Mittwoch, 12.12.2018

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Qualität und Vielfalt in Nürnbergs Museenlandschaft

Die fränkische Metropole bietet jede Menge Abwechslung - 07.02.2011 16:36 Uhr

Malerisch gelegen zwischen Hauptmarkt und Kaiserburg: das Albrecht-Dürer-Haus. © Harald Sippel


Albrecht-Dürer-Haus
Die Wohn- und Arbeitsstätte des Nürnberger Multitalents ist das einzige erhaltene Künstlerhaus des 16. Jahrhunderts nördlich der Alpen. Neben bedeutenden Werken können sich Besucher auch detailliert über Mal- und Drucktechniken aus Dürers Zeit informieren. Das Museum bietet Führungen in mehreren Sprachen an, unter anderem mit der Hausherrin Agnes Dürer höchstpersönlich.

Noch bis zum 3. Juli wird die Ausstellung "Die gottlosen Maler von Nürnberg. Graphik von Sebald und Barthel Beham" präsentiert. Nähere Informationen hierzu im Artikel.



Stadtmuseum Fembohaus
Nürnbergs einziges erhaltenes Kaufmannshaus aus der Spätrenaissance zeigt die Stadtgeschichte vor historischer Kulisse. 950 Jahre Nürnberg gibt es dort zu erleben, der Schwerpunkt  der Ausstellung liegt auf dem Mittelalter.
 

Kunst im Nazi-Bau: Das Motiv der „Häftlingswäsche“ griff der greise Vittore Bocchetta erst vor kurzem ein weiteres Mal auf – diesmal als Ölgemälde. Die Skulpturen im Vordergrund stehen dazu nicht in Bezug. © Hagen Gerullis


Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände
Mit dem wohl dunkelsten Kapitel der Nürnberger Geschichte beschäftigt sich das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände in der ehemaligen Kongresshalle der Nationalsozialisten. „Faszination und Gewalt“ lautet der Titel der Dauerausstellung, die sich mit dem Hintergrund und den Folgen der nationalsozialistischen Diktatur auseinandersetzt.

Auf der Internetseite des Dokumentationszentrums gibt es alle Informationen über Sonderausstellungen, Theaterprojekte und Vorträge, die im Dokuzentrum stattfinden. Noch bis zum 26. Juni 2011 gibt es die Ausstellung "Rückkehr", welche sich mit den Gemälden und Skulpturen des italienischen Widerstandskämpfers Vittore Bocchetta beschäftigt.
 

Spielzeugmuseum Nürnberg
Eine der weltweit bekanntesten Sammlungen von Spielwaren gibt es in Nürnbergs Innenstadt zu entdecken. Auf 1400 Quadratmetern Ausstellungsfläche findet sich Spielzeug aus allen Geschichtsepochen von der Antike bis in die Gegenwart. Dabei wurde der Schwerpunkt der Ausstellung auf die Entwicklung des Spielzeugs in den letzten 200 Jahren gelegt.

Das Museums besitzt über 65000 Objekte, von denen jedoch nur fünf Prozent in den Ausstellungsräumen Platz finden. Die restlichen Exponate kann man bequem von zuhause aus im „virtuellen Depot“ ansteuern.

Momentan läuft im Spielzeugmuseum eine Ausstellung zum Thema Haushaltstechnik im Spielzeug: Besucher der Ausstellung mit dem Titel "Nur für Mädchen?" haben noch bis zum 16.Oktober die Möglichkeit, sich über vermeintlich pädagogisch wertvolles Spielzeug, welches Mädchen auf ihre zukünftigen Hausfrauenpflichten vorbereiten sollten, zu informieren.


Hier geht es zum Video über das Spielzeugmuseum.


Museum Industriekultur
In den Fertigungshallen des ehemaligen Eisenwerks Julius Tafel, den sogenannten „Tafelhallen“, ist in den letzten Jahren ein Mitmach-Museum entstanden. Auf einer Fläche von 6000 Quadratmetern finden sich hier unter anderem ein „Lern- und Spaß-Labor“, in dem momentan eine Ausstellung zum Thema „Videospiele von A-Z“ zu sehen ist.

Die besten Pressefotos bayerischer Fotografen sind derzeit im Museum Industriekultur.


Dahinter verbirgt sich eine große Sammlung von Spielekonsolen, die man nicht nur anschauen, sondern auch ausprobieren darf.
Hier geht's  zu unserem Video über das Museum Industriekultur.

Schulmuseum Nürnberg
Das Schulmuseums ist eine Kooperation der Universität Erlangen-Nürnberg und der Stadt Nürnberg. Die Neukonzeption verzahnt das Schulmuseum und das Museum Industriekultur sowohl räumlich (der Museumsrundgang startet im Schulmuseum) als auch durch eine entscheidende Grundidee: Bildung ist "Rohstoff", der - nicht erst heute - ebenso wichtig ist wie Eisen, Stahl und Erdöl.
Hier geht es zu unserem Video aus dem Schulmuseum.

