Freitag, 22.11.2019

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Stütze für Stromer

Welche Elektroautos vom höheren Umweltbonus profitieren - 08.11.2019 13:08 Uhr

Opel Corsa-e: Abzüglich des neuen Umwelt-Bonus vergünstigt er sich auf rund 23.000 Euro. © Hersteller


Die Nachfrage steigt, bleibt aber immer noch verhalten: Im Vorjahresvergleich stellt die Oktober-Statistik des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) ein Plus von 46,9 Prozent bei rein elektrischen Pkw fest. Das klingt nach viel, bedeutet unterm Strich aber nur 4979 Fahrzeuge und einen bescheidenen Marktanteil von 1,7 Prozent.

Die Nachfrage steigt, bleibt aber immer noch verhalten: Im Vorjahresvergleich stellt die Oktober-Statistik des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) ein Plus von 46,9 Prozent bei rein elektrischen Pkw fest. Das klingt nach viel, bedeutet unterm Strich aber nur 4979 Fahrzeuge und einen bescheidenen Marktanteil von 1,7 Prozent.

Auch bei der neuen Förderung gibt es allerdings eine Obergrenze, was den Preis des Elektroautos betrifft. Den maximalen Zuschuss von 6000 Euro (oder, inklusive Mehrwertsteuer, 7140 Euro brutto) bekommen nur E-Mobile, deren Listenpreis nicht über 40.000 Euro netto (bzw. 47.600 Euro brutto) liegt.

Nicht förderfähig: Premium-Stromer Audi e-tron. © Hersteller


Stromer mit einem Nettolistenpreis bis 65.000 Euro (77.350 Euro brutto) können immerhin noch mit 5000 (brutto 5950 Euro) Prämie rechnen. Dies betrifft beispielsweise den für 2020 avisierten Mercedes EQC (brutto 71.281 Euro) oder das Brennstoffzellenauto Hyundai Nexo (ab 69.000 Euro). Raus aus der Förderung fallen hingegen Audi e-tron (ab 80.900 Euro), das Tesla Model S (ab 86.800 Euro), der Jaguar I-Pace (ab 79.450 Euro) oder der Porsche Taycan (ab 105.607 Euro).

Für Kunden, die nicht ganz so luxuriös stromern möchten, rückt die Elektromobilität jetzt aber durchaus ins preislich Machbare, der Abstand zu Autos mit konventionellem Verbrennungsmotor verringert sich. Dies betrifft vor allem die kleinen City-Flitzer unter den E-Mobilen. Ein Seat Mii Electric (ab 20.650 Euro) wird abzüglich der Brutto-Prämie in Höhe von 7140 Euro nur noch rund 13.500 Euro kosten, ähnlich günstig kommen die baugleichen Geschwister Skoda Citigo iV  (ab 20.950 Euro) und VW e-up! (ab 21.975 Euro). Dafür bieten sie eine elektrische Reichweite von etwa 260 km.

Kostet nur noch vierstellig: Der Stadtflitzer e.GO Life bleibt subventioniert unter 9000 Euro. © Hersteller


Auch der neue Smart EQ (vermutlich ab 22.000 Euro, Reichweite knapp 160 km) wird für Neu-Einsteiger in die Elektromobilität zum interessanten Angebot. Und der günstigste in Deutschland angebotene Stromer sowieso: Der e.GO Life mit seinem bescheidenen Aktionsradius von 100 km ist schon ab 15.900 Euro zu haben, minus Umweltbonus rutscht der Preis in den vierstelligen Bereich und beläuft sich auf gerade einmal 8760 Euro. Allerdings hat Unternehmensgründer Günther Schuh bereits Existenzsorgen geäußert: Im Unterschied zu anderen könne man den Herstelleranteil nicht aus dem Verkauf von Verbrennermodellen refinanzieren.

Im Bereich der kleinen Kompakten kommen der unlängst umfänglich renovierte Renault Zoe (inklusive Batterie 29.900 Euro, ab 300 km Reichweite) oder die für Anfang 2020 avisierten Opel Corsa-e (29.900 Euro, 330 km) und Peugeot e-208 (ab 30.450 Euro, 340 km) in den Genuss des vollen Zuschusses und vergünstigen sich somit auf rund 23.000 Euro. Gerade im Hinblick auf Corsa und 208 sind das attraktive Konditionen, weil die baugleichen Brüder mit besonders umfangreicher Ausstattung vorfahren.

Lange Lieferfristen: Hyundai Kona Elektro. © Hersteller


Auch der verhältnismäßig kostspielige Elektro-Pionier BMW i3 (ab 38.000 Euro, 260 km) erhält die Komplett-Förderung, ebenso wie – die schon eher in der Golf-Klasse angesiedelten – Kia e-Soul (ab 33.990 Euro, dann 276 km Reichweite), Nissan Leaf (ab 36.800 Euro, dann 270 km) oder die Crossover Mazda MX-30 (kommt 2020, ab 33.390 Euro, 200 km), Hyundai Kona Elektro (ab 34.400 Euro, dann 289 km) und Kia e-Niro (ab 34.290 Euro, dann 289 km).

Für die letzteren beiden Modelle sind allerdings lange Lieferzeiten von etwa einem Jahr einzukalkulieren, die nach Herstellerangaben auf Engpässe bei den Batteriezulieferern zurückzuführen sind. Nicht ganz unbegründet dürfte aber auch jener Verdacht sein, wonach die Bestände bewusst erst 2020 in den Markt gedrückt werden sollen, wenn die verschärften europäischen Flottengrenzwerte (im Schnitt 95 g/km) in Kraft treten. Wer dieses Limit überschreitet, muss mit hohen Strafzahlungen rechnen.

2020 fährt auch VW sein elektrisches Golf-Pendant ID.3 vor, dessen Produktion in der vergangenen Woche in Zwickau angelaufen ist. Die günstigste Version (330 km Reichweite) wird mit 29.900 Euro eingepreist, abzüglich der Förderprämie ergeben sich also Konditionen, die dem Vergleich mit einem Verbrenner-Golf durchaus standhalten.

VW ID.3: Das elektrische Pendant zum Golf kommt zu Preisen ab 29.900 Euro auf den Markt. © Hersteller


Die Neuregelung beim Umweltbonus soll noch in diesem November umgesetzt werden. Der Antrag auf Förderung kann dann, wie gehabt, online beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) gestellt werden. Die Hersteller ziehen ihren Anteil direkt vom Kaufpreis ab.

Ulla Ellmer


 

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