Dienstag, 26.05.2020

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Zukunft beim FCN? Dornebusch bleibt - und zwar gelassen

Der Club-Schlussmann hat Verständnis für die aktuelle Funkstille - 22.04.2020 22:39 Uhr

Club-Keeper Felix Dornebusch blickt wieder einmal in eine ungewisse Zukunft.


Bevor ihm die Torhütermisere beim 1. FC Nürnberg im vergangenen November eine unverhoffte neue Chance in der 2. Liga eröffnete, stand der langjährige Ersatzkeeper des VfL Bochum plötzlich ohne Job da.

"Wenn man wirklich arbeitslos ist, ..." 

Vielleicht auch dank dieser Grenzerfahrung nimmt der 25-Jährige die aktuelle Situation relativ gelassen hin. "Wenn man wirklich arbeitslos ist, gehen einem ganz andere Sachen durch den Kopf. Da verspürt man viel mehr Druck als jetzt, wo man ja abgesichert ist und hoffen kann, dass es bald weitergeht", erinnert sich Dornebusch an diese düsteren Tage voller quälender Existenzängste.

Umso mehr genießt es der aus Witten stammend Profi, derzeit wieder mit den Kollegen auf dem Platz zu stehen zu dürfen. "Gerade nach der zweiwöchigen Quarantäne macht das Training extrem viel Spaß, auch wenn es nur in kleinen Gruppen ist", sagt Dornebusch, für den die Corona-Pause zumindest einen netten Nebeneffekt hatte: Den im Januar im Trainingslager erlittenen Innenbandanriss im Ellenbogen konnte er in Ruhe auskurieren: "Das Band ist vollständig ausgeheilt, die Mobilität wieder da."

Eins-gegen-Eins ist tabu - Spaß in der Männer-WG 

Von ihrem gewohnten Arbeitsalltag sind Nürnbergs Keeper aber noch weit entfernt. "Der Fokus liegt weniger auf dem torwarttaktischen, sondern mehr auf dem -technischen Bereich", berichtet Dornebusch. Eins-gegen-Eins-Situationen sind gemäß der ja auch für Sportler geltenden Abstandsregeln tabu, dafür gibt es viele Schüsse aus der Bewegung und aus der Distanz sowie kräftezehrende Sprungkraft- und Ausdauerübungen. "Es ist schon sehr anstrengend und fühlt sich gerade eher an wie in einer harten Vorbereitung."

Trotzdem ist offenbar noch genug Energie vorhanden, um sich daheim in der schon legendären Männer-WG mit Verteidiger Philip Heise zu messen. "Wir haben uns auf der Terrasse einen kleinen Pass-Parcours gebaut mit Bänken und Hütchen, die wir nicht berühren dürfen", erzählt Dornebusch. Und weil "bei uns immer alles einen Wettbewerbscharakter hat, kriegt der Verlierer eine kleine Strafe". Schon während der häuslichen Isolation hatte das Duo den einen oder anderen Ball versehentlich in Nachbars Garten versenkt, wie Dornebusch im Quarantäne-Interview mit Club-TV verriet.

+++ Dornebusch löst das Führungsproblem beim FCN +++

Ansonsten vertreibt man sich die Freizeit gerne bei gemeinsamen TV-
Abenden auf der Couch. Sich auf einen Film zu einigen, falle nicht schwer, sagt Dornebusch, "wir haben da ähnliche Interessen." Fast immer geht es um Sport. "Gerade jetzt, wo alles eingeschränkt ist, beschäftigt man sich privat noch mehr damit. Kürzlich kamen die ersten zwei Folgen einer neuen Doku über Michael Jordan, die haben wir gleich zweimal hintereinander geguckt, weil es uns so gut gefallen hat", erzählt Dornebusch lachend.

"Corona schiebt alles nach hinten raus" - auch mit Palikuca 

Ob die so prima harmonierende Nordhein-Westfalen-WG noch über die Saison hinaus Bestand haben wird, ist eher fraglich. Winterzugang Heise ist von Norwich City zunächst nur für ein halbes Jahr ausgeliehen, auch Dornebuschs Vertrag läuft prinzipiell zum 30. Juni aus. "Natürlich würde ich sehr gerne bleiben", betont der 1,93-Meter-Hüne, "ich sehe es schon als gewisse Ehre an, hier spielen zu dürfen. Der Club ist ja kein klassischer Zweitligist, sondern ein Traditionsverein mit einem großen Namen." Auch die Stadt gefällt dem sympathischen Ruhrpott-Import außerordentlich gut, mit den Kollegen versteht er sich prima. "Das Gesamtpaket passt, deshalb würde ich auch ungern hier wieder weggehen."

Allerdings gab es mit Sportvorstand Robert Palikuca bislang noch keine Gespräche über einen neuen Kontrakt. "Corona schiebt alles nach hinten raus. Jeder Verein muss ja erstmal schauen, wie es für ihn weitergeht", zeigt Dornebusch Verständnis für die aktuelle Funkstille. Dass er sich vorsorglich ab August wieder arbeitslos gemeldet hat, ist denn auch eher als formaler Akt zu verstehen. "Spätestens drei Monate vor Ende des Arbeitspapiers muss man das machen, sonst verschenkt man Geld", erklärt Dornebusch. Den Glauben daran, dass schon alles gut werden wird, hat der Keeper inmitten einer gerade für ihn persönlich extrem turbulenten Saison ("Mehr geht eigentlich nicht. Mich kann nichts mehr überraschen") aber keineswegs verloren: "Es ist immer irgendwie weitergegangen, so wird es auch diesmal sein."

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Uli Digmayer

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