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Petersilienwurzel: So schmeckt das unterschätzte Wintergemüse

Simone Madre
Simone Madre

SEO-Redakteurin

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19.1.2023, 17:11 Uhr
Petersilienwurzeln sind ein typisches Wintergemüse.

© Bernd Schmidt via www.imago-images.de Petersilienwurzeln sind ein typisches Wintergemüse.

In diesem Artikel:

Viele kennen die Petersilienwurzel als Gemüse im Suppengrün, dabei kann sie weitaus mehr als Suppen oder Brühen einen kräftigen Geschmack zu geben. Das weiße Wurzelgemüse wird oftmals unterschätzt, denn die Petersilienwurzel ist gesund und kann äußerst lecker sein. Im folgenden Artikel gibt es alle Informationen rund um die Petersilienwurzel.

Petersilienwurzel wird oftmals auch "Knollenpetersilie" oder "Wurzelpetersilie" genannt und ist eine Unterart der Petersilie. Die Rübe der Petersilienwurzel ist dick, länglich und läuft spitz zu. Sie ist weiß und hat quer verlaufene, braune Ringel. Das Fleisch ist ebenfalls weiß und ähnelt der Pastinake. Die Blätter der Petersilienwurzel ähneln denen der glatten Schnitt-Petersilie, sind jedoch etwas größer.

Ursprünglich wurde die Petersilienwurzel in Mittel- und Nordeuropa angebaut, mittlerweile wird sie auf der ganzen Welt im Freiland oder in Gewächshäusern gezogen.

Die Petersilienwurzel hat einen würzigen, leicht scharfen und zugleich süßlichen Geschmack. Der Geruch erinnert an Knollensellerie und Petersilie. Oftmals findet man die Petersilienwurzel im Suppengrün wieder und verwendet sie auch gerne für Saucen. Zudem verleiht sie Eintöpfen und Ragouts ein ganz besonders würziges Aroma. Aber auch roh geraspelt in Salaten oder angebraten als Beilage schmeckt die Wurzelpetersilie. Sowohl die Wurzel als auch die Blätter der Petersilienwurzel können roh oder gekocht verzehrt werden.

Rein äußerlich ähnelt die Wurzelpetersilie stark der Pastinake. Beide gehören zur Familie der Wurzelgemüse. Wenn man sie unterscheiden will, sollte man sich den Kopf ansehen. Bei Pastinaken ist der Blattansatz eingesunken und der Kopf ist merklich dicker als der Rest. Petersilienwurzeln haben ein nach oben gewölbtes Kopfteil und sind meist gerader.

Zudem unterscheiden sich beide im Geruch und Geschmack. Die Petersilienwurzel riecht und schmeckt nach Petersilie, die Pastinake verrät in ihrem nussigen Aroma die Verwandtschaft zur Möhre. Zudem schmeckt sie milder als die Wurzelpetersilie.

Im Vergleich: So sehen Pastinaken aus.

Im Vergleich: So sehen Pastinaken aus. © imageBROKER/Jürgen Pfeiffer via www.imago-images.de

Die Petersilienwurzel enthält zahlreiche wertvolle Inhaltsstoffe wie Vitamine der B-Gruppe, Provitamin A und Vitamin C. Vitamin C ist wichtig für das menschliche Immunsystem und zudem an zahlreichen Stoffwechselvorgängen beteiligt. Petersilienwurzel enthält 41 mg Vitamin C pro 100 Gramm. Somit reichen bereits 250 Gramm Petersilienwurzel, um 100 Prozent des Tagesbedarfs an Vitamin C abzudecken.

B-Vitamine unterstützen die Funktion der Nerven, den Zellaufbau und den Gehirnstoffwechsel. Zudem sind wichtige Mineralstoffe wie Kalzium, Kalium und Eisen in der Wurzelpetersilie enthalten. Die Mineralstoffe helfen, eventuelle Nährstoffmängel auszugleichen. Kalzium ist wichtig für gesunde Knochen und Zähne, Eisen für die Blutbildung und Natrium für die Weiterleitung der Nervenimpulse.

Durch den hohen Ballaststoffgehalt werden die Verdauung angeregt und die Füllmenge des Darms reguliert. Gleichzeitig wirkt die Wurzel entgiftend und damit auch gesundheitsfördernd. Zudem enthält die Wurzelpetersilie ätherische Öle wie Apiol, auch Petersilienkampfer genannt. Die Öle haben eine harntreibende Wirkung, sodass sie besonders wirksam bei Erkrankungen der Blase oder des Harntrakts sind. Auch bei Blähungen und Menstruationsbeschwerden soll Apiol hilfreich sein und die Schmerzen im Unterleib lindern können.

Zuletzt hat die Petersilienwurzel nur wenig Kalorien und eignet sich daher ideal zum Abnehmen bei einer ausgewogenen und gesunden Ernährung.

Von Nebenwirkungen spricht man eigentlich nur, wenn es um schädliche Folgen eines Medikaments geht. Umgangssprachlich findet man den Begriff aber auch für Lebensmittel. Denn wie überall gilt auch hier: Die Dosis macht das Gift. Zu viel von einer eigentlich gesunden Speise kann dazu führen, dass man Beschwerden entwickelt.

Hellhäutige Menschen können nach dem Verzehr eine phototoxische Reaktion erleiden, die sich durch Pickel und juckenden Ausschlag bemerkbar macht. Das liegt an den enthaltenen Furanocumarinen, die beispielsweise auch in Grapefruits und Zitronen stecken. In sehr seltenen Fällen gibt es allergische Reaktionen der Haut oder der Schleimhäute, wenn diese mit der Petersilienwurzel in Kontakt kommen.

