Gesundheit

Trendgetränk Selleriesaft: Ist er wirklich so gesund?

Simone Madre
Simone Madre

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21.9.2022, 09:50 Uhr
Wie gesund ist eigentlich Selleriesaft?

© IMAGO/Tanya Yatsenko Wie gesund ist eigentlich Selleriesaft?

Sellerie ist nicht nur ein gesundes, sondern auch sehr vielseitiges Gemüse. Egal, ob im grünen Smoothie oder in kaltgepressten Säften – Stangensellerie wird heute mehr geschätzt als je zuvor. Warum gilt insbesondere der Selleriesaft bei seinen Fans als äußerst gesund und wie kann man Selleriesaft selber machen?

Was ist Selleriesaft?

Wenn von Selleriesaft die Rede ist, geht es meist um Staudensellerie und nicht um Knollensellerie. Umgangssprachlich ist der Staudensellerie auch als Stangensellerie bekannt. Ein Glas Selleriesaft (300 Milliliter) besteht aus rund zehn Stangen Staudensellerie, die entsaftet werden. Dabei werden die Fasern mit einem Entsafter herausgefiltert und die Flüssigkeit bleibt übrig – nun kann man den Selleriesaft trinken.

Woher kommt der Trend mit dem Selleriesaft?

Der Trend, Selleriesaft zu trinken, stammt aus den USA und lässt sich auf den Autoren Anthony William zurückführen. Er ist in den USA als "medizinisches Medium" bekannt und hat viele Anhänger - seine Bücher sind Bestseller. Er gibt an, sein medizinisches Wissen von einem Geist zu erhalten, wissenschaftlich untermauert sind seine Thesen nicht. 2019 veröffentlichte er ein Buch zur positiven Wirkung von Selleriesaft bei vielen verschiedenen Leiden. So soll der Saft bei Diabetes, Haarausfall, Reizdarm und Borreliose helfen, Schlafstörungen reduzieren und das Energieniveau steigern. Studien zu den Auswirkungen von Sellerie als Saft beim Menschen gibt es allerdings nicht. Sellerie kann jedenfalls zu einer gesunden Ernährung beitragen, da das Gemüse verschiedene Vitamine enthält.

Wie schmeckt Selleriesaft?

Der Geschmack des Superfoods ist für die meisten Menschen zunächst etwas gewöhnungsbedürftig. Selleriesaft ist leicht salzig und bitter. Der Eigengeschmack ist schwer zu beschreiben. Dennoch schmeckt der Selleriesaft deutlich milder als viele Menschen erwarten.

Selleriesaft: Welche Wirkung hat das Trendgetränk?

In einem Glas Selleriesaft (300 Milliliter) stecken rund zehn Stangen Sellerie. So viel Sellerie würden nicht einmal echte Sellerie-Fans auf einmal essen, als Saft fällt die Nährstoffaufnahme somit deutlich leichter. Allerdings fehlen beim Saft die Selleriefasern, die für ein Sättigungsgefühl sorgen und als Ballaststoffe bei der Verdauung helfen. Außerdem sorgt das fehlende Kauen dafür, dass kaum ein Sättigungseffekt eintritt.

Staudensellerie enthält eine Vielzahl an Vitaminen und Mineralstoffen, wie zum Beispiel:
- Magnesium
- Kalium
- Natrium
- Kalzium
- Antioxidantien
- Eisen
- Vitamin A, C, K
- Vitamin D
- Vitamin B1, B2, B6

Wenn Selleriesaft aus roher und unverarbeiteter Sellerie frisch gepresst wird, bleiben fast alle gesunden Inhaltsstoffe erhalten.

Bereits nach wenigen Tagen mit einem morgendlichen Glas Selleriesaft spüre man mehr Zufriedenheit und weniger Gelüste nach ungesundem Essen, schreibt das "Zentrum der Gesundheit". Zudem steige die Konzentrationsfähigkeit. Das sind natürlich sehr subjektive Empfindungen. Zudem räumt der Blog ein, dass größere Effekte auch dadurch entstehen könnten, dass manche Menschen vorher insgesamt wenig Obst und Gemüse gegessen hätten und nicht so sehr auf die Gesundheit geachtet hätten.

Warum ist Selleriesaft so gesund?

