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Corona-Zwangspause trifft auch in Erlangen Buchhandel und Kinos hart

Lammlichtspielen und der Literarischen Buchhandlung Wierney geben Hoffnung nicht auf - 18.03.2020 06:00 Uhr

Peter Zwingmann - im Sommer auf dem Open-Air-Kino-Gelände an der Bleiche in Erlangen.

04.08.2015 © Berny Meyer


"Bis zum vergangenen Wochenende dachte und hoffte ich noch, dass wir von flächendeckenden Schließungen nicht betroffen sein würden", sagt Ilse Wierny. Aber spätestens seit dem späten Sonntagnachmittag hätten sich die nachrichtlichen Zeichen gemehrt, dass es so kommen würde. "Das ist natürlich eine immense organisatorische Herausforderung für mich", so Wierny, "es müssen noch etliche Dinge erledigt und abgewickelt werden." Zum Wochenstart hätte sie noch viele Anrufe von Kunden bekommen, die schnell noch Buch-Bestellungen abgeben wollten, "denn die Kunden wussten, dass ihre Bücher bis zum Dienstag noch geliefert werden."

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Interessanterweise hat Ilse Wierny bereits in der vergangenen Woche eine starke Nachfrage nach Literatur im Jugendbuchbereich registriert, "aber das hatte nur mit der Kenntnis der anstehenden Schulschließungen zu tun, die Schließung von Geschäften war da ja noch nicht bekannt. Die Schüler zu Hause sollten was zum Lesen haben." Sehr starke Umsatzeinbußen erwartet Ilse Wierny für die nächsten "stillen" Wochen, von denen man noch nicht einmal wisse, wie viele es letztendlich seien. "Aber wirklich existenziell ist es für mich nicht", sagt die Buchhändlerin, "dafür stehe ich zu gut da."

Fünf Wochen machbar

Auch Peter Zwingmann will nichts übermäßig dramatisieren: "Wegen einiger Wochen Umsatzausfall geht kein gesundes Unternehmen pleite", sagt der Chef der Lammlichtspiele. So gesehen habe er keine Angst. Vier, fünf Wochen seien machbar, dann müsse man weitersehen. Gemerkt habe man den Zuschauerschwund wegen Corona relativ bald, wenn es auch noch nicht sonderlich dramatisch gewesen sei.

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"Jüngere Zuschauer kommen, natürlich auch wegen der ,Känguru-Chroniken‘, häufiger als ältere, besonders am Nachmittag war das zu spüren. Das lief jetzt ungefähr so wie das Geschäft im Sommer, da gibt’s auch mal solch schlechte Phasen."

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Mit rund 30.000 Euro Umsatzverlust rechnet Peter Zwingmann "dank" der folgenden kinolosen Wochen. Seine Mitarbeiter, meistens Studenten, muss er natürlich weiter bezahlen. "Aber für mich bleibt am Ende des Tages nichts."

Auf einen Umstand weist Zwingmann besonders hin: "Uns wäre filmisch gesehen in den nächsten Wochen sowieso die Luft ausgegangen, weil nicht nur die anstehenden Starttermine der Blockbuster weit nach hinten im Jahr verlegt wurden, sondern auch die der Arthouse-Filme, die wir zeigen."

Eine große Hoffnung hat der Kinobetreiber: "Gesetzt den Fall, Bergkirchweih und Fußball-Europameisterschaft würden abgesagt werden, dann würden die Leute vielleicht wieder mehr die Kinos besuchen." Aber jetzt muss es erstmal ohne Bilder auf der großen Leinwand gehen.

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MANFRED KOCH

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