16°

Freitag, 29.05.2020

|

zum Thema

Ballverlust und Notbremse: FCN verschenkt Punkte auf Pauli

Chancenwucher und einfache Fehler kosten den Club wichtige Zähler - 18.05.2020 05:55 Uhr

Eine folgenschwere Szene: Christian Mathenia trifft St. Paulis Henk Veerman am Fuß und fliegt wenig später vom Platz.

© TimGroothuis


Der Club hatte die Partie am Millerntor unter Kontrolle. Von Beginn an war der FCN zwischen den Reihen besser gestaffelt, ließ das Spielgerät teilweise sehr ansehnlich laufen und tauchte des Öfteren vor dem Tor der Gastgeber auf. Die ungewohnten Umstände, ein menschenleeres Millerntor, all das schien den FCN nicht zu beeindrucken. Selbst Trainer Jens Keller zeigte sich etwas überrascht von dem Mut und dem Selbstverständnis, welches sein Team nach über zwei Monaten ohne Spielpraxis an den Tag gelegt hatte. "Die Mannschaft hat in den ersten 45 Minuten ein tolles Spiel gemacht, unser taktisches Konzept ging voll auf".

Bilderstrecke zum Thema

Nur einer macht Mut: Die Einzelkritiken zur FCN-Niederlage bei St. Pauli

Der Neustart in den Ligabetrieb war für den 1. FC Nürnberg am Sonntag ein bitterer. Beim FC St. Pauli war der Club über lange Zeit dominierend, schaffte es allerdings nicht, in Führung zu gehen. Selbst nach der Roten Karte für Christian Mathenia ließ der FCN sich kaum anmerken, dass er mit einem Mann weniger auf dem Platz stand. Doch am Ende reichte es trotzdem nicht einmal für einen Punktgewinn. Die Einzelkritiken von NZ-Sportredakteur Stefan Jablonka!


Dass der FCN als Tabellen-15. nach Hamburg gereist war und wegen der punktenden Konkurrenz gleich wieder mächtig unter Druck stand, davon war zunächst nichts zu sehen. Der Grund, warum das Keller-Kollektiv dort steht wo es eben steht, war dann jedoch relativ schnell auszumachen. Einen ersten Hinweis auf das verheerende Club-Manko gab Adam Zrelak nach zehn Minuten, als der Slowake nach einer schönen Kombination frei vor Pauli-Keeper Robin Himmelmann auftauchte und im finalen Moment Nerven zeigte. Endgültig jedem klar machte es Nikola Dovedan, der es kurz vor der Pause aus noch viel aussichtsreicherer Position nicht schaffte, den Ball in einem nahezu leeren Tor unterzubringen und dem Club dadurch die nötige Sicherheit zu geben.

Bilderstrecke zum Thema

Menschenleeres Millerntor: Die Bilder zur Club-Pleite auf St. Pauli

Nichts war's mit einem erfolgreichen Re-Start in den Spielbetrieb. Beim FC St. Pauli verliert der 1. FC Nürnberg trotz einer guten Leistung mit 0:1 und steckt somit weiter im Tabellenkeller fest. Die Bilder aus einem menschenleeren Millerntor!


Nachdem auch die erste Chancen nach Wiederanpfiff ungenutzt blieben, passierte dem Club in Person von Hanno Behrens ein kapitaler Fehler, der in einem Hamburger Konter endete und Torhüter Christian Mathenia zu einer Notbremse hinreißen ließ. Was war passiert? Behrens, bedrängt von zwei Gegenspielern, verlor in der gegnerischen Hälfte leichtfertig den Ball. St. Pauli löste sich geschickt mit einem Doppelpass, Konstantinos Mavropanos machte einen Schritt zu viel in Richtung eigenes Tor und stellte den enteilten Henk Veerman dadurch nicht ins Abseits.

Bilderstrecke zum Thema

Pauli-Pleite zum Re-Start: Keller-Club mit schlechten User-Noten!

Phasenweise absolviert der 1. FC Nürnberg auf St. Pauli ein sehr gutes Auswärtsspiel, belohnt sich vor dem Tor aber nicht und fährt am Ende gar mit leeren Händen nach Hause. Unsere User haben den Club-Spielern sowie Trainer Jens Keller Noten gegeben und die fallen meist schlecht aus. Vor allem Nikola Dovedan, Hanno Behrens und Oliver Sorg, aber auch Trainer Jens Keller bekommen kein gutes Feedback.


Mathenia stürmte aus seinem Tor, riskierte alles – und am Ende zu viel. Dass Nürnbergs Keeper Paulis Veerman klar am Fuß getroffen hatte, sah Schiedsrichter Daniel Siebert erst nach Erblicken der TV-Bilder. "Ich rutsche im Vorhinein weg und habe dann das Timing nicht mehr bekommen", erklärte Mathenia die Szene nach Schlusspfiff, die den Spielverlauf im Anschluss entscheidend beeinflussen sollte. Auch wenn die Gastgeber erst in der letzten Viertelstunde ihr numerisches Übergewicht zur Geltung brachten, schaffte es der Club nicht, wenigstens einen Zähler aus der Hansestadt zu entführen. Erneut ein eigener Fehler, diesmal ein Fehlpass des eingewechselten Philip Heise, brachte St. Pauli einen entscheidenden Vorteil, den Viktor Gyökeres nach 84 Minuten dann auch zu nutzen wusste.

So verpasste der Club einmal mehr in dieser Spielzeit, Zähler gegen einen nicht unschlagbaren Gegner für sich zu gewinnen. Zähler, die angesichts der Ergebnisse der direkten Konkurrenz wichtig gewesen wären. Sowohl Karlsruhe als auch Wiesbaden und Bochum punkteten jeweils dreifach, der Abstand auf einen direkten Abstiegsplatz ist beträchtlich geschmolzen. Lediglich zwei Punkte trennen den Club noch von der verbotenen Zone, die angesichts möglicher Abbruch-Szenarien ein allzeit heißes Pflaster ist.

Tim Sohr Online-Redaktion, Sport

26

26 Kommentare

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus dem Ressort: Sport