Ernährung

Ernährung in der Schwangerschaft: Was sind die No-Gos?

Simone Madre
Simone Madre

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11.5.2022, 09:23 Uhr
Schwangere sollten einige Lebensmittel vermeiden. 

© Caroline Seidel, dpa Schwangere sollten einige Lebensmittel vermeiden. 

Es ist gar nicht so einfach für Schwangere, den Überblick zu behalten, was sie alles essen dürfen und was nicht. Bis auf einige Ausnahmen sollten Schwangere das essen, was ihnen schmeckt. Schließlich ist die Zeit der Schwangerschaft bereits eine Herausforderung.

Ärzte raten aber dringend von bestimmten Lebensmitteln wie Salami, Sushi oder Camembert ab. Einige Lebensmittel bergen das Risiko einer Krankheitsübertragung, die für die Entwicklung des Babys schädlich ist. Somit sollte man während der Schwangerschaft einige Lebensmittel vom Speiseplan streichen, um das Kind zu schützen. Um welche Nahrungsmittel es konkret geht, erfahren Sie hier.

Was darf in der Schwangerschaft nicht gegessen werden?

Im Folgenden gibt es einen Überblick über Lebensmittel, die in der Schwangerschaft besser vom Speiseplan gestrichen werden sollten.

Gorgonzola und Mozzarella

Rohmilchkäse wird in der Fertigung meistens nicht hoch genug erhitzt, um alle Keime abzutöten. Rohe Milch und der daraus hergestellte Käse können zudem Listerien enthalten und sind daher für Schwangere keine gute Wahl. Woraus der jeweilige Käse besteht, steht auf dem zugehörigen Etikett. In der Schwangerschaft sollten somit Weichkäsesorten lieber vermieden werden. Dazu zählen Camembert, Brie, Gorgonzola und Roquefort.

Mozzarella wurde ursprünglich ebenfalls aus Rohmilch hergestellt und wäre damit für Schwangere tabu, mittlerweile wird er aber häufig aus pasteurisierter Milch gefertigt und ist in dieser Form unbedenklich. Schwangere sollten sich immer das Etikett anschauen. Wenn auf diesem "nicht pasteurisiert", "aus Rohmilch" oder "aus nicht pasteurisierter Milch" steht, sollte der Mozzarella lieber im Supermarktregal stehen bleiben. Auch in der Gastronomie sollte man vorsichtshalber auf Mozzarella während der Schwangerschaft verzichten.

Salami, Parma und Serranoschinken

Rohe oder halbgare Fleischprodukte können möglicherweise Toxoplasmose-Erreger, Listerien oder andere Keime enthalten und sollten daher nicht im Speiseplan einer schwangeren Frau auftauchen. Geräuchertes oder luftgetrocknetes Fleisch wie Salami, Parma- oder Serranoschinken sind Beispiele für diese Lebensmittel.

Ebenfalls vermieden werden sollten rohes Fleisch (Hackfleisch, Mett, Carpaccio, Tatar oder Mett), Rohwurst (Mettwurst, Teewurst und Schmierwurst) sowie rohe Pökelfleischprodukte (roher Schwarzwälder Schinken, roher Kasseler, Rollschinken, Nussschinken, Lachsschinken, Räucherspeck, Schinkenspeck und Rauchfleisch).

Thunfisch und Lachs

Auf rohen Thunfisch und (Räucher-)Lachs sollte man während der gesamten Schwangerschaftszeit verzichten, da er teilweise mit Listerien- und Toxoplasmoserregern verunreinigt ist. Thunfisch weist zudem regelmäßig einen hohen Anteil an organischem Quecksilber auf. Das Thunfischverbot gilt für jegliche Formen von Thunfisch. Fischsorten mit einem ähnlich hohen Quecksilberanteil sollte man ebenfalls während einer Schwangerschaft nicht essen, dazu gehören Heilbutt, Aal, Hai, Seeteufel, Hummer und Rotbarsch.

Feta und Hirtenkäse

Feta wird in der Regel aus Rohmilch hergestellt und sollte daher von schwangeren Frauen nicht verzehrt werden. Entscheidend ist erneut, ob bei dem Fetakäse rohe oder pasteurisierte Milch verwendet wurde. Dabei spielt es allerdings keine Rolle, ob der Fetakäse aus Schafs- oder Kuhmilch besteht.

Frischkäse

Frischkäse aus Rohmilch oder nicht pasteurisierter Milch sollte während der Schwangerschaft lieber im Supermarktregal stehen bleiben.

Sushi

Schwangere sollten auf jegliche Art von rohem oder zu kurz erhitzen Fisch verzichten. Dies trifft auf Sushi oder Sashimi zu, sofern es sich um rohen Fisch handelt. Vorsicht sollte aber auch bei vegetarischem Sushi geboten sein. Wenn bei der Herstellung nicht auf genügend Hygiene geachtet wird und Sushirollen mit dem gleichen Messer geschnitten werden, können Krankheitserreger vom rohen Fisch ebenfalls übertragen werden. Andernfalls sind vegetarische oder vegane Sushi-Varianten natürlich für Schwangere erlaubt.

