Trotz 2:0-Führung

Bittere Niederlage in Ansbach: Dittenheimer Drama in der Nachspielzeit

5.8.2021, 15:09 Uhr
Enges Duell: Dittenheim (in gelb) sah lange wie der sichere Sieger aus, ehe Ansbach die Partie noch drehen konnte.

Enges Duell: Dittenheim (in gelb) sah lange wie der sichere Sieger aus, ehe Ansbach die Partie noch drehen konnte. © Foto: Uli Gruber

Was für ein Fußball-Drama! Bis zur 84. Minute lagen die Dittenheimer am Mittwochabend im Bezirksligaspiel beim ESV Ansbach-Eyb scheinbar sicher mit 2:0 in Front, ehe das Unheil in der turbulenten Schlussphase über sie hereinbrach. Die Platzherren drehten die Partie, gewannen am Ende 3:2 und sorgten damit für jede Menge Frust bei den Gästen und ihrem mitgereisten Anhang.

Zur Pleite des FV trug auch Schiedsrichter Christian Siry (Nürnberg) bei, der in entscheidenden Situationen gleich zweimal daneben lag. Noch auf dem Platz musste Coach Martin Huber seiner Truppe frischen Mut zusprechen, der Stachel des späten Knockouts saß tief. Viel Zeit zur Aufarbeitung bleibt aber nicht, bereits am kommenden Sonntag wird der spielstarke Tabellenzweite ASV Zirndorf in "Dittna" seine Visitenkarte abgeben.


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Dittenheim begann selbstbewusst und erwischte einen Start nach Maß. Philipp Unöder ließ ESV-Keeper Sebastian Andreka mit einem feinen Schlenzer keine Abwehrchance (8.). Auch danach kontrollierten die Gäste das Geschehen, hüben wie drüben blieben zwingende Offensivaktionen zunächst jedoch Mangelware. Es dauerte bis zur 41. Minute, ehe wiederum Unöder am Aluminium scheiterte. Hatten die "Gelb-Schwarzen" in dieser Szene noch Pech, wurden sie von Glücksgöttin Fortuna wenige Minuten nach der Pause mit einem Lächeln beschenkt. Einen Freistoß von Michael Halbmeyer brachten die Ansbacher Defensivstrategen samt Torhüter Andreka nicht aus der Gefahrenzone, schließlich bugsierte Anton Schröferl - bedrängt von Leonhard Deuter - die Kugel zum 0:2 in die eigenen Maschen (51.).

Foulspiel nicht geahndet

In der Folgezeit bemühten sich die fußballerisch limitierten Eyber vergeblich um den Anschluss. Vom Trainer-Tandem Jörg Müller und Reiner Eisenberger nach vorn gepeitscht, offenbarte die Abwehr der Platzherren mit fortschreitendem Spielverlauf enorme Lücken. In dieser Phase versäumte es der FV, trotz bester Kontergelegenheiten den Sack zuzumachen. Stattdessen gelang dem ESV in der 84. Minute überraschend das 1:2 durch Jannik Hofmann.

Unmittelbar nach Wiederanstoß kam es zur Schlüsselszene des Matches. Dittenheims Deuter hätte den Ball in der Ansbacher Hälfte locker annehmen können, wurde aber vom im Weg stehenden Unparteiischen "körperlich" daran gehindert. Weil "Schiri" Siry trotz seines Fauxpas nicht unterbrach und zum Entsetzen der Dittenheimer weiterspielen ließ, nahm erneut Hofmann das Geschenk an und schon stand es binnen 60 Sekunden 2:2.

Gegen nun konsternierte Gäste gelang Dennis Zagarevic in der zweiten Minute der Nachspielzeit per Kopf nach einem Eckball sogar noch der dritte und entscheidende ESV-Treffer. Vorher hatte der Schütze seinen Kontrahenten Maxi Kamm allerdings klar weggeschoben, nach Ansicht der empörten Dittenheimer blieb damit auch das zweite, eigentlich irreguläre Tor ungeahndet.

In den nächsten Tagen gilt es für die FV-Kicker nun, Wunden zu lecken. Vor allem in mentaler Hinsicht sollte ein derartiges "Schockerlebnis" möglichst schnell weggesteckt werden. Optimal wäre es, den gesamten Ärger in positive Energie umzuwandeln. "Jetzt erst recht", könnte die Devise lauten. Auf Martin Huber kommt also eine schwierige Aufgabe zu. Darüber hinaus werden mit Abwehrchef Johannes Meyer und Julian Gulden auch gegen das Spitzenteam aus Zirndorf zwei wichtige Akteure verletzungsbedingt nicht zur Verfügung stehen. Unabhängig davon haben Einstellung und mannschaftliche Geschlossenheit gegen Ansbach über weite Strecken gepasst. Mit dieser Überzeugung dürften auch die Bibertstädter zu beeindrucken sein.

ESV Ansbach/Eyb - FV Dittenheim 3:2 (0:1) – Dittenheim: Ballenberger, Kamm, Remberger, Wilhelm, Pilney, König, Prosiegel (81. Niederlöhner), Meyer, Halbmeyer, Unöder, Deuter / Tore: 0:1 Unöder (8.), 0:2 Schröferl (51., Eigentor), 1:2 Hofmann (83.), 2:2 Hofmann (84.), 3:2 Zagarevic (90.+1).

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