Gesundheitsfrage

Gesund oder giftig - kann man Kiwi wirklich mit Schale essen?

Simone Madre

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24.5.2024, 08:13 Uhr
Kiwi mit Schale zu essen ist eigentlich gesund - sofern das Obst ungespritzt ist.

© Photo Mix, Pixabay, LizenzCC Kiwi mit Schale zu essen ist eigentlich gesund - sofern das Obst ungespritzt ist.

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Kiwis gehören zu den beliebtesten deutschen Obstsorten. Die vitaminreiche Frucht ist nicht nur gesund, sondern schmeckt auch lecker. Aber wie isst man sie richtig - mit oder ohne Schale?

Grundsätzlich gilt: Unbehandelte Kiwis können problemlos mit Schale gegessen werden. Der Verzehr der Schale ist sogar gesund. Zwar sind der Geschmack und die haarige Konsistenz etwas gewöhnungsbedürftig. Die Kiwi-Haut kann man jedoch gedanklich einfach mit der Schale eines Pfirsichs vergleichen, sodass die Scheu schnell verschwindet. Der Schalengeschmack ergänzt sogar das süße Fruchtfleisch der Kiwi.

Wer seine Kiwi testweise mit Schale isst, wird sich schnell an Geschmack und Konsistenz gewöhnen. Am besten startet man mit goldfarbenen Kiwis, deren Schale deutlich glatter und dünner ist.

Tipp 1: Wer möchte, kann die feinen Härchen der Kiwi-Schale auch abbürsten.

Tipp 2: Alternativ kann man die Kiwi mit Schale zu einem Smoothie pürieren. Dann wird man keinen Unterschied bei Geschmack oder Konsistenz feststellen.

Kiwis enthalten wertvolles Vitamin K und Vitamin C. Letzteres unterstützt das Immunsystem und hilft vor allem im Herbst sowie Winter gegen Erkältungen. Das Vitamin K sorgt für eine einwandfreie Blutgerinnung. Zudem liefern Kiwis viel Kalium und Magnesium. Bekanntlich stecken beim Obst viele Vitamine direkt unter der Haut, dies ist auch bei der Kiwi der Fall. Wenn man also die Kiwi schält oder auslöffelt, verzichtet man auf wichtige Inhaltsstoffe.

Gut zu wissen: Kiwis enthalten sogar mehr Vitamin C als Orangen. Der Vitamin-C-Bedarf einer erwachsenen Person liegt bei 100 mg. In Orangen befinden sich etwa 50 mg Vitamin C pro 100 Gramm Fruchtfleisch, während in 100 Gramm Kiwi - abhängig vom Reifegrad - bis zu 93 mg Vitamin C stecken. Somit enthalten Kiwis doppelt so viel Vitamin C wie die Zitrusfrüchte.

Zudem liefert die Schale zusätzliche Ballaststoffe und ist reich an Antioxidantien. Eine Kiwi mit Schale zu essen, verdreifacht die Ballaststoffaufnahme. Aus all diesen Gründen ist es empfehlenswert, Kiwis fortan nur noch mit Schale zu essen.

Wichtig ist dabei, dass die Kiwi unbehandelt ist. Sonst stecken auf und in der Schale oftmals Pestizide, die sich auch mittels heißem Wasser nur teilweise entfernen lassen. Bio-Bauern dürfen ihr Obst nicht mit Pestiziden behandeln. Deshalb sollte man bevorzugt Bio-Kiwis kaufen, wenn man die Schale mitessen will. Aber auch dann sollte man die Frucht mit heißem Wasser abwaschen und abrubbeln, um Schmutz und Staub zu entfernen.

Die Früchte der Kiwi-Beere erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Bekannt ist sie auch unter den Namen Mini-Kiwi, Chinesische Stachelbeere, Kiwi-Berry, Traubenkiwi oder scharfzahnige Strahlengriffel. Die Schale ist auch hier problemlos essbar und bietet ebenfalls gesundheitliche Vorteile.

Zudem kann man die beliebte Mini-Kiwi einfach selbst anbauen. Die Kiwi-Beere ist nämlich kaum kälteempfindlich: Die Pflanze überlebt je nach Sorte bis zu minus 30 Grad Celsius. So kann sie auf der Terrasse oder dem Balkon angepflanzt werden und dort überwintern. Außerdem ist die Kiwi-Beere sehr resistent gegenüber Schädlingen. Je mehr Sonne die Mini-Kiwis bis zur Erntezeit abbekommen, desto süßer werden sie.

Die Kiwi-Beere reinigt man am besten unter fließendem Wasser. Sobald die Mini-Kiwis reif sind, sollten sie verzehrt oder gekühlt werden. Will man sie doch lagern, dann nicht neben Früchten wie Bananen, Avocados, Äpfel, Tomaten oder Birnen. Diese sondern natürliche Reifegase ab, die die Kiwis schneller verderben lassen.

Die Kiwi gehört zur Familie der Strahlengriffelgewächse. Ursprünglich stammt sie aus dem Nordosten Chinas und wächst dort in kräftigen, kletternden Sträuchern. Um das Jahr 1900 wurden die ersten Samen von Missionaren unter dem Namen "Chinesische Stachelbeere" nach Neuseeland gebracht. Dort wurde das Potential der Superfrucht bereits früh erkannt, sodass sie immer beliebter wurde.

1960 vermarkteten die neuseeländischen Produzenten die Frucht weltweit als "Kiwi", angelehnt an den populären Nationalvogel. Seit 1980 entstehen auch außerhalb von Neuseeland zahlreiche Kiwi-Plantagen.

Kiwis finden sich ganzjährig in den deutschen Supermärkten wieder. Im Frühjahr von April bis Juni wird die Kiwi primär von der südlichen Halbkugel aus Chile nach Deutschland importiert. Im Juni bis November stammen die leckeren Kiwis aus Neuseeland, China und Chile. Die europäische Saison der Kiwi beginnt im September und dauert bis Ende Mai. Das vitaminreiche Obst kommt dann hauptsächlich aus Frankreich, Italien oder Griechenland.

Die Kiwi gehört zu den klimakterischen Früchten. Diese werden in den Anbauländern noch unreif geerntet und reifen dann während des Transports sowie der Lagerung nach.

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