Ex-Profi war unlängst bei der EM

Zwischen Eckental und Ostrau: Club-Held Galasek erzählt

18.7.2021, 14:07 Uhr
Fühlt sich wohl in Eckental: Tomas Galasek.

Fühlt sich wohl in Eckental: Tomas Galasek. © Sportfoto Zink / WoZi, NN

Tomas Galasek sammelt mit seinem Auto fleißig Kilometer: Der Pokalheld des 1. FC Nürnberg von 2007 behält den Familienwohnsitz in Eckental und pendelt zu seiner neuen Wirkungsstätte, wo er einst auch spielte.


Gala in Baku: Ein Nürnberger Pokalheld spitzt aufs EM-Halbfinale


"Die EM war sehr anstrengend, auch psychisch – 34 Tage in der Bubble, nur im Hotel, wenig zu Hause", erzählt der 48-Jährige. "Einfach nur Freude über den Erfolg bei dieser Europameisterschaft, keine Enttäuschung" habe er wie die meisten des tschechischen Aufgebots empfunden, auch nach der 1:2-Niederlage gegen Dänemark im Viertelfinale. "Dass wir gegen Holland im Achtelfinale weiterkommen, das hatte keiner gedacht", beschrieb Galasek sein Seelenleben mit ein paar Tagen Abstand.

Den nächsten Schritt hin zu seinem Ziel, irgendwann als Cheftrainer im Profibereich zu arbeiten, mache er jetzt in Ostrau, wo er einen Ein-Jahres-Vertrag unterschrieben hat. Voraussetzung dafür sei gewesen, dass er auch weiter als Co-Trainer des tschechischen Nationalteams arbeiten kann. Eine Aufgabe, die er bereits von 2012 bis 2014 wahrgenommen hatte und seit September 2018 wieder unter Cheftrainer Jaroslav Silhavy wahrnimmt.

In Franken ist Galasek heimisch geworden, seit er 2006 (für zwei Jahre) zum Club gewechselt war, nachdem er zuvor für Ostrau, Willem II Tilburg und sechs Jahre für Ajax Amsterdam aufgelaufen war, wo er zwei Landestitel holte. Auch als er nach der Zeit beim 1. FCN dem Ruf seines dortigen Trainers Hans Meyer nach Mönchengladbach folgte, blieb er in Eckental wohnen.

"Dort ist es ruhig und wir können sehr entspannt wohnen – das haben wir schon in meiner Zeit als Spieler gesucht und genossen. Deshalb haben wir entschieden, hier zu bleiben." Seinen Privatbereich teile er ungern mit der Öffentlichkeit, erklärt er im Gespräch. Aber ein gutes Verhältnis zu den Nachbarn und den Freunden, die er hier gefunden habe, sei ihm wichtig.

Beispielsweise zu Gerd Klaus, als dessen Co-Trainer er beim FSV Bruck und danach auch beim Regionallisten FC Schweinfurt 05 tätig war. Doch auch die Vereine in seiner neuen Heimat kennt er mittlerweile. Nicht nur den Club, wo er als Jugendtrainer tätig war, und Bruck, wo der 69-fache Nationalspieler seine Karriere als spielender Co-Trainer ausklingen ließ und zuvor mehrere Nachwuchsteams gecoacht hatte, in denen sein Sohn spielte.

In Erlangen zurück auf dem Platz

Ach ja, rückfällig wurde der Mittelfeldspieler auch noch einmal: Als sein Spielerpass beim damaligen Kreisliga-Aufsteiger Victoria Erlangen lag, mit dessen Macher John Fröhlich er befreundet ist, und er wirklich mehrere Male auf dem Platz stand. Von den sechs Fußballvereinen in Eckental kennt er inzwischen drei näher: Den SC Eckenhaid unterstützte er, als der sein internationales Jugendturnier austrug – Galasek organisierte und betreute Teilnehmerteams aus seiner Heimat.

Beim FC Eschenau kickte er in einem Allstar-Team bei der Einweihung des sanierten Sportgeländes. Und beim Kreisligisten TSV Brand ist er öfter als Zuschauer, wo sein Sohn spielt. "Für mich ist es selbstverständlich zu helfen, wenn ich gefragt werde und das einrichten kann", sagt er. Schließlich könne er so auch etwas an seine neue Heimat zurückgeben.

Keine Kommentare