Aktuelle Frage: Was ist eine Nierenkolik?

13.4.2021, 12:30 Uhr
Die Hauptaufgabe der Nieren ist es, Abfallstoffe aus dem Blut zu filtern und den Salz- und Wasserhaushalt im Körper auszugleichen.

Die Hauptaufgabe der Nieren ist es, Abfallstoffe aus dem Blut zu filtern und den Salz- und Wasserhaushalt im Körper auszugleichen. © imago images/Science Photo Library

Eine Nierenkolik ist das klinische Symptom einer akuten Harnabflussstörung aus der Niere, am häufigsten verursacht durch einen Stein im Harnleiter. Das erklärt Dr. Marios Marcou aus der Urologischen und Kinderurologischen Klinik des Universitätsklinikums Erlangen.

Das heißt, dass ein Harnleiterstein den Urinabfluss aus der Niere in die Harnblase verhindert. Das führt zu plötzlich einsetzenden, krampfartigen Schmerzen in der betroffenen Nierengegend manchmal mit Ausstrahlung in den Unterbauch sowie Übelkeit und Erbrechen. Die Schmerzen werden oft als wellenförmig beschrieben, das heißt, sie kommen und gehen.

Erwachsene mit Übergewicht sind besonders gefährdet

Dr. Marios Marcou aus der Urologischen und Kinderurologischen Klinik des Universitätsklinikums Erlangen.

Dr. Marios Marcou aus der Urologischen und Kinderurologischen Klinik des Universitätsklinikums Erlangen. © www.medilor.de

Die Frage, ob man Steinen durch gezielte Ernährung vorbeugen kann, ist nicht pauschal beantwortbar. Es hängt von der Ursache der Steinbildung und der Art des Steins ab. Steine entstehen, wenn anatomische Anomalien des Harntrakts vorhanden sind oder, am häufigsten, wenn im Urin eine erhöhte Konzentration gelöster Salze vorliegt.

Die Ursachen dafür sind unterschiedlich. Bei manchen Patienten, vor allem bei Kindern, sind es häufig genetische Faktoren. Doch auch eine zu geringe Trinkmenge, eine falsche Ernährung mit zu viel Salz, tierischen Eiweißen und Fetten sowie einige Medikamente können die Steinbildung begünstigen. Wir wissen heute, dass Erwachsene mit Übergewicht und bei reduzierter körperlicher Bewegung besonders gefährdet für die Bildung von Steinen sind.

Strenge Diäten sind zu vermeiden

Steinpatienten sollten pro Tag zwei bis drei Liter gleichmäßig über den Tag verteilt trinken. Darüber hinaus wird eine gesunde Gewichtsreduktion bei übergewichtigen Patienten empfohlen. Fasten und strenge Diäten sind aber unbedingt zu vermeiden.

Bei wiederkehrenden Steinen oder bei Steinen im Kindesalter wird eine Steinanalyse und eine Stoffwechselabklärung des Patienten empfohlen, um die Ursache genau zu definieren. Abhängig von der Ursache kann man dann eine medikamentöse Therapie und individuelle Empfehlungen zur Ernährung aussprechen. Eine regelmäßige Kontrolle beim behandelnden Urologen ist bei allen Steinpatienten unabdingbar.

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