In hoher Dosierung kann die Petersilienwurzel beziehungsweise das darin enthaltene Apiol bei einer Schwangerschaft die Wehen auslösen. Daher wird Schwangeren von einer hohen Dosierung der Petersilienwurzel oder dem Verzehr in konzentrierter Form abgeraten. Allerdings ist etwas Petersilienwurzel in der Suppe oder als Gewürz auch für Schwangere unbedenklich. Weitere Nebenwirkungen sind eine mögliche Belastung der Nieren bei Überdosierung.

Was Schwangere essen dürfen und was nicht, erfahren Sie in unserem Beitrag.

Petersilienwurzel wird von einigen Babys zu Beginn der Beikost noch nicht gut vertragen, grundsätzlich ist sie aber sehr gut für Babys geeignet. Auch bei Kindern kann die Petersilienwurzel die Verdauung unterstützen. Am besten kocht man diese als kleine Würfel. Wem die Petersilienwurzel zu intensiv im Geschmack ist, kann andere Gemüsesorten oder Kartoffeln hinzugeben.

Zuerst sollte man die Petersilienwurzel gründlich abwaschen, am besten unter fließendem Wasser. Danach entfernt man die dunklen Stellen und den Strunk der Wurzelpetersilie. Die Wurzel muss allerdings nicht unbedingt geschält werden. Vor allem Petersilienwurzel aus dem eigenen Garten kann bedenkenlos mit Schale verzehrt werden.

Kann man Petersilienwurzel roh essen? Ja, Petersilienwurzel kann auch roh gegessen werden. Dazu sollte man sie am besten fein raspeln und beispielsweise in einem Salat servieren. Das klein geschnittene Gemüse kann man aber auch kurz anbraten oder mit etwas Gemüsebrühe dämpfen. Durch die Zubereitung kommt der charakteristische Geschmack der Wurzel besonders gut zur Geltung.

Heimische Petersilienwurzel sind zwischen Ende September und Frühjahr erhältlich und gelten in Deutschland als Wintergemüse. Lagern sollte man die Wurzel am besten an einem dunklen, kühlen Ort. Das Gemüse kann dort problemlos für zwei bis drei Wochen gelagert werden. Dafür eignen sich am besten der Keller oder das Gemüsefach des Kühlschranks. Die Temperatur bei der Lagerung sollte bestenfalls nicht über zwei Grad Celsius steigen.

Die Wurzelpetersilie kann man auch problemlos einfrieren. Dazu wäscht man das Gemüse, schneidet es in kleine Stücke und blanchiert es. Nach dem Abkühlen kann man die Petersilienwurzel in luftdichten Behältern oder Gefrierbeuteln verpacken und für mehrere Monate einfrieren.

Wie Sie Lebensmittel richtig einfrieren können, erfahren Sie in unserem Beitrag.

Das Wintergemüse kann so ähnlich wie Möhren zubereitet werden und benötigt sogar weniger Garzeit. Die Petersilienwurzel kann – je nach Geschmack - entweder geschält werden oder mit Schale gegessen werden. Allerdings sollte man die Petersilienwurzel dann gründlich waschen. Mit dem würzigen Geschmack passt die Petersilienwurzel vor allem in Suppen und Eintöpfe. Aber auch mit Püree oder als blanchiertes Gemüse schmeckt Petersilienwurzel überaus lecker. Wer die Petersilienwurzel lieber roh essen möchte, kann diese in einen Salat raspeln oder sich einen grünen Smoothie zubereiten.

Petersilienwurzel-Suppe

Zutaten (als Vorspeise für zwei):

  • 1 Zwiebel
  • 300 g Petersilienwurzel
  • 2 EL Rapsöl
  • 1 Prise Zucker
  • 500 ml Gemüsebrühe
  • Salz, Pfeffer und etwas Sahne

Zubereitung:

  1. Zuerst wird die Zwiebel geschält und klein gehackt. Danach wird die Petersilienwurzel gewaschen, geschält und in kleine Würfel geschnitten.
  2. Jetzt wird Öl in einer Pfanne erhitzt. Nun gibt man die Zwiebel und Petersilienwurzel hinzu und brät sie etwas an. Nun streut man etwas Zucker darüber und lässt ihn karamellisieren.
  3. Nun kommt die Gemüsebrühe hinzu und das Ganze wird zehn Minuten geköchelt.
  4. Wenn die Petersilienwurzel weich ist, kann das Ganze mit einem Mixstab püriert und mit Sahne, Pfeffer und Salz abgeschmeckt werden.

    Püree aus Petersilienwurzel

    Petersilienwurzel-Püree eignet sich als Beilage zu Fleisch oder Fisch. Aber auch in der vegetarischen oder veganen Küche kann das Püree wunderbar als Beilage zu Bratlingen serviert werden.

    Zutaten:

    • 400 g Petersilienwurzel
    • 2 kleine Zwiebeln
    • 200 ml Gemüsebrühe
    • Salz und Muskatnuss
    • etwas Sahne
    • ein paar Blätter Petersilie

    Zubereitung:

    1. Die Petersilienwurzel wird gewaschen, geschält und möglichst klein geschnitten.
    2. Danach werden Zwiebeln geschält und in kleine Würfel geschnitten. Anschließend kommt die Gemüsebrühe hinzu und wird so lange köcheln gelassen, bis alles weich ist.
    3. Mit dem Mixstab wird alles püriert und nach Belieben etwas Sahne hinzugegeben.
    4. Jetzt muss man das Püree nur noch mit Gewürzen abschmecken und etwas frische Petersilie unterheben. Warm servieren und genießen!