Versammlung in Fürth: So will sich Adidas verschlanken

11.5.2017, 19:24 Uhr
Der Vorstandsvorsitzende der Adidas AG, Kasper Rorsted, erläutert auf der Jahreshauptversammlung seine Pläne für die Zukunft.

Der Vorstandsvorsitzende der Adidas AG, Kasper Rorsted, erläutert auf der Jahreshauptversammlung seine Pläne für die Zukunft. © dpa

Um profitabler zu werden, konzentriert sich Adidas auf sein Kerngeschäft mit Sportartikeln. Nach dem jüngsten Abschluss der Käufersuche für die schwächelnde Golfsparte strebt das fränkische Unternehmen eine Trennung von der Eishockeymarke CCM an. Es gebe bereits verschiedene Interessenten, doch stehe der Verkaufsprozess noch am Anfang, sagte Konzernchef Kasper Rorsted am Donnerstag auf der Hauptversammlung in Fürth. Ziel sei es, sich auf die Hauptmarken Adidas und Reebok zu konzentrieren.

Das Kerngeschäft hatte Adidas zuletzt Rekordzahlen beschert. 2016 legte der Umsatz um 14 Prozent auf 19,3 Milliarden Euro zu. Dies sei der höchste Wert in der Firmengeschichte, sagte Rorsted. Der Nettogewinn stieg um 41 Prozent auf 1,02 Milliarden Euro – und knackte damit erstmals die Milliardenmarke bei Adidas. Treiber waren vor allem Sportprodukte und Artikel aus dem Lifestyle-Bereich.

Adidas will den Umsatz der Sparten Schuhe und Bekleidung steigern, zugleich weniger dynamisch wachsende Sparten abstoßen. Dazu gehören die Golfmarken TaylorMade, Adams Golf und Ashworth, für die der Finaninvestor KPS Capital Partners insgesamt 425 Millionen Dollar (rund 390 Millionen Euro) zahlt. Der Deal soll noch im laufenden Jahr abgeschlossen werden, kündigte Rorsted an.

Mit Blick auf die Jahresziele für die fortgeführten Geschäftsbereiche sieht sich der Konzern weiterhin auf Kurs. Der Gewinn soll auf 1,2 bis 1,225 Milliarden Euro steigen, sagte der Konzernchef.

Unzufrieden zeigte er sich mit der Fitness-Tochter Reebok. Die habe 2016 in nahezu allen Weltregionen zugelegt, in Nordamerika aber einen Umsatzrückgang um ein Prozent verzeichnet. Einen Verkauf von Reebok schloss Rorsted dennoch kategorisch aus. Schließlich sei Fitness ein Wachstumsmarkt – immer mehr Menschen wollten sich gesund halten. Vielmehr wolle man in Nordamerika verstärkt investieren, auch in Marketing.

Die Offensive zielt auf das gesamte Geschäft in Nordamerika ab. Zwar sei Adidas dort im vergangenen Jahr um 24 Prozent gewachsen. "Aber wir sollten trotz aller Erfolge realistisch bleiben", mahnte Rorsted. Denn beim Umsatz liege Adidas in Nordamerika mit riesigem Abstand hinter dem Hauptkonkurrenten Nike.

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