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Keine Panik beim FCN: Club-Kapitän Behrens ist zuversichtlich

Abstiegskandidat bereitet sich im leeren Max-Morlock-Stadion auf Geisterspiel vor - 21.05.2020 08:49 Uhr

Da muss doch jetzt mal einer rein! Hanno Behrens' und sein Club fokussieren einen wichtigen Heimsieg gegen Aue. © Sportfoto Zink / Daniel Marr


Zeitgleich dürfen sich auch am Freitagabend in Nürnberg maximal 269 Menschen im und am Stadion aufhalten. Tatsächlich zuschauen werden abzüglich beider Mannschaften und ihrer Trainer und Betreuer vor Ort allerdings nur knapp 100, die meisten davon berufsbedingt. Deshalb lässt sich die Atmosphäre eines so genannten Geisterspiels auch so prima simulieren: Aufsperren, trainieren, absperren.

So in etwa lief es am Mittwochvormittag beim 1. FC Nürnberg ab, der ja bereits am Sonntag im Millerntorstadion zu Hamburg seine Erfahrungen sammeln durfte. Genervt waren sie hinterher aber weniger wegen der ausgesperrten Fans, sondern weil sie schmerzhaft unnötig 0:1 verloren hatten. "Ein, zwei Tage hängt man mit den Gedanken schon noch beim Spiel auf Sankt Pauli", sagt Hanno Behrens, "aber das muss man jetzt abhaken." Beziehungsweise haben sie schon.

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Am Freitag (18.30 Uhr, Live-Blog auf nordbayern.de) spielt der Club ja schon wieder, diesmal zuhause und gegen den FC Erzgebirge Aue. Wenn man Hanno Behrens glauben darf, zusätzlich motiviert nach dem vergurkten Neustart, der gleich wieder an alte Zeiten erinnerte. "Es sind viele Emotionen dabei, viel Wut, wenn man keine Punkte mitgenommen hat, gerade nach dem Spielverlauf", versichert Behrens.

Das Club-Geisterspiel

Dass sie den Verlauf massiv zu ihren eigenen Gunsten hätten beeinflussen können bis müssen, hat jeder gesehen. Wer keine Tore schießt, kann nicht gewinnen und verliert sogar meistens. "Wahrscheinlich auch ganz anders gelaufen" wäre es, wenn die Kollegen Zrelak, Handwerker oder Dovedan ihre Gelegenheiten konsequent genutzt hätten, kurz vor Schluss Frey. Haben sie aber nicht.

Die miserable Chancenverwertung begleitet den Viertletzten schon durch die ganze Saison, der auch deswegen Viertletzter ist und höllisch aufpassen muss, demnächst nicht Dritt- oder Vorletzter zu sein. Nur etwa jede vierte Top-Möglichkeit, einen Treffer zu erzielen, führt auch zu einem, wobei es die Nürnberger wirklich fleißig versuchen, wenn auch nicht durchweg mit letzter Überzeugung und Konsequenz. Über 250 Abschlüsse sind bislang notiert für die Keller-Mannschaft, das sind die aktuell drittmeisten in der Zweiten Bundesliga. Bielefeld kommt auf über 60 weniger und ist mit großem Vorsprung Tabellenerster.


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In einer torversprechenden Position cool zu bleiben, ist aber augenscheinlich gar nicht so einfach, selbst ohne Zuschauer. "Ich bin kein Sportpsychologe, schwer zu sagen", meint Behrens, der eigentlich weiß, wie es geht. Öfter als er hat in den vergangenen zwei Spielzeiten niemand ein persönliches Erfolgserlebnis bejubeln dürfen im Club-Trikot, insgesamt 18 Mal, zurzeit steht er bei fünf – was intern immerhin Rang zwei bedeutet, gleichauf mit Geis, zwei Treffer hinter Hack und einen vor Dovedan. Der aber ebenfalls fünf haben müsste. Zur Erinnerung: Die 43. Minute gegen Sankt Pauli. Sechs Meter, der Schlussmann ausgespielt. "Woran’s liegt, ob man gedanklich schon einen Schritt weiter ist oder zu viele Gedanken im Kopf hat, ich weiß es nicht, eine genaue Erklärung hab‘ ich jetzt auch nicht", sagt Behrens.

FCN-Training im leeren Max-Morlock-Stadion

Also haben sie es weiter geübt, am Mittwoch im leeren Max-Morlock-Stadion, ebenso ganz oben auf der To-Do-Liste steht nicht erst seit Sonntag, einfache Ballverluste möglichst zu vermeiden. Ansonsten, und das stimmt auch den Kapitän zuversichtlich, habe das über weite Strecken doch gar nicht so schlecht ausgesehen, selbst mit einem Mann weniger. "Deshalb sollte man jetzt nicht in Panik verfallen, weil das Spiel an sich absolut in Ordnung war", sagt Behrens, es müsse aber eben auch jedem bewusst sein, "dass wir keine Punkte geholt haben, dass wir verloren haben. Und das zählt am Ende."

Am Freitagabend werden sie deshalb versuchen, auch das Ergebnis auf ihre Seite zu ziehen, erneut ohne Valentini, Kerk und Medeiros und möglicherweise auch ohne Margreitter, dem seit einem Zweikampf in Hamburg der Schädel brummt. "Wir gehen raus und versuchen, ein gutes Spiel zu machen und zu gewinnen", kündigt Hanno Behrens an, der sich mehr Sorgen machen würde, "wenn wir jetzt auch noch katastrophal spielen würden." Dass es diesmal nur knapp 100 Zuschauer werden, hat definitiv andere Gründe.

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