Weiter gibt es einen historischen Fahrradladen, eine Gipsmühle, detailreich nachgebaute Gewerbe- und Wohnräume, eine Tandem-Dampfmaschine, historische Fahrzeuge, ein Arbeiter-Vereinslokal mit angegliederter 1. FCN-Ausstellung, eine Druckwerkstatt, Ausstellungen rund um verschiedene Industrialisierungsprozesse von der Lebkuchenherstellung bis zur Bleistiftfertigung und vieles mehr. Noch ein kleiner Tipp: Im Museum Industriekultur können Kindergeburtstage gefeiert werden.

Andachtsbilder, die die Zitrone als Bildnis des Sündenfalls zeigen, im Germanischen Nationalmuseum. © Hagen Gerullis


Germanisches Nationalmuseum
Das 1852 gegründete Zentrum ist das größte kulturhistorische Museum in Deutschland. In den Ausstellungen gibt es über 1,3 Millionen Einzelstücke: von Gemälden Albrecht Dürers, Musikinstrumenten aus verschiedenen Epochen, Spielzeugen und Puppenhäusern über wissenschaftliche Instrumente aus verschiedenen Jahrhunderten bis hin zu mittelalterlichen Rüstungen oder Waffen und Schmuck aus der Zeit der Völkerwanderung. Ein Tag im Germanischen Nationalmuseum gleicht einer Zeitreise durch die Geschichte Deutschlands.

Koffer und Trolleys sind ein Symbol für die Schnelllebigkeit der modernen Welt. Zum 175-jährigen Bahnjubiläum läuft im germanischen Nationalmuseum eine Ausstellung über 250 Jahre Gepäckgeschichte, die erste ihrer Art in Deutschland. Verschiedenste Reisebegleiter können noch bis zum 1. Mai bestaunt werden. Näheres zur Ausstellung finden Sie auch in folgendem Artikel.

Museum Tucherschloss
In diesem edlen Gemäuer gingen früher Nürnberger Kaufleute ein und aus - nicht nur um Geschäfte zu machen, sondern auch um glanzvolle Feste zu feiern. Das Musem ist montags, donnerstags und sonntags geöffnet, und bietet zusätzlich interessante Sonderaktionen. Besonders empfehlenswert ist die neu eingerichtete Tour "Zu Gast bei den Pfeffersäcken", über die unser NN-Artikel auf unterhaltsame Art und Weise informiert. Die nächsten Termine hier.

Naturhistorisches Museum Nürnberg
200 Jahre hat die Naturhistorische Gesellschaft gesammelt - in der Norishalle kann man diese Hingabe nun begutachten. Vom größten deutschen Eisenmeteoriten über das einzige Skelett eines neugeborenen Höhlenbären-Babys in Süddeutschland bis zum ältesten Schwertfund auf Nürnberger Gebiet gibt es hier alles zu sehen, was den Naturhistoriker interessiert. Die Dauerausstellung zur nabatäischen Kultur ist zudem die einzige ihrer Art in Europa.

Kinder können sich im  Freilandaquarium und -Terrarium austoben, das in Stein in der Nähe von Nürnberg gelegen ist. Hier kann man von Mai bis September jeweils samstags und sonntags einheimische Fische und Reptilien beobachten, die sich in freier Wildbahn nur selten zeigen.

Verkehrsmuseum Nürnberg
Eine Eintrittskarte, zwei Museen. Die Chance zum Sparen bietet das Verkehrsmuseum Nürnberg. Das DB Museum und das Museum für Kommunikation teilen sich ein Gebäude.

Erste Anlaufstelle für Eisenbahnfreunde ist das DB-Museum. Hier kann die Geschichte der Bahn anhand ausgestellter Lokomotiven nachverfolgt werden. Auch für Modelleisenbahnfans lohnt der Besuch - auf über 1000 Quadratmetern sind zahlreiche Eisenbahnmodelle ausgestellt. Unter anderem gibt es eine 80 Quadratmeter große Modelleisenbahn zu bestaunen, die durch Detailverliebtheit und technische Raffinesse besticht und die stündlich jeweils zur halben Stunde ihre Kreise dreht. Ein Mitarbeiter des Museums erklärt dazu alle wichtigen Begriffe des Bahnjargons.
Lesen Sie hier, wie das DB-Museum die hohen Besucherzahlen auch in Zukunft aufrechterhalten will.

Im November letzten Jahres wurde das Museum für Kommunikation Nürnberg neu eröffnet. Die Tour gibt einen intensiven Einblick in verschiedenste Formen der Kommunikation und deren Geschichte. Interaktion haben die Betreiber dabei groß geschrieben: So kann sich der Besucher durch fünf Jahrzehnte TV-Programm zappen oder sich gleich selbst ins Studio stellen und aufzeichnen lassen.

