Gesundheit

Faktencheck: Ist Wasser mit Kohlensäure schlecht für den Körper?

Ella Gößelein

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21.3.2022, 08:11 Uhr
Ein Glas Wasser mit Sprudel ist besonders erfrischend.

© Günter Distler Ein Glas Wasser mit Sprudel ist besonders erfrischend.

Sprudelwasser ist lecker und erfrischend. Verantwortlich dafür ist die enthaltene Kohlensäure. Doch gerade um diese ranken sich viele Mythen und immer wieder kommt die Frage auf, ob Kohlensäure nicht sogar schädlich für die menschliche Gesundheit ist. Wir erklären, was dahinter steckt.

Ist Kohlensäure schlecht für die Zähne?

Oft besteht die Befürchtung, dass Kohlensäure den Zahnschmelz angreifen könnte und somit der Zahngesundheit schadet. Doch Mediziner geben Entwarnung. "Kohlensäure ist nicht schädlich für die Zähne, hier handelt es sich ja 'nur' um CO2", erklärt Roland Frankenberger, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK), gegenüber Ökotest. Auch Studien, die die Auswirkungen von Kohlensäure auf den Zahnschmelz untersuchen, können nur eine geringe bis gar keine Schädigung der Zähne beobachten.

Anders verhält es sich bei kohlensäurehaltigen Getränken, die zusätzlich Zucker oder Zitronensäure enthalten. Diese sind wesentlich schädlicher und wirken sich negativ auf die Gesundheit aus, da sowohl Zucker als auch Zitronensäure den Zahnschmelz angreifen und zerstören können.

Eine Studie der der Universität Birzeit in Ramallah aus dem Jahr 2017 legt zudem die Vermutung nahe, dass Menschen, die spritziges Mineralwasser trinken, schneller zunehmen als Personen, die beispielsweise Leitungswasser bevorzugen. Grund dafür sei, dass die Kohlensäure im Wasser den Spiegel des Hungerhormons Ghrelin im menschlichen Körper steigen lässt und man daraufhin mehr Nahrung zu sich nimmt.

Fest steht jedoch, dass das Hormon Ghrelin nicht alleine für das menschliche Hungergefühl verantwortlich ist. Die Untersuchung an der Universität wurde an Ratten und 20 männlichen Studenten durchgeführt. Ein medizinisch plausibler Nachweis für den Zusammenhang zwischen Kohlensäure und einem gesteigertem Hungergefühl fehlt bislang.

Spritziges Wasser verursacht Sodbrennen

Viele Menschen befürchten, dass Wasser mit Kohlensäure den Körper übersäuern könnte. Wie Ökotest berichtet, besteht jedoch kein Grund zur Sorge. Spritziges Wasser hat zwar tatsächlich einen niedrigeren pH-Wert als stilles Wasser, das hat jedoch keinen Effekt auf den Körper.

Viele Menschen klagen jedoch, dass Mineralwasser Sodbrennen auslöst. Das liegt daran, dass beim Verzehr von Sprudelwasser CO2 in Form von Gas in den Magen gelangt und später zum Teil über die Speiseröhre entweicht. Dabei kann auch Magensäure in die Speiseröhre gelangen und es kommt zu Sodbrennen. Grundsätzlich ist Kohlensäure für den menschlichen Magen aber nicht schädlich.

Die Verbraucherzentrale rät dennoch, dass Personen mit empfindlichem Magen eher auf spritziges Wasser verzichten sollten. Generell ist es wichtig, genug Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Wer seine Gesundheit erhalten will, sollte zudem auf eine ausgewogene Ernährung achten.

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