Vitamin K stärkt die Knochen, Vitamin C wirkt entzündungshemmend, Vitamin A ist gut für die Augen und die verschiedenen B-Vitamine sind wichtig für den Energiestoffwechsel. Dazu kommen Eisen, Magnesium, Kalium und Kalzium. Vor allem die Kombination aus Magnesium und Kalium trägt dazu bei, dass Selleriesaft sogar den Blutdruck senken könnte, da beide Mineralstoffe gleichermaßen die Blutgefäße entspannen. Es gibt hierzu aber wenige Studiendaten (siehe unten).

Dem Selleriesaft wird eine Vielzahl von positiven Effekten nachgesagt:

· Entgiftende Wirkung
· Blutreinigende und blutdrucksenkende Wirkung
· Förderung der Magen-und Darmgesundheit und Linderung von chronischen Erkrankungen
· Unterdrückung einer Überproduktion von Magensäure
· Entzündungshemmende Wirkung
· Stärkung des Herzens und der Knochen
· Verbesserung des Hautbildes
· Stärkung des Immunsystems
· Aktivierung des Stoffwechsels
· Harntreibende Effekte

Bewiesen sind diese Wirkungen beim Menschen zum Großteil aber nicht. Zur blutdrucksenkenden Wirkung gab es 2014 eine Pilotstudie mit 30 Teilnehmern, bei denen Sellerieextrakt verwendet wurde. Diese Pilotstudie deutete darauf hin, dass der Extrakt bei Bluthochdruck helfen kann, es fehlen aber umfangreichere Testdaten. Zu einigen der genannten Effekte des Selleries findet man nur Studien bei Tieren. 2010 gab es beispielsweise eine Studie an Ratten, bei der der positive Einfluss von Sellerieextrakt auf die Magenschleimhaut nachgewiesen wurde. Bei einer weiteren Studie 2019 wurde ebenfalls an Ratten festgestellt, dass Sellerie sich positiv bei Arthritis auswirkt.

Aufgrund des hohen Wasseranteils von 97 Prozent ist Staudensellerie, den man im Ganzen isst, auch zum Abnehmen geeignet. 100 Gramm Staudensellerie enthalten gerade einmal 18 Kilokalorien. Die im Sellerie enthaltenen Ballaststoffe füllen den Magen und erzeugen ein Sättigungsgefühl. Das gilt für den Saft aber nur im geringen Maß, da hier die Fasern und der Kauprozess fehlen.

Wie oft sollte man Selleriesaft trinken?

Wenn man ausprobieren will, ob Selleriesaft dem eigenen Körper gut tut, sollte man mit einer kleinen Menge von circa 50 Milliliter pro Tag starten. Wer diese Menge problemlos verträgt, kann die Menge steigern.

Selleriesaft: Welche Nebenwirkungen gibt es?

Der Verzehr von Selleriesaft kann auch unangenehme Effekte verursachen. Der Saft könne laut Anthony Williams vor allem bei einer ungewohnt hohen Menge (also beispielsweise als Saft) Nebenwirkungen wie Schwindel, Kopfschmerzen, ein Zwicken im Bauch oder Übelkeit auslösen. Daher sollte man zunächst mit einer geringen Menge beginnen, um den Körper daran zu gewöhnen.

Da Selleriesaft blutdrucksenkend und entwässernd wirken soll, sollten Menschen mit niedrigem Blutdruck oder Nierenerkrankungen auf einen (übermäßigen) Konsum von Selleriesaft verzichten.

Einige Menschen reagieren allergisch auf Sellerie und sollten auf den Saft verzichten. Auch Menschen mit einer Kreuzallergie auf Birke, Pollen, Erle oder Hasel können gegebenenfalls allergisch auf den rohen Saft reagieren und Symptome wie Juckreiz oder Schwellungen im Mundraum, Magen-Darm-Beschwerden oder Hautreaktionen entwickeln.

Die Menge an Vitamin K, die im Selleriesaft enthalten ist, kann für einige weitere Menschen problematisch sein. Nimmt man gerinnungshemmende Medikamente, empfiehlt der Beipackzettel meist, den Verzehr von Vitamin K einzuschränken, da der Körper es für die Blutgerinnung verwendet. Das Institut für Ernährungsmedizin der TU München empfiehlt, auf Vitamin-K-haltige Vitaminpräparate zu verzichten oder deren Einnahme mit dem Arzt zu besprechen. Das ist auch ratsam, wenn man über frischgepressten Säfte viel Vitamin K zu sich nimmt.

