Donnerstag, 06.05.2021

|

zum Thema

Derby am Laubenweg 60: Noch mehr Emotionen?!

Die Kleeblatt-Kolumne zum rassigen 2:2 gegen den FCN - 22.03.2021 16:40 Uhr

So jubelt ein Team, das im Derby kurz vor Schluss ausgleicht. 

21.03.2021 © Sportfoto Zink / Melanie Zink, Sportfoto Zink / Melanie Zink


Es gibt Gedanken, die darf man eigentlich nicht laut aussprechen, eigentlich darf man sie nicht einmal denken. Zum Beispiel, dass so eine Pandemie vielleicht auch ihre guten Momente hat. Zum Beispiel, wenn ein Derby zwischen der SpVgg Greuther Fürth und dem 1. FC Nürnberg ansteht.

In Vor-Pandemie-Zeiten, als noch Zuschauer in die Fußballstadien kommen durften, bedeutete das nämlich immer wieder auch: Horden junger Männer mit zu viel Testosteron im Körper, Sachbeschädigung, ein Polizeiaufgebot in der Größenordnung eines G8-Gipfels. Als ginge es da um die Einnahme eines feindlichen Fürstentums, mindestens.

Das ist die eine Seite. Eine Seite, die in der Neuzeit sehr viel Raum eingenommen hat und den Charme des ewig jungen mittelfränkischen Fußball-Vergleichs leider etwas in den Hintergrund hat treten lassen.

Über die andere Seite sprachen die Trainer beider Vereine.

Stefan Leitl, den Vertreter der Spielvereinigung, hatte das Derby-Fieber ja schon im Vorfeld gepackt, während des Spiels bemerkte er dann auf und neben dem Platz viele Emotionen. "Ich spiele schon gerne ein Derby", stellte er am Sonntagnachmittag fest, nachdem er im Ronhof Zeuge eines furiosen Fußballspiels geworden war. Robert Klauß, der Nürnberger Vertreter, sagte: "Was natürlich gefehlt hat, waren die Zuschauer. Mit Zuschauern wären wohl noch mehr Emotionen drin gewesen."

Noch mehr Emotionen? Es gab Jahre, da wäre das aus den oben beschriebenen Gründen keine schöne Vorstellung gewesen. Wenn die mitunter schon ein wenig zu leidenschaftlichen Anhänger noch zusätzlich durch das Spiel selbst befeuert worden wären.

Was wäre da los gewesen...

An diesem Sonntag aber, nach diesem fantastischen Fußballspiel, das alles zu bieten hatte, was der Fußball in guten Momenten zu bieten hat – also Leidenschaft, intensive Zweikämpfe, wunderschön herausgespielte Tore, glückliche Tore, Wortgefechte, umstrittene Schiedsrichterentscheidungen –, da durfte man das tatsächlich sehr traurig finden, dass dieses Derby hatte ohne Zuschauer auskommen müssen.

Was wäre los gewesen auf der Nordtribüne, als Havard Nielsen die frühe Führung für das Kleeblatt erzielte? Und was im Gästeblock, als der Club plötzlich wieder seine Lust am Fußball entdeckte und ein gebürtiger Nürnberger in Fürth den Ausgleich erzielte? Und was, als Lukas Mühl einen Schuss von Nielsen mit dem Arm blockte und der Kölner Keller stumm blieb? Und was, als Dickson Abiama doch noch die Fürther Niederlage abwendete, als wohl niemand mehr daran geglaubt hatte?

Ein Gedanke, den man durchaus laut aussprechen darf: Diese Pandemie muss endlich aufhören!

Bilderstrecke zum Thema

Chancen, Kampf, Überraschungen: FCN gibt Derbysieg spät her

Im Frankenderby ging es selten um mehr - und das hat was zu heißen, denn im Frankenderby geht es schon von sich aus um viel, sehr viel. Doch in der 268. Auflage des Nachbarschaftsduells zwischen Nürnberg und Fürth ist ein Dreier für beide Mannschaften eigentlich ein Muss. Der Club muss unbedingt gewinnen, wenn er nicht weiter in Richtung Abstiegsabgrund rutschen will. Für das Kleeblatt dagegen heißt es: dranbleiben - dranbleiben an den anderen Aufstiegsaspiranten, sich nicht abhängen lassen. Drei Zähler wären dafür enorm wichtig. Gewinnen kann aber bekanntlich nur einer - oder in diesem Fall eben keiner. So wirklich zufrieden dürfte mit dem Punkt weder der FCN noch die Spielvereinigung sein, leer ausgegangen ist man immerhin aber auch nicht.


1

1 Kommentar

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus dem Ressort: Sport