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Lufthansa sagt 1300 Flüge ab - Airport Nürnberg auch betroffen

Große Auswirkungen auf den gesamten Luftraum erwartet - 06.11.2019 17:53 Uhr

Streik-Alarm! Lufthansa hat rund 1300 Flüge abgesagt. © Boris Roessler/dpa


Die Lufthansa hat wegen des ab Donnerstag angekündigten 48-Stunden-Streiks der Flugbegleiter 1300 Flüge gestrichen. In dem am Mittwoch veröffentlichten Sonderflugplan fallen am Donnerstag 700 und am Freitag 600 von jeweils rund 3000 Verbindungen der gesamten Lufthansa-Gruppe aus, wie das Unternehmen mitteilte.

In der Grundzahl sind auch zahlreiche Flüge nicht bestreikter Unternehmen wie Swiss, Austrian, Edelweiss oder Brussels Airlines enthalten. Die Gewerkschaft Ufo hatte sich vorbehalten, den Streik bei der Lufthansa-Kernmarke auch noch auf weitere Flugbetriebe auszuweiten.

Auch in Nürnberg fallen Flüge aus

Auch der Nürnberger Airport ist von dem 24-stündigen Flugbegleiter-Streik betroffen. Annulliert wurden insgesamt sechs Flüge, die im Zeitraum von Donnerstag bis Freitag nach Frankfurt starten sollten. 

Am Donnerstag trifft es die Starts folgender Flugnummern LH 143 um 6.20 Uhr, LH 147 um 11.35 Uhr und LH 149 um 14.20 Uhr sowie am Freitag LH 142 um 10.50 Uhr, LH 144 um um 13.35 Uhr und LH 150 um 22.05 Uhr. 

Außerdem fallen zusätzlich sechs Lufthansa-Flüge aus, die von Frankfurt aus nach Nürnberg fliegen sollten.

Am Donnerstag sind die folgenden Ankunftsflüge betroffen: LH 142 um 11 Uhr, LH 144 um 13.25 Uhr und LH 150 um 22.05 Uhr. Am Freitag wurden die Flüge LH 142 um 10.50 Uhr, LH 144 um 13.35 Uhr und LH 150 um 22.05 Uhr annulliert. 

Die Lufthansa veröffentlichte am Mittwoch einen Sonderflugplan, welcher auch in Echtzeit auf einer Sonderseite des Nürnberger Airports einsehbar ist. Die Website von Lufthansa war am Nachmittag aufgrund etlicher Zugriffe nur bedingt aufrufbar.

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Zuvor hatte die Lufthansa vor dem Arbeitsgericht Frankfurt eine juristische Niederlage erlitten, kündigte aber unmittelbar danach an, beim Landesarbeitsgericht in die Berufung zu gehen. Damit könnte noch am Mittwoch eine zweite Gerichtsverhandlung um die Rechtmäßigkeit des Streiks der Gewerkschaft Ufo stattfinden. Das Landesarbeitsgericht hatte zunächst aber noch keinen Termin festgelegt. Zuvor hatte das Arbeitsgericht Frankfurt in erster Instanz den Eilantrag des Unternehmens gegen den Streik abgelehnt. Nach kursorischer Einschätzung seien die Tarifverträge korrekt gekündigt worden und der Streikbeschluss gültig, erklärte die Vorsitzende Richterin. Angriffe der Lufthansa-Anwälte gegen die kurzfristig geänderte Arbeitskampfordnung der Gewerkschaft lehnte die Richterin ab. Hier handele es sich um interne Regelungen der Ufo ohne Außenwirkung.

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Weiterhin Uneinigkeit zwischen Lufthansa und Ufo

Es gebe auch keine offenkundigen Zweifel an der Tariffähigkeit, die das Bundesarbeitsgericht der Ufo zuletzt in einem Urteil von 2014 bestätigt habe. Der Gewerkschafts-Vizevorsitzende Daniel Flohr sagte die Teilnahme an dem für Mittwochabend angesetzten Krisengespräch mit Lufthansa-Chef Carsten Spohr ab, da man mit der Berufung beschäftigt sei. Er schätze das Gespräch, an dem auch Vertreter der Verdi und der in Gründung befindlichen Cabin Union teilnehmen sollten, ohnehin als "PR-Coup" des Lufthansa-Chefs ein. Eine Lösung der Probleme sei dort nicht zu erwarten. In der Gerichtsverhandlung hatte Lufthansa der Gewerkschaft noch sofortige Vorverhandlungen zu tariflichen Themen angeboten, die aber erst mit dem neu zu wählenden Ufo-Vorstand ab dem 15.2.2020 finalisiert werden könnten.

Den jetzigen Vorstand lehne man weiterhin als nicht vertretungsberechtigt ab, erklärte der Lufthansa-Anwalt. Ufo verlangte hingegen sofortige Tarifverhandlungen auf Augenhöhe mit dem aktuellen Vorstand. Als letzte Möglichkeit zur Verhinderung des Streiks könnte Lufthansa auch eine Schlichtung verlangen, was aber letztlich auf eine Anerkennung des Ufo-Vorstands hinausliefe. Die Gewerkschaft würde dies befürworten, sagte ihr Sprecher Nicoley Baublies der Deutschen Presse-Agentur. Ufo fordert für die rund 21.000 Lufthansa-Flugbegleiter höhere Spesen und Zulagen sowie besseren Zugang für Saisonkräfte in reguläre Anstellungsverhältnisse.

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In dem gesamten Tarifkonflikt geht es aber hauptsächlich um die vom Konzern aufgeworfene Frage, ob Ufo überhaupt noch Tarifverträge für das Kabinenpersonal durchsetzen kann. Zumindest angedroht ist zudem die Ausweitung auf vier weitere deutsche Flugbetriebe des Konzerns inklusive der Eurowings. Für diese Flugbetriebe gibt es jeweils separate Tarifforderungen.

dpa/eli/jm

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