Arif Taşdelen im Podcast

Horch amol: "Die SPD ist links, aber realistisch links"

5.5.2021, 13:26 Uhr

Im Gespräch mit NN-Chefredakteur Michael Husarek und Online-Chef Matthias Oberth räumt der 46-Jährige ein, dass der Niedergang seiner Partei ihn schmerzt. Gleichzeitig macht er deutlich, dass durch die Wahl der Doppelspitze mit Florian von Brunn und Ronja Endres sowie seiner Person als neuer Generalsekretär sowohl eine deutliche Verjüngung, als auch eine Schärfung des Profils einhergehe.

Seine eigene Biografie, nämlich in der Türkei geboren zu sein und in Deutschland mit sechs Geschwistern aufzuwachsen, sei "hilfreich, um die Menschen zu verstehen", sagt Taşdelen. Seine Eltern waren Analphabeten und er weiß, was es bedeutet, aus bildungsschwachen oder prekären Verhältnissen zu kommen. Den Menschen mit Migrationshintergrund zu zeigen, dass sie eine Stimme haben, ist ihm wichtig. Selbstkritisch merkt er an, dass in den vergangenen Jahren den Menschen immer mehr das Gefühl gegeben wurde, dass ihre Wünsche und Bedürfnisse relativ unwichtig bei den politischen Entscheidungen sind. "Politik ist aber dazu da, um einem das Leben angenehmer zu machen", sagt er im Podcast.


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Und hier sieht Arif Taşdelen auch die Abgrenzung sowohl zu den Grünen, als auch zu der Linkspartei. Er steht dazu, dass es auch den einkommensschwächeren Schichten möglich sein muss, in den Urlaub zu fliegen und der Benzinpreis keine schwindelerregenden Höhen erreichen darf. Dennoch sieht er die SPD als eine Partei, die den ökologischen Umbau vorantreibt. In Bayern sei Florian von Brunn seit Jahrzehnten in diesem Bereich engagiert und deshalb auch glaubwürdig. Zu den Forderungen der Linken sagt Taşdelen, die SPD sei schon immer links gewesen, aber eben "realistisch links" und nicht von utopischen Forderungen geprägt.

Im übrigen kämen die Bürgerinnen und Bürger nicht mit einem einzelnen Problem zu ihm, sondern "mit allen Problemen". Also von der Kinderbetreuung über die Sorge um den Arbeitsplatz bis hin zum Klimaschutz oder der Altersarmut. "Wir brauchen Antworten für viele Fragen", gibt er der SPD mit auf den Weg.


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Einem möglichen schwarz-grünen Bündnis auf Bundesebene sieht der Landtagsabgeordnete im übrigen eher gelassen entgegen. So wichtig es sei, mitregieren zu können, um die politischen Ziele umzusetzen, so hilfreich könnte es im Fall der Fälle sein, sich in der Opposition wieder zu finden und klarer zu positionieren.

Die Schwerpunkte, die er und die SPD setzen wollen, ergeben sich für Arif Taşdelen aus der aktuellen Shell-Jugendstudie: "Soziale Gerechtigkeit steht dort auf Nummer eins, gefolgt von Sorge über den Rechtsextremismus und den Umweltthemen", so Taşdelen. Alles Themen, die bei der SPD im Fokus stehen, so seine feste Überzeugung. Doch hören Sie selbst....

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