Selleriesaft und die Schilddrüse

In einem weiteren Buch erklärt Anthony Williams, dass er Selleriesaft aufgrund der zahlreichen Nährstoffe als begleitende Therapie bei einer Schilddrüsenerkrankung empfiehlt. Auch das ist wissenschaftlich nicht belegt. Man findet in wissenschaftlichen Publikationen lediglich das Fallbeispiel einer Patientin, die zur Gewichtsabnahme täglich Sellerieextrakt einnahm und nach zweieinhalb Monaten mit einer Schilddrüsenüberfunktion in eine Klinik eingeliefert wurde. In einem Fachartikel schrieben die behandelnden Ärzte, dass die Überfunktion ein Nebeneffekt der Sellerieextrakt-Einnahme sein könnte.

Wie kann man Selleriesaft selber machen?

Am wirkungsvollsten soll der Selleriesaft laut Anthony Williams in purer Form am frühen Morgen sein. Dann können die gesunden Inhaltsstoffe vom Körper am besten aufgenommen werden. Wer Stangensellerie kauft, sollte auf Bio-Qualität setzen, da herkömmlicher Sellerie oftmals mit Pestiziden behandelt wird.

Purer Selleriesaft

Für die Herstellung von Selleriesaft verwendet man am besten einen Entsafter. Für 350 Milliliter Selleriesaft werden etwa 600 Gramm Staudensellerie benötigt.

1) Stangensellerie waschen und die Enden dünn abschneiden

2) Die Stangen in circa fünf Zentimeter dicke Stücke schneiden

3) Die Selleriestücke in den Entsafter geben

4) Fertig ist der Saft

Die Zubereitung in einem Slow JuicerAnzeige bietet ebenfalls Vorteile. Dabei wird das grüne Gemüse mit viel Kraft und wenigen Umdrehungen gepresst, sodass mehr Nährstoffe enthalten bleiben sollen.

Selleriesaft ohne Entsafter zubereiten

Wer keinen Entsafter im Haushalt hat, muss dennoch nicht auf das Trendgetränk verzichten. Auch mit einem StandmixerAnzeige kann man den nährstoffreichen Selleriesaft zubereiten.

1) 600 Gramm Selleriestangen waschen und in drei Zentimeter große Stücke schneiden

2) Die Stücke in den Mixer geben (ohne Wasser)

3) Mixer anschalten, bis eine pürierte Masse entsteht

4) Die Masse in ein Tuch geben und die Flüssigkeit durchdrücken

5) Saft genießen

Alternativ kann man den SelleriesaftAnzeige natürlich auch im Supermarkt erwerben oder online bestellen. Frisch gepresste Säfte enthalten allerdings mehr Vitamine als gekaufte, pasteurisierte Säfte.

Wer den Selleriesaft (noch) nicht pur trinken will, kann andere Obst- oder Gemüsesorten hinzugeben. Die zwei folgenden Rezepte schmecken besonders lecker.

Rezept 1: Selleriesaft mit Zitrone und Gurke

Für das Rezept werden benötigt:

- 300 Gramm Staudensellerie
- eine Salatgurke
- 30 Gramm Zitrone mit Schale

Die Enden der Selleriestangen werden abgeschnitten und das Gemüse gründlich abgewaschen. Danach werden Sellerie sowie Gurke in vier bis sechs Zentimeter große Stücke geschnitten und mit allen anderen Zutaten in einen Slow Juicer oder Entsafter gegeben. Jetzt kann man den Saft genießen.

Rezept 2: Selleriesaft mit Apfel, Minze, Zitrone & Ingwer

Für das zweite Rezept werden benötigt:

- 300 Gramm Staudensellerie
- 150 Gramm Apfel (ein mittelgroßer Apfel)
- 20 Gramm Zitrone mit Schale
- 10 Gramm Minze (ein großer Zweig)
- 5 Gramm Ingwer

Nachdem alle Zutaten gründlich abgewaschen wurden, schneidet man sowohl den Sellerie als auch den Apfel in vier bis sechs Zentimeter große Stücke. Alle Zutaten werden in den Slow Juicer oder Entsafter geworfen und sobald keine Flüssigkeit mehr aus dem Saftauslass austritt, ist der selbstgemachte Saft fertig.

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