Hier geht es zu unserem Video über das Kommunikationsmuseum.

Auch kritische Töne werden angeschlagen: Besucher sollen sich die Chancen, aber auch die Gefahren des Internets vor Augen führen.

Ein Hingucker: „Wilhelmina“ fotografierte F. C. Gundlach 1965 im Hamburger „Fashion Studio“. Das Neue Museum beleuchtet sein Werk. © Museum


Kunsthalle Nürnberg
Die Kunsthalle präsentiert in Wechselausstellungen zeitgenössische Kunst und Exponate aus der „Zweiten Moderne“ der 60er Jahre. Die Webseite des Museums informiert über die jeweils aktuelle Ausstellung.

Im Moment zeigt die Kunsthalle Werke der Schweizer Künstler Silvia Bächli und Eric Hattan, welche ihren Aufenthalt in Island thematisieren. Die Ausstellung "Schnee bis im Mai" läuft passend zum Titel bis zum 1. Mai.

Neues Museum Nürnberg
Mit der 100 Meter langen Glasfassade hebt sich das Gebäude des Neuen Museums auf imposante Art und Weise von der Nürnberger Innenstadt ab. Die Glasfront gibt den Blick frei auf aktuelle Ausstellungen. Im Inneren erwartet die Besucher neben der beeindruckenden Architektur des Museums Kunst und Design der Gegenwart. Einige Meter vom Museum entfernt, im Zwinger zwischen Sterntor und Frauentor, liegt der tagsüber frei zugängliche Skulpturengarten, in dem neun Statuen verschiedener Künstler besichtigt werden können.

Momentan sind im Neuen Museum Werke eines der bedeutendsten deutschen Modefotografen der Nachkriegszeit F. C. Gundlach ausgestellt. Hier finden Sie den NZ-Artikel zur Ausstellung.

Eine "Erlebnisführung für Enkel und Großeltern von 8 bis 88" bietet der Turm der Sinne an.Am Sonntag von 11.15 - 12.45 Uhr können Seniorinnen und Senioren mit (Kindern und Enkel)erfahren, wie die Welt der Wahrnehmung funktioniert. © oh


Turm der Sinne
Ein weiteres Erlebnismuseum ist der „turmdersinne“. In einem historischen Stadtmauerturm untergebracht, dreht sich hier alles um die menschliche Wahrnehmung. Statt einfacher Ausstellungsobjekte bietet „turmdersinne“ jede Menge Experimente, die alle Sinne fordern. Hier wird man oft in die Irre geleitet und lernt, wie leicht sich Wahrnehmung täuschen lässt.

Nürnberger Felsengänge, Kunstbunker und Kasematten
Wie wäre es einmal mit einem Ausflug in die Nürnberger Unterwelt? Keine Angst, Sie werden dabei nicht von zwielichtigen Gestalten umgeben sein und benötigen auch kein Mafia-Outfit. Stattdessen können Sie gemeinsam mit dem Förderverein Nürnberger Felsengänge auf eine Entdeckungstour durch die zahlreichen Bierkeller, Wasserstollen und Verteidigungsanlagen gehen, die sich unter der Nürnberger Innenstadt erstrecken.

Verschiedene Touren wie etwa eine Dunkelführung, bei der man mit Schutzhelm, Taschenlampe und Kompass durch die unterirdischen Anlagen schleicht oder die historische Bierführung, bei der man die Geschichte der Nürnberger Braukunst erlebt, sind ein Abenteuer für die ganze Familie. Im historischen Kunstbunker können Besucher sehen, wo und wie Kunstschätze im Krieg in Sicherheit gebracht wurden. Auf der Webseite des Vereins finden Sie die Termine der verschiedenen Führungen und können sich über Sonderveranstaltungen informieren.

Bei unserem Quiz können Sie außerdem täglich eine Führung durch die Felsengänge gewinnen.

Feldbahn-Museum 500 e.V.
Das Feldbahn-Museum widmet sich ausschließlich Lokomotiven und Wagen, die auf die Normspurweite von 500 Millimetern ausgelegt sind. Zu der beeindruckenden Sammlung gehören mittlerweile 86 Loks aus der ganzen Welt, unter anderem aus Tschechien, England, den Niederlanden, der Schweiz oder der ehemaligen DDR. Darunter sind Dieselloks, Akkuloks, Pressluftloks, eine Benzol- und eine Dampflok.

Der ganze Stolz des Feldbahn-Museums ist die Dampflok aus dem Jahr 1908.



Handwerkermuseum
Die Naturhistorische Gesellschaft (NHG) forciert momentan Pläne, in den sanierten Handwerkerhäusern der Kühnertsgasse ein Museum zu realisieren, das das Leben der Handwerker vom späten Mittelalter bis in die vorindustrielle Zeit hinein erlebbar machen soll. Lesen Sie mehr zu diesem Vorhaben und den Vorstellungen der NHG in unserem Artikel

aj,dvd,pn,mcb

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