Später Sieg in der Bezirksliga Nord

Buckenhofener Wille versetzt gegen die "Spieli" Berge

Holger Peter
Holger Peter

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Bissige Buckenhofener: Philipp Viereckl (links), einer der beiden SVB-Spielertrainer beschattet hier Simon Drießlein von der SpVgg Erlangen.

Bissige Buckenhofener: Philipp Viereckl (links), einer der beiden SVB-Spielertrainer beschattet hier Simon Drießlein von der SpVgg Erlangen. © Foto: Wolfgang Zink

Es war eine Szene für ein "Pleiten, Pech und Pannen"-Video: Hoher, weiter Ball aus der Buckenhofener Abwehr.


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Tommy Kind, der erste Erlanger Innenverteidiger, unterläuft den Ball total (vielleicht wegen der tiefstehenden Sonne), sein Kollege Johannes Müller will zu Torwart Cedric Götz zurückköpfen, der kommt dem viel zu kurzen Ball entgegen, wird aber vom schnelleren SVB-Stürmer Julian Friedhelm ausgespielt. Der hat das leere Tor vor sich, doch sein "Schüsschen" kommt vielleicht drei Meter weit und kann locker abgelaufen werden.

Normalerweise hätte hier das 2:0 fallen müssen – und die Partie Spitzenreiter gegen ein Team auf dem Abstiegsplatz wäre vorentschieden gewesen. Denn wie es oft ist im Fußball: Stehst du hinten drin, wird jeder Fehler bestraft, stehst du vorne, läuft es wie von selbst.

Doch weil der Tabellenführer dieses Geschenk einfach nicht annehmen wollte, wurde es noch einmal richtig spannend an der Staustufe. Schon in der ersten Halbzeit war das Chancenverhältnis ziemlich ausgeglichen. Einem frühen Lattentreffer durch den Erlanger Simon Drießlein hatten die Hausherren das schön herausgespielte Führungstor durch Julian Friedhelm nach einer Viertelstunde sowie das oben erwähnte Spieli-Präsent entgegenzusetzen.

Buckenhofener Sturm ist zunächst harmlos

Nach dem Seitenwechsel ging es weiter munter von links nach rechts, wobei die meisten Chancen durch krasse Fehler im Spielaufbau begünstigt wurden. Zunächst schien Buckenhofens Pressing erfolgreicher zu sein, aber Friedhelm und sein Sturmpartner Felix Burkel machten zu wenig aus ihren Gelegenheiten.

Dann ließ der Druck des SVB nach. "Da waren wir nicht bissig genug, was eigentlich unser Trumpf ist", sagt Kapitän Dennis Ludwig hinterher. Der Ausgleich ließ daher nicht lange auf sich warten. Mehrere Kopfballchancen der langen Yannick Diederichs und Tommy Kind entschärfte Keeper Oleksandr Dinovskyy noch oder gingen übers Tor, gegen einen Schlenzer von der Strafraumkante von Piero Gizzarelli Rivas war er aber machtlos.

Aber Buckenhofen stünde nicht da oben, wenn das Team nicht "diese unglaubliche Moral" hätte. "Wir glauben einfach daran, dass wir immer noch gewinnen können", so Ludwig. Das Siegtor fiel dennoch auf höchst kuriose Weise: Der eingewechselte David Knauer zog einen Eckstoß auf den kurzen Pfosten, wo sich die Erlanger inklusive Torwart Götz gegenseitig so bedrängten, dass der Ball plötzlich hinter der Linie war.

"Aber ich bin mir sicher , dass wir auch so noch ein Tor gemacht hätten, obwohl wir diesmal nicht wirklich überlegen waren", glaubt der Kapitän. Auch Gästetrainer Helmut Wolff hat nach den 90 Minuten "keinen Leistungsunterschied" gesehen.

Neun Punkte aus 13 Spielen

Das sei in jeder Hinsicht ausgeglichen gewesen. "Ich kann der Mannschaft keine Vorwürfe machen, die Moral hat gestimmt", fügt er an. Neun Punkte nach 13 Spielen sind aber trotzdem sehr wenig für ein Team, das mit dem Ziel angetreten war, unter die Top Fünf der Bezirksliga zu kommen.

Die individuellen Fehler müsse man abstellen, aber der erfahrene Trainer weiß, dass man die gerade dann macht, "wenn Angst hat, etwas falsch zu machen". Und wenn man auf einem Abstiegsplatz steht, wird das naturgemäß nicht besser. Immerhin kann dieser Auftritt beim Spitzenreiter der Spieli Mut machen; die Liga ist so ausgeglichen, dass man schnell eine Aufholjagd starten kann.


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Apropos Fehler: In der Nachspielzeit gab es noch einmal einen groben Patzer in der Erlanger Hintermannschaft. Friedhelm ließ sich nicht stoppen und hatte unter Bedrängnis noch den Blick für den Nebenmann. Doch Tobias Seeberger geriet kurz vorm Abschluss ins Stolpern und schob den Ball am leeren Tor vorbei. In solchen Szenen hofft jeder Stürmer, das kein Kameramann dabei war.

Buckenhofen: Dinovskyy – L. Eisgrub (72. Knauer), Ludwig, Gebhard, Flaschka – Viereckl, T. Eisgrub (90. Korff) – Rösch (85. Seeberger) , Riediger (64. S. Kupfer)– Pfister (72. F. Kupfer), Friedhelm.

SpVgg Erlangen: Götz – Tykvart, Müller, Kind, Zenginer – Afaili (56. Matic), Diem (46. Gizzarelli Rivas), Fischer – Kundt (46. Mennel), Drießlein – Diederichs (86. Basener).

Tore: 1:0 Friedhelm (15.), 1:1 Gizzarelli Rivas (78.), 2:1 Knauer (82.).

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