18°

Montag, 16.09.2019

|

zum Thema

Match-Statistik: Der Club bewährt sich im Kickers-Kampf

Wissenswertes zwischen Elfer-Frust und Last-Minute-Lust - 19.11.2016 15:35 Uhr

Er sorgte dafür, dass der Abend für den Club auch auf der Ergebnistafel ein versöhnliches Ende fand: Even Hovland. © Zink


Von der Stadionuhr in Nürnberg leuchtet bereits die 89. Minute. In den zurückliegenden Minuten rannte der Club - im kleinen Frankenderby mit 1:2 im Hintertreffen - pausenlos an. Die Kraft schwindet, der Glaube an die eigene Stärke aber nicht. Wütend bedrängt der FCN das Würzburger Gehäuse.

Einen Zähler rettet das bereits in der Vorsaison ausgeprägte Bewusstsein, auch spät noch treffen zu können – und die Qualität bei Standards. Kevin Möhwald adressiert eine Freistoßflanke in den Sechzehner. Kickers-Kapitän Sebastian Neumann, der nur wenige Augenblicke zuvor nach Burgstallers Alu-Klatscher und Kempes Nachschuss auf der Linie geklärt hat, taucht unter dem Ball hindurch. Und Even Hovland? Der aufgerückte Verteidiger wuchtet das Spielgerät ins Netz!

Bilderstrecke zum Thema

Große Moral im kleinen Frankenderby: Hovland belohnt den FCN

Im Lokalvergleich gegen Fürth hatte der FCN in dieser Saison bereits den Kürzeren gezogen. Und auch im kleinen Frankenderby - im Duell mit den Würzburger Kickers - schien es kurz vor Schluss so, als ob der Club das Nachsehen haben würde. Doch das Schwartz-Team stemmte sich gegen die Niederlage. Und blieb dank einer Energieleistung auch im siebten Liga-Spiel in Folge ungeschlagen!


Das bereits neunte Saisontor nach einem ruhenden Ball ist Bestwert im Unterhaus und verdeutlicht, dass der FCN das Zeug dazu hat, ganz oben mitzumischen. "Ich muss der Mannschaft ein Kompliment machen, sie hat gut reagiert und gezeigt, dass sie mit aller Macht noch den Ausgleich wollte", lobte auch Alois Schwartz sein Team nach Schlusspfiff völlig zu Recht. Mehr Stimmen zum Spiel gibt's hier.

Club hat mehr Ballbesitz, Kickers sind cleverer

Die Moral des FCN war meisterlich. Das spielerische Vermögen in einem nur in der zweiten Hälfte packenden Franken-Battle derweil eher auf Azubi-Niveau. Über 90 Minuten hinweg verzeichnete der Club zwar deutlich mehr Ballbesitz (62 zu 38 Prozent), wusste gegen clever und aufmerksam verteidigende Würzburger mit diesem speziell im ersten Spielabschnitt aber kaum etwas anzufangen.

Auch wenn der FCN nach der Partie 20 und der FWK nur fünf Torschüsse verbuchen sollte, war festzuhalten, dass die Mainfranken in der Vorwärtsbewegung vielleicht weniger, dafür aber viel richtig machten. So stellte der abgefälschte Versuch von Nejmeddin Daghfous, der Club-Keeper Thorsten Kirschbaum eine anspruchsvolle Arbeitsprobe abverlangte, die beste Chance im ersten Durchgang da.

Burgstaller bleibt Nürnbergs Lebensversicherung

Der FCN hätte sich Mitte der ersten Hälfte folglich nicht über einen Rückstand beklagen dürfen, brachte sich kurz vor der Pause dann aber selbst in Front. Verantwortlich dafür: Natürlich Burgstaller! Der Torgarant – von Schwartz diesmal als Solospitze aufgeboten – war es, der das Leder in der 45. Minute ballgewandt und entschlossen in den Strafraum trieb und im Rutschen ins lange Eck beförderte.

Bilderstrecke zum Thema

2:2 gegen die Kickers: Burgstaller top, nur Leibold lobt keiner

Der Franken-Kick gegen Würzburg brachte alles mit, was ein ordentliches Fußballspiel braucht: Auf Burgis Führungstor folgte ein fulminanter Doppelschlag der Gäste. Am Ende sorgte ein Last-Minute-Spektakel für die Punkteteilung. Auf Club-Seite rückte dabei vor allem ein Jungspund in den Vordergrund.


11 Buden in 13 Spielen, Guido Burgstaller ist und bleibt Nürnbergs Lebensversicherung. Der treffsicherste Schütze der Liga, der gegen Würzburg den Vorarbeiter gab, rangiert auch im Torschussranking der Partie ganz oben. Achtmal probierte der Kärntner, die Kugel im FWK-Gehäuse unterzubringen – viermal öfter als Tobias Kempe, der Zweitplatzierte dieser Wertung.

Hovland köpft, das Stadiondach fliegt weg

Doch Obacht! Als Elia Soriano, Würzburgs bester Angreifer, in der 54. Minute das erste Mal aufs Club-Tor feuerte, war der von Mühl noch abgefälschte Ball auch gleich schon drin. David Pisot machte nur wenig später mit einem verwandelten Foulelfmeter Würzburg Doppelschlag perfekt. In nur 111 Sekunden hatten die Kickers das Spiel gedreht. Doch der Club wollte sich nicht mit einer Niederlage abfinden.

Und so tauchte Even Hovland, der in der Strafstoßszene mit einer riskanten Grätsche den Ball als auch Gegenspieler Valdet Rama getroffen hatte, also vor dem gegnerischen Kasten auf. Möhwald – in dieser Saison bereits neunmaliger Assistgeber und an diesem Abend mit 20 gewonnenen Zweikämpfen auch in einer anderen Kategorie spitze – flankte, der Norweger köpfte und das Stadiondach flog weg.

Bilderstrecke zum Thema

Unter Cluberern: "Ein freundschaftliches kleines Frankenderby"

Ein Punkt im kleinen Frankenderby gegen die Würzburger Kickers - so wirklich zufrieden sind die Fans des 1. FC Nürnberg mit dem Ergebnis am Freitagabend nicht. Insgesamt stimmt die sportliche Lage des Vereins aber positiv. Am Ende überwog die Freude über den späten Ausgleich - und Respekt für den Gegner war auch dabei.


 

Andreas Pöllinger

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus dem Ressort: Sport