Gartenpflege

Rasen vertikutieren: Was bedeutet das? Und wann ist es sinnvoll?

Simone Madre
Simone Madre

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8.4.2022, 08:33 Uhr
Mehr Moos als Gras auf der Rasenfläche? Manche Gärtner stört das nicht, andere wollen es gerne loswerden.

© bernswaelz, Pixabay, LizenzCC Mehr Moos als Gras auf der Rasenfläche? Manche Gärtner stört das nicht, andere wollen es gerne loswerden.

Was bedeutet "vertikutieren"?

Ein Vertikutierer sieht meist ähnlich aus wie ein Rasenmäher, erfüllt aber eine ganz andere Funktion. Der Vertikutierer enthält kleine Messerchen, mit denen man die Grasnarbe anritzt - also die feste Schicht aus Gräsern, Moos und Kräutern, die die Rasenfläche bedeckt. Der Begriff setzt sich aus den englischen Wörtern vertical (senkrecht) und to cut (schneiden) zusammen.

Verwandt damit ist das sogenannte Aerifizieren des Rasens, dabei werden allerdings Löcher in den Boden gestochen.

Warum vertikutiert man seinen Rasen?

Das Anritzen beziehungsweise das Einstechen soll Moos, Unkraut und den alten Rasenschnitt entfernen, der den Rasen "verfilzt". Diese unerwünschten Bestandteile bleiben an den Messerchen hängen und werden in einen Fangkorb befördert. Zudem soll das Vertikutieren den Rasen belüften, damit das Gras Nährstoffe und Wasser wieder besser aufnehmen kann.

Beim Vertikutieren geht es also um das Verschönern und Pflegen der Rasenfläche. Dabei werden kiloweise Material aus der Grasnarbe entfernt. Gibt es danach kahle Flecken, kann neuer Rasen angesät werden.

Was ist der beste Zeitpunkt zum Vertikutieren?

Theoretisch kann man den Rasen das ganze Jahr über vertikutieren, solange der Boden weder gefroren noch zu nass ist. Denn dann könnten ganze Büschel herausgerissen werden. Einige Gärtner raten davon ab, zu spät im Jahr zu vertikutieren, weil der Rasen dann die Kraft für den Winter braucht. Auch im Hochsommer sollte man es lieber lassen, weil hohe Temperaturen und Trockenheit den frisch vertikulierten Rasen belasten.

Damit ist der Frühling ein guter Zeitpunkt. Philippe Dahlmann, Gartenberater im Verband Wohneigentum Nordrhein-Westfalen, empfiehlt die 4:1-Regel. Man solle den Rasen mindestens viermal mähen und einmal düngen, bevor man vertikutiere. Meist genügt es, einmal im Jahr zu vertikutieren.

Wie bereitet man sich auf das Vertikutieren vor?

Das passende Gerät dazu kann man sich meist bei jemandem in der Nachbarschaft ausborgen oder im Baumarkt gegen eine kleine Gebühr leihen. Vor dem Vertikutieren sollte man den Rasen gemäht haben, damit er nicht zu lang ist.

Auch das Wetter muss stimmen: An einem regnerischen Tag sollte man nicht vertikutieren. Bevor es losgeht, müssen noch die Vertikutiermesser eingestellt werden, meist auf zwei bis vier Millimeter. Dann bearbeitet man seinen Rasen einmal längs und einmal quer in ordentlichen Reihen. Hat der Vertikutierer keinen Fangkorb, muss man zwischendrin das lose Material mit einer Harke beseitigen.

Was sollte man auf jeden Fall vermeiden?

- Zu tief zu vertikutieren. Das Ziel ist es, nur in die oberste Schicht des Bodens zu kommen. Ein bis zwei Millimeter reichen völlig. Drückt man mit dem Gerät zu fest auf, kann man die Graswurzeln beschädigen.

- Nass zu vertikutieren: Wenn sich die Grasnarbe nass anfühlt, reißt man ungewollt ganze Grasbüschel aus.

- Den frisch vertikutierten Rasen zu sehr zu strapazieren. Am besten betritt man ihn einige Wochen relativ wenig, während sich das Grün regeneriert.

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