Keine Lockerungen trotz weniger Intensivpatienten

Heimlich abgeschafft: Krankenhausampel spielt in Bayern keine Rolle mehr

RESSORT: Lokales / Sonstiges..DATUM: 31.08.16..FOTO: Michael Matejka ..MOTIV: Mitarbeiterporträt: Martin Müller..ANZAHL: 1 von 1..Veröffentlichung nur nach vorheriger Vereinbarung
Martin Müller

Redaktion Metropolregion Nürnberg und Bayern

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23.12.2021, 16:23 Uhr
Die Krankenhausampel hat Bayern längst abgeschafft, allerdings ohne das groß zu kommunizieren. Selbst wenn sie in den kommenden Wochen eigentlich wieder auf Gelb springen würde, hätte das keine Lockerungen zur Folge.

Die Krankenhausampel hat Bayern längst abgeschafft, allerdings ohne das groß zu kommunizieren. Selbst wenn sie in den kommenden Wochen eigentlich wieder auf Gelb springen würde, hätte das keine Lockerungen zur Folge. © Sven Hoppe, dpa

Erst Anfang September wurde sie mit großem Bohei als neue Leitgröße in Bayern eingeführt: die Krankenhausampel. Angesichts steigender Impfquoten sollte fortan nicht mehr die Inzidenz alleinentscheidend sein, sondern vielmehr die Belastung der Krankenhäuser.

Höhepunkt bei 1081 Covid-Intensivpatienten

Als die Delta-Welle anrollte, merkte man, dass die Ampel-Stufen nicht clever gewählt waren und korrigierte nach. Fortan sollte die Ampel nicht nur ab 1200 Krankenhauseinweisungen in sieben Tage auf Gelb umspringen, sondern auch, wenn die Zahl der Covid-Intensivpatienten 450 überschreitet. Bei mehr als 600 Intensivpatienten sollte die Ampel auf Rot umschalten.

Das hat jetzt lange niemanden mehr wirklich interessiert, weil die Zahl der Covid-Intensivpatienten die Ampel so tiefrot werden ließ, dass an andere Ampelfarben gar nicht mehr zu denken war. Am 4. Dezember wurde der traurige Höhepunkt von 1081 Covid-Intensivpatienten in Bayern erreicht.

Doch seither gehen nicht nur die Infektionszahlen, sondern auch die Patientenzahlen im Freistaat rapide nach unten. Am 23. Dezember wurden noch 791 Intensivpatienten verzeichnet. Selbst wenn eine massive Omikron-Welle übers Land rollen sollte und diese auch viele schwere Fälle beinhaltet, ist zu erwarten, dass die Situation auf den Intensivstationen sich auch in den kommenden beiden Wochen weiter entspannt. Schließlich landen die Infizierten meist erst nach zehn bis 14 Tagen auf der Intensivstation.

Ampel könnte eigentlich bald auf Gelb umspringen

Das bedeutet: Es ist durchaus realistisch, dass die Zahl der Intensivpatienten in den kommenden beiden Wochen unter 600 sinkt, womit die Ampel auf Gelb umspringt und einige Lockerungen in Kraft treten. Eigentlich.

Denn wer auf den Internetseiten des Bayerischen Gesundheitsministeriums danach sucht, welche Regelungen bei einer gelben Ampel denn nun genau gelten würden, der findet dort: nichts. Und das nicht ohne Grund. Denn die Krankenhausampel ist in Bayern längst abgeschafft. Diesmal ganz ohne großes Bohei.

"Die Krankenhausampel war in der 14. Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung enthalten; in der derzeit geltenden 15. Verordnung findet sich diese Regelung nicht mehr", teilt das Ministerium knapp mit. Seit dem 23. November 2021 existiert die Krankenhausampel also nicht mehr. Regionale Lösungen gibt es nur noch durch den regionalen Hotspot-Lockdown ab einer Inzidenz von 1000.

Patientenzahlen spielen keine Rolle für Regeln

Die Zahl der Hospitalisierungen und auch die Zahl der Covid-Intensivpatienten spielen in Bayern also vorerst keine Rolle mehr für die geltenden Regeln. Auch wenn die Zahl der Intensivpatienten unter 600 sinken sollte, wird es somit keine Lockerungen geben. Angesichts der dann drohenden Omikron-Welle wird Bayerns Staatsregierung wohl auch sehr froh darüber sein.

Ob die Krankenhausampel in Bayern jemals wieder eingeführt wird, vermag das Ministerium derzeit nicht zu sagen: "Die jeweils geltenden Coronamaßnahmen werden regelmäßig auf ihre Erforderlichkeit und gegebenenfalls bestehenden Anpassungsbedarf überprüft. Die Dynamik des Infektionsgeschehens lässt verbindliche Aussagen für die Zukunft leider nicht zu."