Fußball-Kreisliga

Unglückliche Niederlage für Bauernschmitt und den SV Tennenlohe

Katharina Taubeneder
Katharina Taubeneder

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25.10.2021, 06:00 Uhr
Spielt seit dieser Saison beim SV Tennenlohe: Maximilian Bauernschmitt.
 

Spielt seit dieser Saison beim SV Tennenlohe: Maximilian Bauernschmitt.   © Sportfoto Zink / ThHa, Sportfoto Zink / ThHa

Manche Klischees sind unfair und gemein. Auch das hier: Rundliche Schiedsrichter in den unteren Ligen kommen über 90 Minuten kaum aus dem Mittelkreis heraus und wollen selbst von dort die kleinste Berührung in beiden Strafräumen sehen. Am Sonntag im Kreisliga-Heimspiel des SV Tennenlohe gegen den TSV Lonnerstadt aber bekam man eine Ahnung, dass auch solche Vorurteile ein Funke Wahrheit beinhalten. Der Unparteiische absolvierte die Partie schlichtweg vom Zentrum des Spielfelds aus, und schritt - nicht joggte - nur in wenigen brenzligen Situationen Richtung Strafräume. Willkommen in der Kreisliga.

Kreisliga statt Landesliga also

Für Maximilian Bauernschmitt gilt das ganz besonders. Nach vielen Jahren im hochklassigen Erlanger Amateurfußball war der ehemalige Kapitän des FSV Erlangen-Bruck im Sommer zum SV Tennenlohe gewechselt. Kreisliga statt Landesliga also. "Es ist eine Umstellung, doch unsere Mannschaft ist eigentlich gut", sagt Bauernschmitt. "Wenn du dich auf dein Spiel konzentrieren kannst, läuft es. Doch so hat man immer im Hinterkopf: Der Schiedsrichter pfeift nicht gut." Die Erfahrung gegen Lonnerstadt sei eher die Regel als die Ausnahme. "Doch das darf keine Ausrede sein."

Ansonsten gefällt es dem Mittelfeldspieler gut im neuen Verein. "Das Umfeld ist super." In Bruck gab es einen großen Umbruch, dazu wird die Generation Bauernschmitt auch nicht jünger. Viele seiner Kumpels sind mittlerweile ebenfalls in der Kreisliga aktiv: Sandro Gumbrecht in Röttenbach, Dennis Weiler in Ebermannstadt, Patrick Hagen und Dominik Zametzer in Langensendelbach. "Ich habe lange genug Bayern- und Landesliga gespielt, das ist jetzt eine neue Herausforderung", sagt Bauernschmitt. Und ganz so lachs gehe es auch in der Kreisliga nicht zu: "Da wird schon Vollgas gegeben."

Trotz Schmerztablette schon nach 22 Minuten Schluss

Das war auch am Sonntag zu sehen. Zu Beginn allerdings brauchten beide Mannschaften ein wenig, um in den Rhythmus zu kommen. Lonnerstadt trat in der Anfangsviertelstunde etwas ballsicherer auf. Nach 19 Minuten traf der Julian Schwandner fein angespielt zur Führung. Kurz darauf war für Bauernschmitt schon Schluss. Die Achillessehne machte Probleme, selbst mit Schmerztablette ging es nicht mehr auf dem Platz.

"Ich hoffe nicht, dass es etwas Schlimmeres ist", sagt der 31-Jährige, der schon einen Besuch in der Uniklinik angekündigt hat. Probleme macht dem Fußballer das Training auf dem Kunstrasenplatz. "Eine große Umstellung", wie er sagt. Und eine, die sein neuer Verein eben mitbringt. Der SV Tennenlohe ist einer der wenigen Klubs, die ein Kunstrasenfeld nutzen. In den Wintermonaten können sie so quasi durchspielen, manche Spieler aber schätzen den natürlichen Rasen mehr.

Auf dem ging es am Sonntag unter angenehmer Herbstsonne zur Sache. Tennenlohe versuchte sich nach dem 0:1 an einem Comeback - und wurde tatsächlich immer besser. Dominik Beiers Schuss blockte ein Gegenspieler. Ein Standard brachte den Ausgleich: Julian Aeissen vollstreckte (29.). Christoph Arnold und Aeissen hatten zwei Riesenchancen zum 2:1, doch beide Tennenloher vergaben fahrlässig.

Nach Wiederanpfiff ging es genauso weiter: Aeissen schoss aus der Distanz flach links vorbei. Auf der Gegenseite zirkelte Maximilian Heubeck einen Freistoß direkt in die Maschen (65.). Keeper Valentin Momber hielt den SVT mit einer starken Parade gegen Heubeck im Spiel, seine Teamkollegen aber brachten den Ball trotz guter Möglichkeiten nicht mehr im gegnerischen Tor unter. "Es ist verrückt", sagt Bauernschmitt, "doch so lief es schon in den vergangenen drei Wochen".

"Das ist im Moment unbefriedigend"

Auch wenn der Verein den direkten Wiederaufstieg nie als Ziel offiziell ausgegeben hatte, mehr als Platz neun hatten sich die Beteiligten schon erhofft. "Im Niemandsland", sagt Bauernschmitt dazu, "das ist im Moment unbefriedigend". Zwar sind ein paar neue Spieler dabei, wie Bauernschmitt, und für Trainer Christian Prinz ist es die erste Saison als Chefcoach der ersten Mannschaft, "ansonsten spielen alle schon Jahre zusammen", meint Bauernschmitt. "Grundsätzlich bin ich schon zufrieden nach meinem Wechsel." Im Team ist er der "Klebstoffspieler zwischen Trainer und Mannschaft", das "kostet Kraft". Bauernschmitt glaubt aber, dass es sich lohnt. Auch in der Kreisliga.

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