Mayonnaise und Remoulade

Frische Mayo enthält in der Regel rohe Eier. Wegen einer Gefahr von Salmonellen sollte man rohe Eier in der Schwangerschaft meiden. Gekaufte Tuben ohne rohe Eier sind unbedenklich, sollten aber fachgerecht im Kühlschrank aufbewahrt werden. Genauso verhält es sich bei Remoulade.

Was ist in der Schwangerschaft erlaubt?

Was darf man überhaupt noch essen? Diese Frage stellen sich wohl nicht wenige Schwangerer, nachdem sie die Liste an Tabu-Lebensmitteln gelesen haben. Die folgenden Lebensmittel sind während der gesamten Schwangerschaft jedoch unbedenklich:

Honig

Honig kann Bakterien wie Clostridium botulinum enthalten. Das natürlich vorkommende Bakterium ist für den Menschen aber ungefährlich und kann auch nicht über die Plazenta an das Ungeborene übertragen werden. Folglich gilt Honig während der Schwangerschaft als unbedenklich. Säuglinge sollten deshalb allerdings keinen Honig essen. Das verwechseln manche Schwangere und meinen, sie müssten auch während der Schwangerschaft auf Honig verzichten.

Käse

- Schnittkäse wie Gouda, Butterkäse oder Edamer ohne Rinde
- Hartkäse aus Rohmilch wie Parmesan
- Feta und Mozzarella aus pasteurisierter Milch

Frischkäse

- Abgepackte Frischkäsesorten (wie Philadelphia, Bresso oder Exquisa) sind in der Regel pasteurisiert
- Körniger Frischkäse (sofern pasteurisiert)
- Ziegenfrischkäse (sofern pasteurisiert)

Wurst

- Brühwurst (zum Beispiel Wiener Würstchen, Frankfurter Würstchen, Mortadella, Leberkäse oder Bockwurst)
- Kochwurst (wie Blutwurst, Leberwurst, Corned Beef)
- Gegarte Pökelfleischprodukte, beispielsweise Kochschinken oder gekochter Kassler

Sushi

- (Selbst zubereitetes) Sushi ohne rohen Fisch, das im Zubereitungsprozess nicht kontaminiert wurde

Salamipizza

Gegen Salami auf der Pizza spricht grundsätzlich nichts, da die hohen Temperaturen alle potentiell schädlichen Bakterien im Ofen bereits vernichtet haben.

Fisch

- Lachs (nicht roh)
- Hering
- Forelle
- Makrele
- Karpfen

Mayonnaise und Remoulade

- Selbstgemachte Varianten ohne Eier

Darf man scharf essen in der Schwangerschaft?

Viele Mütter haben in der Schwangerschaft Gelüste auf scharfes Essen, haben aber Angst, dass dies dem Ungeborenen schaden könnte. Diese Sorge ist jedoch unbegründet. Experten sind sich einig, dass es dem Baby nicht schadet, wenn die Mutter während der Schwangerschaft etwas Scharfes isst. Während Kohlenhydrate nachweislich den Blutzuckerspiegel des Ungeborenen erhöhen, haben scharfe Gemüsesorten oder Gewürze keine Auswirkungen auf das Baby.

Der Mythos, dass scharfes Essen schlimmstenfalls verfrühte Wehen verursacht, stimmt ebenfalls nicht. Scharfes Essen kann die Schleimhäute und das Gewebe besser durchbluten. Dies hat jedoch keine Auswirkungen auf die Gebärmutter und kann somit auch keine Wehen einleiten. Scharfes Essen während der Schwangerschaft kann allerdings den Geschmackssinn des Kindes beeinflussen und Gelüste auf deftiges Essen hervorrufen.

Schwangere Frauen können also bedenkenlos zu Chili, Jalapenos und Co. greifen, sollten dabei aber stets auf ihren Körper hören. Scharfes Essen kann schließlich die Schwangerschaftssymptome wie Übelkeit oder Unwohlsein verstärken. Wer also bereits vor der Schwangerschaft mit Magenproblemen, Übelkeit oder Verstopfungen zu kämpfen hat, sollte mit dem scharfen Essen lieber vorsichtig sein.

Warum sind einige Lebensmittel verboten?

Das Heranwachsen des Säuglings schwächt das Immunsystem werdender Mütter, sodass diese während der Schwangerschaft anfälliger für Infekte, Bakterien oder Viren sind. Um die Gesundheit von Mutter und Kind nicht zu gefährden, sollten bestimmte Lebensmittel gemieden werden, die Krankheitserreger wie Listerien, Toxoplasmen oder Salmonellen übertragen können.

Gesunde Ernährung in der Schwangerschaft

Eine gesunde und vitaminreiche Ernährung ist das A und O für die Schwangerschaft. Dafür eignen sich besonders Rezepte mit einem hohen Ballaststoffanteil und vielen Nährstoffen. Das ist in der Schwangerschaft- und Stillzeit unabdingbar, damit das ungeborene Baby mit allem versorgt wird, was es braucht. Natürlich sollte es auch der werdenden Mutter an nichts fehlen.

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