haben, aber es hat wirklich was gefehlt."


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Die Konsequenz, als es wieder losging: "Ich musste viel tun, um da hinzukommen, dass ich wieder dreimal die Woche Handball spielen kann."

In zwei Staffeln ist die Bayernliga im Herbst geteilt. Die Mannschaften auf Platz eins bis drei spielen danach eine Playoff-Runde, die auf Platz vier bis sieben eine Playdown-Runde. "Wir haben uns Platz eins bis drei zum Ziel gesetzt", sagt Scholten und bezeichnet dieses Vorhaben als "realistisch, es hängt aber viel von der Verletzungssituation, von Tagesform etc. ab. Können wir schaffen, wollen wir schaffen, werden wir sehen."

Zwei neue Torhüter: Goder und Hückel

Ein paar personelle Veränderungen hat es in der jüngsten Transferperiode bei den Erlangern gegeben. "Wir haben zwei wirklich starke Spieler dazu dazubekommen mit Ferdinand Neuss vom HCE, der ursprünglich aus Auerbach kommt, und mit Benjamin Baier – der kommt aus Coburg, hat auch schon Drittliga-Erfahrung auf Rechtsaußen", nennt Scholten die beiden wichtigsten Neuzugänge. Dazu gesellen sich zwei neue Torhüter: Dominik Goder, der beruflich in der Hugenottenstadt gelandet ist und auch schon Drittliga-Erfahrung in Hessen gesammelt hat, aus der zweiten Mannschaft wurde Lukas Hückel hochgezogen.

Vorne mitspielen wollen Scholten, Trainer Roland Nixdorf und Co. Doch der Aufstieg lockt den erfahrenen Leitwolf nicht unbedingt, der 2018/19 mit "Brooklyn United" bereits Drittliga-Luft geatmet hat. "Im Großen und Ganzen war es natürlich megacool, da hinzukommen mit unserer Vergangenheit, aus der BOL zu kommen und mit der Mannschaft bis zur 3. Liga aufzusteigen." Andererseits sei es nicht immer erbaulich gewesen, aus der Stuttgarter Ecke oder aus dem Badischen vier, fünf Stunden im Bus mit einer Klatsche im Gepäck heimzufahren.

Dennoch will Scholten das Erlebnis 3. Liga nicht missen: "Es war sportlich herausfordernd, fast schon überfordernd gegen Teams mit einem doppelt oder dreifach so hohen Etat. Aber es war eine extrem geile Erfahrung, so sind wir rein in die Saison, und so sind wir auch wieder raus aus der Saison und aus der Liga, weil die zu professionell ist für eine Studentengruppe, die dreimal die Woche trainiert.


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Die fast schon familiäre Bayernliga sei schon die richtige Spielklasse für den TV Bruck, um einerseits durchaus sportlich ambitioniert zu spielen, aber eben auch den weithin bekannten Brooklyn-Spirit zu leben.

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